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Im Gespräch: Die Landtagsabgeordneten Bernhard Hoppe-Biermeyer (CDU), Daniel Sieveke (CDU) und Sigrid Beer (Grüne) (vorne v.l.) mit Vertretern der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände im Kreis Paderborn. - © Karl-Martin Flüter
Im Gespräch: Die Landtagsabgeordneten Bernhard Hoppe-Biermeyer (CDU), Daniel Sieveke (CDU) und Sigrid Beer (Grüne) (vorne v.l.) mit Vertretern der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände im Kreis Paderborn. | © Karl-Martin Flüter

Paderborn Paderborner Landtagsabgeordnete im Gespräch mit Wohlfahrtsverbänden

Austausch: Diskussion über Offene Ganztagsschulen und Integration

12.07.2017 | Stand 12.07.2017, 13:53 Uhr

Paderborn. Kontakt aufnehmen, bevor der politische Alltag in NRW nach Landtagswahl und Regierungsbildung wieder Fahrt aufnimmt. Nach diesem Motto hat die Arbeitsgemeinschaft Wohlfahrt im Kreis Paderborn die heimischen Landtagsabgeordneten eingeladen, um über zwei Themen zu sprechen, die die kommende Legislaturperiode beeinflussen werden: Offene Ganztagsschulen und Integration. Der Einladung waren Sigrid Beer (Grüne), Bernhard Hoppe-Biermeyer (CDU) und Daniel Sieveke (CDU) gefolgt, nur Marc Lürbke (FDP) hatte absagen müssen. Seit Monaten demonstrieren Eltern, Mitarbeiter und Träger für bessere Rahmenbedingungen der Offenen Ganztagsschulen. Auch im Kreis Paderborn ist die Unruhe groß. Viele Kommunen haben damit begonnen, die OGS-Trägerschaften auszuschreiben, berichtete Friedhelm Hake vom Caritasverband Paderborn. Träger wie AWO und Caritas, die ihre Mitarbeiter nach Tarif bezahlen, könnten nicht mit Anbietern mithalten, die nicht tariflich gebunden sind. Mehrere Schulen im Kreis werden den Träger wechseln. Ob so die Qualität der OGS-Arbeit gehalten werden könne, sei fraglich. Ungleiche Finanzierung Zudem mache vor allem die ungleiche Finanzierung der Offenen Ganztagsschulen den Trägern zu schaffen. Die Spanne der kommunalen Finanzierungsbeiträge je OGS-Gruppe reicht je nach Kommune von 36.000 Euro bis zu 68.000 Euro. Wie die Träger bei diesen unterschiedlichen Voraussetzungen überall gleich gute Arbeit machen sollen, bleibe ein Rätsel. Dass die Trägerschaft einer Offenen Ganztagsschule ausgeschrieben wird, sei an sich unkritisch, sagte Daniel Sieveke. Wichtig sei es jedoch, die Ausschreibung genauer zu formulieren. Den Bildungsbegriff hält der CDU-Politiker in der aktuellen Diskussion für überbewertet. Zudem seien die Offenen Ganztagsschulen für die Eltern teilweise noch zu unflexibel ausgestaltet. Damit erntete er Kritik bei Sigrid Beer und den Vertretern von AWO und Caritas. Sie sehen die Aufgabe der Offenen Ganztagsschulen darin, soziales Lernen zu ermöglichen und in Zusammenarbeit mit den Schulen den Lernerfolg der Kinder zu verbessern. Einig war man sich, dass die Offenen Ganztagsschulen ein Erfolgsmodell sind, aber bessere Rahmenbedingungen brauchen. Schwierigkeiten bei der Integration Das Treffen fand in den Räumen der Caritas-Migrationsagentur MiCado in der Riemekestraße statt. Die stellvertretende Leiterin von MiCado, Gisela Weitekamp, verwies auf die Flüchtlinge, die hier geduldet sind, aber nur wenig Chancen auf einen sicheren Aufenthaltsstatus haben. Sie leben oft jahrelang ohne Förderung in Deutschland. Daniel Sieveke plädierte für eine restriktivere Duldungspraxis. Sein CDU-Kollege Bernhard Hoppe-Biermeyer verwies auf Schwierigkeiten bei der Integration in die Arbeitswelt. Sehr oft reichten die Qualifikationen der Migranten nicht aus. Jutta Vormberg von der Diakonie Paderborn-Höxter kritisierte die Abschiebung in unsichere Herkunftsländer und fordert mehr Unterstützung für ehrenamtliche Helfer von Flüchtlingen. Nicht diskutiert wurde, wie diese Begleitung geschehen soll. Eine Anregung lieferte Christian Bambeck vom Caritasverband Büren. Dort betreut ein Mitarbeiter die Ehrenamtler. Die dafür geschaffene Stelle wird vom Erzbistum finanziert. Ob sie verlängert wird, ist noch nicht sicher. Die Gespräche zwischen den Wohlfahrtsverbänden und den Landtagspolitikern sollen in regelmäßigen Abständen fortgesetzt werden.

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