Im Modell: Der im Dezember prämierte Siegerentwurf der beiden Büros der ARQ Architekten Rintz und Quack aus Berlin und Schoppe + Partner Freiraumplanung aus Hamburg. - © Holger Kosbab
Im Modell: Der im Dezember prämierte Siegerentwurf der beiden Büros der ARQ Architekten Rintz und Quack aus Berlin und Schoppe + Partner Freiraumplanung aus Hamburg. | © Holger Kosbab

Paderborn Umplanung für Paderborner Alanbrooke-Kaserne geht voran

Auf dem 18 Hektar großen Gelände zwischen der Theodor-Heuss-Straße, der Erzbergerstraße,
der Elsener Straße und der Giefersstraße sollen bis zu 800 Wohnungen entstehen

Paderborn. Ob die Stadt Paderborn das Gelände der Alanbrooke-Kaserne kaufen und selbst vermarkten wird oder ob sie den Verkauf der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) überlässt, ist noch offen. Das Vorkaufsrecht wird sie sich nach einem aktuellen Ratsbeschluss jedoch sichern. Vor einem möglichen Kauf steht zuvor noch die Ermittlung eines Wertgutachtens. Davon losgelöst wird der Bau- und Planungsausschuss des Stadtrats am Donnerstag, 6. Juli (Technisches Rathaus an der Pontanusstraße, 17 Uhr) über den Aufstellungsbeschluss für den Vorentwurf des Bebauungsplans Nr. 301 („Alanbrooke") beraten. Das 18 Hektar große Kasernenareal zwischen der Theodor-Heuss-Straße im Süden, der Erzbergerstraße im Westen, der Elsener Straße im Norden und der Giefersstraße im Osten ist die größte zukünftige Baufläche in der Paderborner Kernstadt. In dem sich am Siegerentwurf des städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs orientierenden Vorentwurf der ARQ Architekten Rintz und Quack aus Berlin und Schoppe + Partner Freiraumplanung aus Hamburg sind im nördlichen Bereich etwa 200, im südlichen Teil 500 bis 600 Wohneinheiten eingeplant. Der Wohnraum wird dringend benötigt: Im Kern gehen alle Prognosen von einer Bevölkerungszunahme von derzeit 150.000 auf etwa 158.000 Einwohner im Jahr 2025 aus. Im Zeitraum bis 2020 ergibt sich für die Stadt Paderborn ein Nachfragepotenzial von circa 4.500 bis 5.500 Wohneinheiten. Als städtebauliches Ziel verfolge die Stadt eine sozialverträgliche und breit gefächerte Angebotsmischung der Wohnraumangebote in einer adäquaten Dichte, schreibt die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke in der Sitzungsvorlage. Besonders im nordwestlichen Teil des Planungsbereiches sei eine Mischung von Büro- und Gewerbenutzung städtebaulich geboten. Außerdem sollen große öffentliche Grünräume, die sich mit umliegenden Grünflächen vernetzen, das neue Quartier charakterisieren. Anpassung des Flächennutzungsplans Parallel zur Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 301 „Alanbrooke" muss auch der Flächennutzungsplan (140. Änderung) angepasst werden. Außerdem ist die Einleitung eines sogenannten Zielabweichungsverfahrens zur Änderung des Regionalplanes notwendig. Neben dem Umweltbericht und dem artenschutzrechtlichen Fachbeitrag sind weitere Fachgutachten erforderlich. Eine schalltechnische Untersuchung des TÜV Nord aus dem August 2016 liegt bereits vor, die Hydrogeologische Untersuchung, eine Kampfmittel- und Gebäudeschadstoffuntersuchung werden aktuell erarbeitet. Eine zweiphasige Altlastenuntersuchung wird derzeit durch den Flächeneigentümer, die Bundesanstalt für Immobilien, erstellt. Das neue Wohngebiet soll einschließlich der erhaltenswerten denkmalgeschützten Gebäude im Norden und Osten von durchlässigen, überwiegend verkehrsfreien Wohnhöfen geprägt sein, die um die grüne Mitte gruppiert sind. Wohngebäude sollen überwiegend als Geschosswohnungsbauten in einer drei- bis zu fünfgeschossigen Bauweise entstehen, aufgelockert durch Bereiche mit Reihenhauszeilen. Denkmalgeschütztes Kasernengebäude Für den überwiegenden Teil des Plangebietes vor allem im westlichen und südlichen Teil sieht der Bebauungsplan ein allgemeines Wohngebiet vor. Nach dem Entwurf des Bebauungsplans sollen Reihenhäuser, Punkthäuser, Zeilenhäuser und Winkelhäuser errichtet werden. Auch die östlich gelegenen denkmalgeschützten Kasernengebäude sollen nach einem Umbau für Wohnzwecke genutzt werden. Die Mischgebietsfläche im nordwestlichen Bereich des Plangebiets soll eine städtebaulich sinnvolle Mischung zwischen Wohnen und Arbeiten ermöglichen. Neben dem Wohnen sollen sich hier wohnverträgliche gewerbliche Nutzungen etablieren. Auf einer Sondergebietsfläche wird dem Erweiterungsbedarf des östlich angrenzenden Unternehmens D-Space Rechnung getragen. Auf einer Fläche für den Gemeinbedarf wird eine notwendige sechsgruppige Kindertageseinrichtung ermöglicht. Die geplante Erschließung erfolgt über die Erzbergerstraße, Theodor-Heuss-Straße und Giefersstraße. Für den Rad- und Fußverkehr sind großzügige Trassen in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung vorgesehen.

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