Beruf: Der Paderborner Schornsteinfeger Olaf Meiners hat die Tour bereits zum neunten Mal mitgemacht. - © Corina Trummer
Beruf: Der Paderborner Schornsteinfeger Olaf Meiners hat die Tour bereits zum neunten Mal mitgemacht. | © Corina Trummer

Paderborn Schornsteinfeger mit Herz für krebskranke Kinder

Olaf Meiners radelt quer durch Deutschland

Corina Trummer
19.07.2016 | Stand 19.07.2016, 11:11 Uhr

Paderborn. Olaf Meiners lacht. Schlank, sportlich und die Haare zum Zopf gebunden steht der junge Mann aus Paderborn am Straßenrand nahe Koblenz und pumpt Luft in einen platten Fahrradreifen. Der Regen tropft vom seinem Fahrradhelm herunter. Normalerweise arbeitet Olaf Meiners als Schornsteinfeger und das schon seit knapp 30 Jahren. Doch vor einigen Tagen wechselte er seine Arbeitskleidung gegen Rennrad und Trikot. Meiners war dann mal weg für 10 Tage. Seit nunmehr neun Jahren fährt der beherzte Schornsteinfeger bei der Glückstour seiner Zunft mit. Die Glückstour der Schornsteinfeger unterstützt krebskranke Kinder in ganz Deutschland. Meiners rennt über die Straße in den nahegelegenen Fahrradladen und bringt die Luftpumpe zurück. "Zack, zack, zack, ruft er über die Straße", dann fährt der Tross der Glücksbringer nach der Reifenpanne weiter. Jedes Jahr seit 2006 treffen sich Schornsteinfeger aus ganz Deutschland, um gemeinsam in sieben Tagen zum Bundesverbandstag der Schornsteinfeger zu fahren und Spenden zu sammeln. In diesem Jahr fand dieser Ende Juni in Köln statt. Knapp 1.000 Kilometer, von Neckarsulm bis Köln, treten 40 sportbegeisterte Schornsteinfeger dann in die Pedale, trotzen Wind und Wetter, Hitze und Regen oder manövrieren auch mal das Rennrad durch Schlamm und Schotter. Alles für eine gute Sache. "Ich bin glücklicherweise gesund und möchte dieses Glück gern weitergeben", so Meiners. Er selbst habe keine Kinder, doch liegen sie ihm sehr am Herzen. "Wir hören auf der Tour immer wieder von so vielen Schicksalen, die mich sehr berühren. Da muss man einfach helfen!" In schwarz gekleidet und immer einen Witz parat, so macht sich der 45-jährige normalerweise täglich an die Arbeit. Doch die Glückstour trägt er immer in seinem Herzen und erzählt fast jeden Tag mit Freunden oder Kunden darüber. "Ich habe das Glück, bei sehr vielen tollen Leuten hier zu arbeiten. Und es passiert mir sehr oft, dass diese mir dann Geld für die krebskranken Kinder zustecken oder Spenden überweisen. Denen gilt mein großer Dank." Der leidenschaftliche Radsportler hat übers Jahr gut 5.000 Kilometer auf dem Tacho. Doch seine Liebe gilt den Bergen. Da kann er sich beweisen, da kann er seine Kräfte messen und seine Grenzen finden. So hält er sich fit und gesund und so kommen auf dem Tacho schnell über 40.000 Höhenmeter dazu. Im nächsten Jahr fährt Meiners seine zehnte Tour. Ohne die Organisatoren Ralf Helbrok, Werner Klein und Hans Schreiber wäre dies alles nicht möglich und denen gilt ein großes Dankeschön. "Wir von der Glückstour sind wie eine große Familie und haben alle das Ziel, ganz vielen krebskranken Kindern zu helfen," erzählt Meiners und seine Augen leuchten dabei. "Das macht diese Tour so besonders und so wertvoll für mich." Weitere Infos unter www.Glueckstour.de sowie im Facebook unter Schornsteinfeger helfen krebskranken Kindern.

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