Mit Helm: Der Hopheiturm am Liboriberg. - © Arian Amedie
Mit Helm: Der Hopheiturm am Liboriberg. | © Arian Amedie

Paderborn Paderborner Heiersturm wird saniert und bekommt einen Helm

Kulturausschuss: Wie beim Hopheiturm am Liboriberg soll auch der Turm an der Heiersmauer eine Abdeckung bekommen, die die Bausubstanz schützt. Außerdem wird das Bauwerk für 100.000 Euro restauriert

Paderborn. Der zweite Turm der historischen Paderborner Stadtmauer soll einen Helm bekommen. Nachdem im November 2015 bereits der Hopheiturm am Liboriberg zum Schutz der Bausubstanz eine Abdeckung bekommen hat, ist geplant, auch den Turm am östlichen Maspernplatz mit einem flachen Kegel zu bedecken. Dies sowie die Restaurierung des Heierstrums hat der Kulturausschuss des Stadtrats beschlossen. Seit mehr als einem Jahr ist der Heiersturm mit einem Schutzgitter aus Draht eingewickelt. Die Neonröhren, mit denen der Künstler Hans Peter Kuhn den Turm an der Heiersmauer gleißend-hell und verletzend durchstößt, sind abmontiert. Schuld sind abgeplatzte Steinbrocken, die herabgefallen waren und unter anderem eine Autoscheibe durchschlugen. Aus diesem Grund muss der Turm restauriert werden. Die Arbeiten waren durch einen Sperrvermerk für die Kosten von 100.000 Euro zunächst blockiert worden. Nun wurde das Geld vom Kulturausschuss freigegeben. Stadtdenkmalpfleger Thomas Günther begründete die Restaurierung mit starken Witterungsschäden. Derzeit zeigt sich der Turm noch in Steinputz-Technik. Dabei gucken aus einem härteren Putz mit einem zu hohen Zementanteil Bruchsteine heraus. Bei der Restaurierung wird ein kalkhaltigerer Schlemmputz auf das Bruchsteinmauerwerk aufgebracht - als Witterungsschutz oder Opferschicht. Ebenfalls nicht förderlich ist der Betondeckel, mit dem der Turm bisher abgedeckt ist. Bei Regen stehe Wasser auf dem Turm und könne durch den löchrigen und schadhaften Putz ins obere Mauerwerk eindringen, sagte Günther. An der Finanzierung des Turmhelms wird sich die Stadt mit 10.000 Euro beteiligen Friere es, komme es zu Absprengungen. Vom Turmhelm könne Wasser abfließen. "Aus denkmalpflegerischer Sicht gibt es für mich gar keine Alternative zum Putz", sagte Günther zu dem in der Vergangenheit in Paderborn vieldiskutierten Thema Steinsichtigkeit/Putz. Unter anderem bei der Busdorfkirche und der Gaukirche wurde dabei mitunter heftig gestritten. Günther betonte noch einmal, dass die Türme zunächst verputzt gewesen seien. Die Steinsichtigkeit sei erst später gewählt worden. An der Finanzierung des Turmhelms wird sich die Stadt mit 10.000 Euro an den Planungskosten beteiligen. Die Herstellungskosten sollen wie beim Hopheiturm vom Förderverein Historisches Paderborn übernommen werden. Beim Hopheiturm betrugen die Kosten mehr als 75.000 Euro. Bei dem Turmhelm für den Heiersturm geht der Vorsitzende des Vereins Franz Josef Winter aufgrund des etwas geringen Durchmessers von etwas niedrigeren Kosten aus. Darüber entschieden wird bei der Generalversammlung am 8. Mai. Der Verein hatte sich im Jahr 2013 gegründet, um die Restaurierung von prägenden Werken des Stadtbildes zu realisieren. Der Hopheiturm war das erste durch die Beiträge von Mitgliedern und Sponsoren in die Tat umgesetzte Großprojekt. Es folgte die noch nicht abgeschlossene Unterstützung für die künstlerisch gestalteten Buntglasfenster bei der Restaurierung der Langenohlkapelle auf dem Ostfriedhof. Noch in der Abstimmung ist die Stadt mit dem Lichtkünstler Hans Peter Kuhn, von dem die Installation am Heiersturm stammt und der die Urheberrechte hat. Denkmalpfleger Günther habe jedoch nicht den Eindruck, dass er den Turmhelm grundsätzlich blockiere. Dafür müsste jedoch eine nach oben ragende Spitze der Arbeit auf die Abdeckung gesetzt werden. Für den Erhalt der Lichtkunst am Heiersturm (Kuhn) und Maspernturm (Francois Morellet) über das Ende der Kunstinszenierung "7 Türme - 7 Lichter" im Dezember 2004 hinaus hatte sich eigens der Verein "Lichttürme" gegründet. Er hatte die beiden Objekte angekauft und an die Stadt übergeben.

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