0
Im Neuhäuser Schloss: Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking und Bürgermeister Michael Dreier. - © Holger Kosbab
Im Neuhäuser Schloss: Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking und Bürgermeister Michael Dreier. | © Holger Kosbab

Paderborn Landwirtschaftsministerin feiert in Paderborn Erntedank

Beim Empfang der Landesregierung fordert Christina Schulze Föcking die Wertschätzung von Lebensmitteln

Holger Kosbab
06.10.2017 | Stand 06.10.2017, 21:34 Uhr

Paderborn-Schloß Neuhaus. Ob Getreide, Gemüse oder Obst: All dies ist heute mehr oder weniger immer verfügbar. Dabei sei „eine gute Ernte beileibe keine Selbstverständlichkeit", betonte die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking beim Erntedankempfang der Landesregierung in Schloß Neuhaus. Das habe dieses Jahr gezeigt. So hätten etwa die Obstbauern hohe Ernteverluste aufgrund der frostigen Nächte im April, sagte Schulze Föcking. Dies sei wirklich ein Problem, weshalb geschaut werde, ob man die Obstbauern unterstützen könne. Sie dankte den Landwirten, die 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche arbeiteten, damit es ausreichend Nahrung gebe. Bei den Verbrauchern müsse dabei ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Naturprodukte unterschiedlich aussähen und auch kleine Kartoffeln schmeckten. "Die Verschwendung und das Wegwerfen von Lebensmitteln müssen wir gemeinschaftlich eindämmen" Schulze Föcking betonte den zentralen Gedanken des Erntedanks und forderte einen bewussten Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen. Lebensmittel müssten wertgeschätzt werden – ob bio oder konventionell produziert. „Die Verschwendung und das Wegwerfen von Lebensmitteln müssen wir gemeinschaftlich eindämmen, alleine schon aus ethischen Gründen", sagte Schulze Föcking. Jedes Jahr landeten in Deutschland elf Millionen Tonnen im Müll. Und: „Die Menschen sollen wieder mehr wissen, woher die Produkte kommen." „Ohne Landwirtschaft funktioniert nichts", betonte auch Paderborns Bürgermeister Michael Dreier. Dies müsse auch den jungen Generationen vermittelt werden. Rund 250 Teilnehmer waren der Einladung der Ministerin und der Stadt Paderborn gefolgt. Vor dem Empfang fand ein ökumenischer Gottesdienst in der Kirche St. Heinrich und Kunigunde statt. Die Ministerin erneuert das klare Nein zu einem Nationalpark Senne Auf Nachfrage sprach Schulze Föcking über weitere heiße Themen der jüngeren Vergangenheit: Der Skandal um Fipronil belastete Eier habe gezeigt, wie wichtig es sei, dass ein EU-weites Schnellwarnsystem funktioniert. „Die Menschen wollen und sollen sich sicher fühlen", sagte sie. Und nannte als eine mögliche Folge „dass man vielleicht über eine schärfere Bestrafung nachdenkt: Es muss weh tun, wenn man so etwas macht." Zugleich erneuerte die Ministerin das klare Nein der Landesregierung zu einem Nationalpark Senne. Es müsse geschaut werden, wie etwas in die Region passt – und dies im Dialog mit den Menschen. Zurzeit werde es in NRW keinen zweiten Nationalpark geben. Vor ihrer Fahrt nach Paderborn hatte Schulze Föcking in der Eifel die Bedeutung des dortigen Nationalparks hervorgehoben. Als Ministerin hatte Schulze Föcking einen unglücklichen Start. Sie sah sich Vorwürfen ausgesetzt, dass es im Schweinemastbetrieb ihrer Familie massive Verstöße gegen Tierschutzbestimmungen gegeben haben soll. Mittlerweile steht dieser Vorwurf gegen sie nicht mehr im Raum.

realisiert durch evolver group