Konkrete Hilfe im Alltag: Patin Eva Burchard mit den Kindern Bayan, Youssef und Yasan. - © Freies Beratungszentrum
Konkrete Hilfe im Alltag: Patin Eva Burchard mit den Kindern Bayan, Youssef und Yasan. | © Freies Beratungszentrum

Paderborn Patinnen für Paderborner Flüchtlingsfamilien gesucht

Projekt: Kinderschutzbund und Freies Beratungszentrum freuen sich über erfolgreiche Zwischenbilanz

Paderborn. Als Familienpatin geflüchtete Kinder mit ihren Eltern unterstützen und gleichzeitig viel Freude erleben: Hierfür entschieden sich seit Beginn des Patenprojekts für geflüchtete Familien im Sommer vergangenen Jahres zahlreiche Ehrenamtliche aus Stadt und Kreis Paderborn. Der Deutsche Kinderschutzbund und das Freie Beratungszentrum haben das Projekt ins Leben gerufen und stehen den Patinnen und Familien während der gesamten Laufzeit fachlich zur Seite. Die Patinnen erhalten Schulungen und können an Supervisionsgruppen teilnehmen. Ferner werden finanzielle Aufwendungen für angefallene Fahrten und Freizeitaktivitäten entschädigt und es besteht ein umfassender Versicherungsschutz für die verbrachte Zeit mit der Familie. Die Patinnen betreuen Kinder und Familien aus unterschiedlichen Herkunftsländern. "Die meisten Familien kommen aus Kriegsgebieten in Syrien, dem Irak und Afghanistan", berichten die Projektkoordinatorinnen Julia Bobe und Christiane Frank. Aber es gebe auch Geflüchtete aus dem Kosovo, Nigeria und der Türkei. Dass die Arbeit so erfolgreich sei, dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass die Wünsche der Patinnen und Familien bei der Vermittlung berücksichtigt werden: "Wir nehmen Rücksicht auf die persönlichen Interessen der Patinnen und legen großen Wert darauf, dass Patin und Familie zueinander passen", so Bobe und Frank. Die Unterstützungsmöglichkeiten im durch die Deutsche Fernsehlotterie geförderten Projekt sind vielfältig und orientieren sich am Bedarf der Familien. Durch gemeinsame Freizeitaktivitäten und die Vermittlung von Sport- und Freizeitmöglichkeiten kann eine Entlastung der Eltern im Erziehungsalltag stattfinden. Die Unterstützung beim Lesen und Ausfüllen von Dokumenten sowie die Vermittlung von Beratungsdiensten können darüber hinaus Bestandteile der Patenschaft sein. So ist zum Beispiel Eva Burchard von Beginn an als Patin dabei. Sie berichtet von ihrem ehrenamtlichen Engagement: "Es macht mir viel Freude, Menschen aus einer anderen Kultur kennenzulernen und zu entdecken, dass es im zwischenmenschlichen Bereich viel mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede gibt". Wenn die sprachliche Verständigung mal nicht ausreiche, sei Humor eine wunderbare Brücke, um Missverständnisse auszugleichen. Zudem freue sie sich über den Kontakt mit anderen engagierten Patinnen und empfinde die Begleitung durch das Freie Beratungszentrum und den Kinderschutz als sehr hilfreich. Wollen auch Sie geflüchteten Kindern und ihren Familien dabei helfen, in Paderborn heimisch zu werden? Interessierte können sich telefonisch beim Kinderschutzbund unter Tel. (0 52 51) 15 09 54 in der Zeit von Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und Freitag von 9 bis 12 Uhr melden. Ansprechpersonen sind die Projektkoordinatorinnen Christiane Frank und Julia Bobe.

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