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Perspektivwechsel: Geschäftiges Libori-Treiben auf dem Paderborner Marktplatz im Jahr 1960. - © Josef Stratmann, Sammlung Ulrich Vogt
Perspektivwechsel: Geschäftiges Libori-Treiben auf dem Paderborner Marktplatz im Jahr 1960. | © Josef Stratmann, Sammlung Ulrich Vogt

Paderborn Farbfotos zeigen Paderborner Stadtgeschichte

Ulrich Vogt stellt in seinem Buch "Mein Paderborn in Farbe. Fotoschätze aus mehr als 100 Jahren" historische und aktuelle Aufnahmen gegenüber

Mareike Gröneweg
23.11.2017 | Stand 24.11.2017, 15:03 Uhr |

Paderborn. "Wenn ich mehr als drei Wochen nicht in Paderborn war, bekomme ich Heimweh", sagt Ulrich Vogt über sich selbst. Diese Liebe zu seiner Heimatstadt und zu der Geschichte, die in Paderborn steckt, hat der 76-Jährige auf 192 Buchseiten drucken lassen und im Bonifatius Verlag (30 Euro)  veröffentlicht. Vogt suchte für seine Aufnahmen über 40 Jahre lang Orte auf, an denen vor und während des Zweiten Weltkriegs die ersten Farbfotos geschossen wurden. Ergänzt wurden diese Bilder dann durch Material aus dem Stadt- und Kreisarchiv sowie dem Archiv der Erzdiözese Paderborn. So entstand ein Bildband mit 532 Aufnahmen, von denen ungefähr 100 von Vogt fotografiert wurden. Ausführliche Kommentare führen den Leser durch die Stadtgeschichte und liefern Informationen zu Paderborner Persönlichkeiten, Architektur und politischen Gemengelagen aus verschiedenen Jahrzehnten. Das Buch, findet Lektorin Gisela Appelbaum,weckt in jedem Leser andere Emotionen: Denn es lebt von den individuellen Stadteindrücken, die jeder hat und in dem Buch wiederfindet. Bilder vom Kamp, rund um den Dom oder dem Marienplatz können in "Mein Paderborn in Farbe" im Wandel der Zeit verglichen werden. So zeichnen sich auch die verschiedenen Phasen der Stadt ab. "Ein hervorragendes Weihnachtsgeschenk", findet Bürgermeister Michael Dreier. Kindheit in Paderborn verbracht Den Autor und Fotografen Vogt verbindet zudem seine Kindheit mit der Stadtgeschichte: Geboren wurde er 1941 in Paderborn, wuchs dann aber in Soest auf. Als bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg Soest getroffen wurde, musste Ulrich Vogts Vater den Dreijährigen aus den Trümmern des eigenen Hauses ziehen. "Meine Generation ist ihr Leben lang geprägt von den Erlebnissen des Zweiten Weltkriegs", berichtet Vogt. 1958 zog er mit seiner Familie nach Paderborn. Dort machte er sein Abitur am Reismann, während seine Eltern die Domschänke am Maspernplatz betrieben. Nach dem Studium in Münster und Bielefeld unterrichtete er als Volkslehrer an der Bonifatius Grund- und Hauptschule. Dass dieses Buch vom Bonifatius Verlag veröffentlicht wird, stelle für ihn den Höhepunkt seiner Laufbahn als Autor dar. Mit "Paderborn in Farbe" bringt Vogt sein vierzehntes Buch auf den Markt, die meisten davon verlegte er selbst. Die Bilder für sein neuestes Werk wurden daher bis kurz vor dem Druck geschossen. "Zum Ärger meiner Layouterin tigerte ich bis zur letzten Sekunde mit der Kamera durch die Stadt. Manchmal wollte ich einfach lieber einen dunkelblauen Himmel auf den Fotos." Wer ein Exemplar des Buches signieren lassen möchte, kann das am 2. Dezember ab 11 Uhr in der Bonifatius Buchhandlung und am 9. Dezember ab 11 Uhr bei Linnemann.

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