Erinnerung: Prälat Thomas Dornseifer (l.) mit Hubertus Brunn vor einem Porträt der Dichterin von Pia Benkhofer. - © PDP
Erinnerung: Prälat Thomas Dornseifer (l.) mit Hubertus Brunn vor einem Porträt der Dichterin von Pia Benkhofer. | © PDP

Paderborn Leben und Wirken von Luise Hensel gewürdigt

Matinée in Anerkennung des Lebens und Wirkens einer der bedeutendsten Frauen des 19. Jahrhunderts. Spuren in Paderborn hinterlassen

08.12.2016 | Stand 07.12.2016, 21:22 Uhr

Paderborn. Mit einer Matinée, die das Leben und Wirken von Luise Hensel angemessen würdigte, wurde im Westphalenhof der 140. Todestag einer der bedeutendsten Frauen des 19. Jahrhunderts begangen. Luise Hensel lebte von 1873 bis zu ihrem Tod am 18. Dezember 1876 im Westphalenhof und hinterließ ihre Spuren in Paderborn. "Der Festakt wird uns an viele Stellen führen, wo Luise Hensel ihren Weg mit Gott gemacht hat", kündigte Prälat Thomas Dornseifer, Vorsitzender des Kuratoriums "Westphalenhof" schon im Festhochamt mit Erzbischof Hans-Josef Becker in der Josefs-Kapelle des Seniorenzentrums an. "Müde bin ich geh zur Ruh", ist wohl das bekannteste Werk von Luise Hensel, die engagiert, politisch informiert, willensstark und fromm zurecht als starke und bedeutende Frau bezeichnet werden darf, so Prälat Dornseifer weiter. Sorge um Schwerstkranke und karitative Arbeit haben das Leben von Luise Hensel geprägt. "Die soziale Pionierarbeit", hob Prälat Thomas Dornseifer besonders hervor. Erzbischof Hans-Josef Becker, der gemeinsam mit Dornseifer und Propst i.R. Dr. Elmar Nübold (neuer Hausgeistlicher im "Westphalenhof" für Prälat Johannes Lohmann) die Festmesse hielt, zog in seiner Predigt Parallelen zwischen Johannes dem Täufer und Luise Hensel. Das Gebet verbindet beide. Hensel, Pfarrerstochter und protestantisch getauft, habe einen langen Such-Weg nach der Glaubenswahrheit hinter sich und zum katholischen Glauben gefunden. "Ihr ganzes Leben lang trieb sie, rastlos und nirgendwo richtig heimisch, die Sehnsucht nach der Gemeinschaft mit Gott um. Ein Charakterzug, der in vielen ihrer wunderbaren lyrischen Werke in Gebetsform einen Niederschlag gefunden hat", so Erzbischof Hans-Josef Becker. Dabei sei sie nicht weltabgewandt oder zurückgezogen gewesen, sondern handfest in der Tat, Gutes für die Armen und Kranken zu tun. Dass die Matinee im Luise-Hensel-Saal des "Westphalenhofs" stattfand, ist eine weitere Würdigung der Dichterin, deren Bedeutung für die Stadt auch Vinzenz Heggen, stellvertretender Landrat, und Dietrich Honervogt, stellvertretender Bürgermeister, hervorhoben. An Begegnungen zwischen Luise Hensel als Lehrerin mit ihrer Schülerin, der späteren Ordensgründerin Pauline von Mallinckrodt, erinnerte Provinzoberin Schwester Maria Ancilla (Schwestern der Christlichen Liebe). In der Festansprache beschäftigte sich Lothar van Laak mit dem Thema: " . . . in ihrer Wahrheit und Einfalt das Heiligste . . . - Luise Hensels Lieder im Kontext der religiösen Dichtung des 19. Jahrhunderts." Der Germanist der Universität Paderborn betrachtete das Leben von Luise Hensel in Zeitepochen und Entwicklungen anderer bekannter Dichter dieser Zeit. Illustriert wurde die Matinee mit Liedern und Gedichten von Luise Hensel, die von Nancy Pönitz (Texte) sowie Jana Kryzankova, Kyril Kuzmin, Bettina Artmann, Ludmilla Schamei und Monika Witt vorgetragen wurden. Ein von "Westphalenhof"-Bewohnerin Pia Benkhofer gefertigtes Hensel-Porträt bekommt einen Ehrenplatz.

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