Einiges erreicht: Auch dank der Hilfe von Dominik Münstermann (l.) kann in Momella jetzt operiert werden. - © Privat
Einiges erreicht: Auch dank der Hilfe von Dominik Münstermann (l.) kann in Momella jetzt operiert werden. | © Privat

23-jähriger Paderborner hilft beim operieren unterm Handylicht

Engagement: Der Paderborner Dominik Münstermann half, in Tansania ein Health Center auf die Beine zu stellen. Dabei hat er das Improvisieren gelernt

Paderborn. „Moment, du bist in Afrika, hier ist bis vor kurzem noch gar nichts gelaufen", daran musste sich Dominik Münstermann während seines Aufenthalts in Momella, Tansania, erst gewöhnen – zum Beispiel auch, als während eines Kaiserschnitts der Strom ausfiel. Da war plötzlich das Bildschirmlicht vom Handy einer Krankenschwester die einzige Lichtquelle. „Man lernt, zu improvisieren", resümiert Münstermann. Für die österreichische Organisation Africa Amini Alama war der 23-Jährige von Ende September bis Mitte Januar an der Errichtung eines Health Centers beteiligt. Der gelernte Krankenpfleger kümmerte sich vor allem darum, dass Standards eingehalten wurden. Er testete die Geräte und sorgte für einen strukturierten Ablauf der Operationen. „Wenn man Hilfe leisten will, darf man aber nicht erwarten, mit offenen Armen empfangen zu werden", weiß Münstermann, „eher das Gegenteil ist der Fall." Die Regierung in Tansania schickte beispielsweise wiederholt Mitarbeiter, um Visa der Projektmitarbeiter auf ihre Gültigkeit zu überprüfen. Dennoch haben der Paderborner und die weiteren Helfer während der dreieinhalb Monate viel erreicht. Zehn Amputationen stehen zu Buche, außerdem etwa 20 Gebärmutterentfernungen – O-perationen, die „technisch nicht so schwierig sind", weiß der 23-Jährige. Inzwischen sei das Health Center sogar in der Lage, „OP-Eingriffe auf höchstem Niveau" durchzuführen, wie etwa Hauttransplantationen oder Schilddrüsenentfernungen. Persönlich nimmt der angehende Medizinstudent vor allem eines mit: „Im Hier und Jetzt leben." Diese Einstellung hat er durch den Kontakt mit den Tansaniern gewonnen: „Für sie ist die Zukunft kein Thema." So hat Dominik Münstermann zwar Pläne, aber er genießt erst mal den Moment. Das Engagement des 23-Jährigen endet jedoch nicht mit der Rückreise aus Tansania. Der Paderborner ist nun Mitarbeiter der Organisation und vernetzt online deren ehemalige und zukünftige Helfer sowie die Tansanier. Außerdem sammelt er privat auf adonateisnevertoolate.wordpress.com Spenden, die „nachhaltig und sinnvoll" seien. „Wenn man spenden will, sollte man sich vorher genau informieren", findet er, „nicht jede Spende ist gut. Aber hier hilft sie auf jeden Fall."

realisiert durch evolver group