Einsam und (fast) völlig verlassen: Die Alanbrook Kaserne an der Elsener Straße hat bereits ihre Tore geschlossen und ist so gut wie leer. - © Marc Köppelmann
Einsam und (fast) völlig verlassen: Die Alanbrook Kaserne an der Elsener Straße hat bereits ihre Tore geschlossen und ist so gut wie leer. | © Marc Köppelmann

Paderborn Abzug in Paderborn: Die Briten sind schon aus der ersten Kaserne ausgezogen

Die Alanbrooke Kaserne steht bereits leer. 700 Soldaten sind mit ihren Familien wieder auf der Insel. Ein kleiner Arbeitstrupp bereitet die Übergabe am 12. September vor

Paderborn. Sie gehörten irgendwie zum Stadtbild: die etwas grimmig drein schauenden britischen Soldaten mit dem Maschingewehr, die die Tore der Alanbrooke Kaserne bewachten. Doch jetzt bestimmt ein neues Bild die Szenerie an der Elsener Straße. Die grünen Metalltore sind geschlossen und keine Soldaten mehr in Sicht. Das fünfte Bataillon The Rifles hat die Alanbrooke Kaserne verlassen und befindet sich wieder auf der britischen Insel. Damit hat in Paderborn endgültig der Brexit begonnen. 700 Soldaten zurück in England "Die Kaserne ist so gut wie leer", bestätigte der Pressesprecher der britischen Streitkräfte, Mike Whitehurst, auf Anfrage der Neuen Westfälischen. Rund 700 Soldaten seien mit ihren Familien nach England zurückgekehrt. Der Umzug sei wie geplant in den Sommerferien vonstatten gegangen, damit die Kinder rechtzeitig zum Beginn des neuen Schuljahres in ihrem neuen Zuhause seien. In der Kaserne sei nur noch "ein kleiner Rest" von Soldaten verblieben, so Whitehurst. Diese bereiten demnach die Übergabe des Geländes an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) vor, die für den 12. September geplant ist. "Eigentlich ist aber nicht viel zu tun", sagte der Sprecher der Streitkräfte. Die Anlage müsse "besenrein" an den Eigentümer übergeben werden. Briten hinterlassen keine Altlasten Die Soldaten würden noch einmal überprüfen, ob alles in einem guten Zustand ist und falls nötig Schäden ausbessern. Außerdem würden die Räume gelüftet, Wasseruhren und Stromzähler abgelesen und ähnliches. Auch die Benzintanks für die Fahrzeuge würden geleert und das Areal entsprechend abgedichtet. "Das unterliegt alles den gesetzlichen Normen", sagte Whitehurst. Altlasten würden die Briten nicht hinterlassen. Bei den Verantwortlichen ging stattdessen wohl eher die Sorge um, dass zu wenig hinterlassen wird: Am linken Eingangstor der Alanbrooke Kaserne weist ein englischsprachiges Schild darauf hin, dass kein "Eigentum des Verteidigungsministeriums" unautorisiert entfernt werden dürfe. Demnach hat es eine Reihe von Diebstählen gegeben, als Beispiele werden Altmetall und Möbel genannt. Mike Whitehurst vermutet allerdings, dass das Schild mittlerweile "überflüssig" sei und noch vom Umzug herrühre: "Das war vermutlich eher präventiv." 2019 soll Abzug abgeschlossen sein Ob die abgezogenen Soldaten der Rifles auch Wohnungen in Paderborn hinterlassen, vermochte der Pressesprecher nicht zu bestätigen. Schließlich könnten die frei gewordenen Wohnungen auch von anderen Mitgliedern genutzt werden. "Das wird noch überprüft", so Whitehurst, der aber ankündigte: "Wir werden alles Überflüssige abgeben, wenn es möglich ist." Das wird wohl spätestens Ende 2019 sein. Bis dahin, so lautet der politische Marschbefehl, sollen die letzten britischen Soldaten Deutschland verlassen haben. Whitehurst geht davon aus, "dass wir den Abzugsplan einhalten können." Allerdings stehe noch nicht fest, welche Kaserne als nächstes und welche als letzte geschlossen werde. Spätestens dann jedoch sei nochmals eine "feierliche Verabschiedung" denkbar.

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