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Im Stangenwald: (v.l.) Architektin Martina Tebel, Christa Hohmann vom Kirchenvorstand und Pfarrer Benedikt Fischer machen sich ein Bild von den Baufortschritten in der Gaukirche. Bis zur Decke in 15 Meter Höhe ragen die Gerüste für die Reinigungsarbeiten hinauf. Im Hintergrund ist der Altarbereich zu sehen. - © Marc Köppelmann
Im Stangenwald: (v.l.) Architektin Martina Tebel, Christa Hohmann vom Kirchenvorstand und Pfarrer Benedikt Fischer machen sich ein Bild von den Baufortschritten in der Gaukirche. Bis zur Decke in 15 Meter Höhe ragen die Gerüste für die Reinigungsarbeiten hinauf. Im Hintergrund ist der Altarbereich zu sehen. | © Marc Köppelmann

Paderborn Gaukirche bleibt weiterhin Baustelle

Verzögerung: Die Sanierungsarbeiten in der Gaukirche dauern länger als ursprünglich geplant. Sie bleibt wohl noch über Ostern hinaus geschlossen

Birger Berbüsse
23.01.2017 | Stand 20.01.2017, 16:43 Uhr |

Paderborn. Wo sonst in andächtiger Stille gebetet wird, ertönen momentan das Brausen lauter Maschinen, das Scheppern von Stahlstangen und die Rufe der Handwerker. Staubig ist es obendrein: Der Innenraum der Gaukirche ist seit August Baustelle – und wird es auch noch eine Weile bleiben. Ursprünglich sollten die Sanierungsarbeiten des Gotteshauses am Domplatz im Februar beendet sein. Stattdessen bleibt die Gaukirche wohl noch über Ostern hinaus geschlossen, sagte Pfarrer Benedikt Fischer auf Anfrage der Neuen Westfälischen. Der Grund sind neue Erkenntnisse über den Deckenputz. „Die müssen jetzt beraten werden", so Fischer. Sicher ist bislang nur, dass der geplante Endtermin dadurch erheblich verzögert wird. Das bedeutet zugleich, dass die Gottesdienst-Vertretungsregelung bestehen bleibt. Das Problem dabei: Viele Messfeiern wurden in die Marktkirche verlegt. Dort finden aber häufig Konzerte statt, was die jeweiligen Vorbereitungen erschwert. Überhaupt vermissen die Paderborner offenbar den Besuch in der Gaukirche. „Jede Woche erreichen mich mehrere Anfragen, wann wir sie wieder öffnen", berichtet Pfarrer Fischer. Unabhängig vom Zeitpunkt der Fertigstellung werden künftige Besucher eine ziemlich veränderte Kirche betreten, wie die zuständige Architektin Martina Tebel erläutert. So wird der gläserne Windfang des Eingangsbereichs der Westpforte weiter Richtung Kircheninnenraum versetzt und somit größer. Auch einen behindertengerechten Zugang hat das Gotteshaus mittlerweile bekommen. Die Stufe am seitlichen Nordeingang gibt es nicht mehr, dort wurde das Pflaster abgesenkt. Verworfen wurden allerdings die Pläne, den Zutritt zum Innenraum durch zwei Gitterwände zu beschränken. Stattdessen ist dort nun ein gläserner Windfang geplant. „Wir glauben, dass das eine schönere Optik ergibt", sagt Fischer. Von dort gelangen die Besucher durch eine neue geschaffene Tür in die Kreuzkapelle, die ebenfalls zwei gläserne Wände erhält. Auch der Taufbereich und der Chorraum werden weitgehend neu gestaltet. An der Ostwand hängen bereits die zwei steinernen Relieftafeln, die sich zuvor außen an der Sakristei befanden. Meterhohe Gerüststangen Ansonsten gibt es derzeit hauptsächlich eines zu sehen: meterhohe Gerüststangen. Denn unabhängig von der Putzproblematik laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Nötig geworden waren die Sanierungsarbeiten schließlich, weil Kerzenruß die Wände und Decken der Kirche stark geschwärzt hatte. Diese Fläche von immerhin gut 4.000 Quadratmetern wird nun mit Spezialschwämmen gereinigt, sodass anschließend neue Farbe aufgetragen werden kann. Die Gesamtkosten sind von 870.000 auf 960.000 Euro gestiegen. Sie werden von der Pfarrei sowie aus Kirchensteuer- und Landesmitteln finanziert.

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