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Grünes Glück: (v.l.) Landtagsabgeordnete Sigrid Beer, Rats-Fraktionschef Klaus Schröder, Kreisvorsitzende Norika Creuzmann und Luka Schütte können das wider Erwarten starke Abschneiden der Grünen kaum fassen und reagieren entsprechend enthusiastisch. - © Birger Berbüsse
Grünes Glück: (v.l.) Landtagsabgeordnete Sigrid Beer, Rats-Fraktionschef Klaus Schröder, Kreisvorsitzende Norika Creuzmann und Luka Schütte können das wider Erwarten starke Abschneiden der Grünen kaum fassen und reagieren entsprechend enthusiastisch. | © Birger Berbüsse

Paderborn Feierlaune bei Grünen und Liberalen in Paderborn

Die FDP ist nach vierjähriger Pause zurück im Bundestag und feiert ihren zweistelligen Prozentsatz. Die Grünen bejubeln nach schlechten Umfragewerten ihr starkes Ergebnis

Birger Berbüsse
24.09.2017 | Stand 26.09.2017, 12:56 Uhr
Mareike Gröneweg

Paderborn. Auf so ein gutes Ergebnis hatte kaum ein Paderborner Grüner wetten wollen. Bei der Wahlparty im Sputnik lagen beim Tippspiel fast alle Prozentwerte deutlich unter dem Ergebnis von 9,1 Prozent, was angesichts der schlechten Umfragewerte auch nicht überraschte. Umso lauter und emotionaler wurde dafür um 18 Uhr die erste Prognose bejubelt. Da wurden Fäuste in die Luft gereckt, da erklangen laute „Ja!"-Rufe, da gab es auch ein paar ungläubige Gesichter, auf denen aber schnell ein breites Lächeln stand. Die Landtagsabgeordnete Sigrid Beer war noch gerade passend zur Bekanntgabe zu den etwa 30 Parteifreunden im Sputnik gestoßen. Das Ergebnis sei ach dem schlechten Abschneiden bei der Landtagswahl „ein wichtiges Signal" für die Grünen. „Dass wir zugelegt haben, ist dem engagierten Wahlkampf und der Arbeit vor Ort geschuldet", sagte sie im Gespräch mit der NW. Das Abschneiden der AfD nannte Beer „erschreckend". Grünen hätten sich besonders ins Zeug gelegt „Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen", gab die Kreisvorsitzende Norika Creuzmann zu. Die Grünen in Paderborn hätten sich besonders ins Zeug gelegt. Sie ist sich sicher, dass den Wählern die Bedeutung von Klima- und Umweltschutz besonders wichtig waren. Zur heiß diskutierten Jamaika-Koalition hatte der Grünen-Fraktionschef im Paderborner Stadtrat, Klaus Schröder, eine deutliche Meinung: „Da müsste man sehr sorgfältig sondieren." Auch Sigrid Beer kündigte an: „Die Grünen gibt es nicht zum kleinen Preis." Eigentlich wollte sich aber noch niemand ausführlich mit einer möglichen Regierungsbeteiligung beschäftigen, stattdessen herrschte bei den Grünen einfach nur Freude über das eigene Abschneiden. Die teilte auch Direktkandidat Hartmut Oster, der etwas später eintraf und Prognose und erste Hochrechnung im Auto hörte. Auch auf der FDP-Wahlparty im Deelenhaus herrschte ausgelassene Stimmung nach der ersten Prognose um 18 Uhr. Mit 10,5 Prozent war am frühen Abend schon klar, dass die Liberalen nach vierjähriger Pause bald wieder im Bundestag vertreten sind. Auf der Wahlparty lag kaum Anspannung in der Luft, ernsthaft Bangen musste die Partei nach den Wahlprognosen sowieso nicht. Die Freude ist trotzdem groß: „10,5 Prozent ist ein sensationeller Wert für die FDP", sagt Marc Lürbke, Kreisvorsitzender der Paderborner FDP und Landtagsabgeordneter. Zwar habe man sich schon gewünscht, die dritte Kraft im Bundestag zu sein, aber ein zweistelliges Ergebnis sei das, was zählt. Hagemeister feierte in Schloß Holte-Stukenbrock Wer im Deelenhaus fehlt, ist Nicola Hagemeister. Die Kandidatin der Liberalen zog es vor, in Schloß Holte-Stukenbrock zu feiern. Das hänge, so Hagemeister, mit dem großen Kreis an Wahlhelfern zusammen, der dort feiert. „Ich möchte mich in Schloß Holte für den Rückhalt bedanken." In den Wochen nach der Wahl habe die FDP nicht vor, „auf Biegen und Brechen zu regieren", so Lürbke. Die Rolle in der Opposition sei ebenfalls denkbar. Schließlich, ergänzt Stadtverbandsvorsitzender Michael Hadaschick, sei die mangelnde Entschlossenheit der Koalition ein großer Fehler der letzten Regierungszeit gewesen. Den Zuwachs an Prozenten führen die Liberalen besonders auf Christian Lindner und die eigene Themensetzung zurück. „Dieses hervorragende Ergebnis zeigt, dass wir uns mit unseren Inhalten abgrenzen konnten", sagt Alexander Senne, Fraktionsvorsitzender im Rat. Dazu zählen laut Senne Bildung, innere Sicherheit und Digitalisierung.

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