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Blick in die Zukunft: Pfarrer Benedikt Fischer zeigt das Informationsblatt, das die Kirchengemeinde auf die bevorstehenden Bauarbeiten hinweist. Darauf ist bereits zu erkennen, wie der neu gestaltete Altarraum aussehen soll. Noch hängen an den Wänden die Figuren der vier Evangelisten. An ihre Stelle sollen die steinernen Relieftafeln rücken. Im Hintergrund ist außerdem gut zu sehen, wie stark verrußt die Wände der Gaukirche sind. - © Marc Köppelmann
Blick in die Zukunft: Pfarrer Benedikt Fischer zeigt das Informationsblatt, das die Kirchengemeinde auf die bevorstehenden Bauarbeiten hinweist. Darauf ist bereits zu erkennen, wie der neu gestaltete Altarraum aussehen soll. Noch hängen an den Wänden die Figuren der vier Evangelisten. An ihre Stelle sollen die steinernen Relieftafeln rücken. Im Hintergrund ist außerdem gut zu sehen, wie stark verrußt die Wände der Gaukirche sind. | © Marc Köppelmann

Paderborn Paderborns Gaukirche schließt für sechs Monate

Weil die Decken völlig verrußt sind, wird das Gotteshaus ab 1. August renoviert / Bauliche Veränderungen im Innenraum geplant / Kosten liegen bei 870.000 Euro

08.07.2016 | Stand 07.07.2016, 18:16 Uhr

Paderborn. Warum die Gaukirche renoviert werden muss? „Zur Begründung muss man nur nach oben schauen", sagt Pfarrer Benedikt Fischer und deutet in die Höhe. Tatsächlich: von der einstmals weißen Farbe ist nicht viel geblieben, Kerzenruß hat die Wände und die Decke stark geschwärzt. Für sechs Monate muss die Gaukirche geschlossen werden, denn die Renovierung sei eine „Mammutaufgabe", so Fischer. Ab dem 1. August bleiben die Türen zu. Wenn sie im Februar wieder öffnen, wird sich in der Kirche aber noch viel mehr verändert haben.Das beginnt schon beim Eingang. Bislang war die Kirche nicht behindertengerecht: Fünf Treppenstufen zählt der Haupteingang, immerhin eine Stufe gibt es beim seitlichen Nordeingang zu überwinden. „Die Stufe wird abgeschrägt", berichtet die zuständige Architektin Martina Tebel. Außerdem sollen die Passanten durch eine neue Beleuchtung auf den Nordeingang aufmerksam gemacht werden.Wer von dort die Kirche betritt, wird sich ab Februar 2017 ebenfalls ziemlich umgewöhnen müssen. Statt direkt in den Innenraum treten zu können, wird der Zutritt von zwei Gitterwänden beschränkt. „Das ist natürlich schon ein optischer Eingriff", weiß Pfarrer Fischer. Aber durch die Gitter soll der Zugang zur Kreuzkapelle auch außerhalb der Regel-Öffnungszeiten von 8.30 bis 19 Uhr ermöglicht werden, was durchaus schon häufiger nachgefragt wurde.Dezent gestaltete Glaswände In der Kreuzkapelle besteht das Angebot zur Ewigen Anbetung. „Wir wollen ihren Stellenwert als Kapelle stärker betonen", verweist Pfarrer Fischer auf die nächste Maßnahme: Zwei dezent gestaltete Glaswände sollen die bislang offene Kapelle einrahmen. „Dann kann man dort auch Gottesdienste mit kleineren Gruppen feiern und die Beter sind mehr für sich", freut sich Fischer.Vom Nordeingang geht der Blick nun geradeaus zum Taufbereich. Und auch dort wird sich dem Kirchenbesucher ein neues Bild bieten: Bislang schaute man auf die Statue des Kirchenpatrons Ulrich. Der tauscht nun seinen Platz mit dem hölzernen Flügelaltar an der Nebenwand. „Der war bislang nicht mal vom Haupteingang aus zu sehen", begründet Pfarrer Fischer den Tausch.Auch der Chorraum wird ziemlich umgestaltet. So werden die mittlerweile überflüssigen Kommunionbänke entfernt, so dass keine Schranke mehr zwischen Altar und Gemeinde besteht. Außerdem wird der Ambo, also das Lesepult, vor die Treppenstufen auf ein steinernes Podest gestellt. An die Wände hinter dem Altar kommen die beiden steinernen Relieftafeln, die derzeit außen an der Sakristei zu sehen sind. Die kleinen Figuren der vier Evangelisten finden einen neuen Platz an den Säulen vorne im Chorraum.Spezialisten für die Reinigung Für die Malerarbeiten wird die Kirche zunächst völlig leer geräumt. Sobald der Innenraum komplett eingerüstet ist, gehen Spezialisten an die Trockenreinigung der Oberflächen sowie der zahlreichen Statuen. Dafür nutzen sie spezielle Schwämme. Anschließend wird die Farbe neu aufgetragen. Außerdem werden die Elektrik und Beleuchtung erneuert, zusätzliche Heizschächte eingebaut und eine Absauganlage für die Opferkerzen installiert, um künftige Rußbildung zu vermeiden.Von den 870.000 Euro muss die Pfarrei 225.000 Euro selbst tragen, der Rest kommt zu gleichen Teilen aus Kirchensteuer- und Landesmitteln.

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