Enthüllt: Klaus Hohmann (l.) und Dieter Honervogt präsentieren das neue Straßenschild am Weierstraßweg. - © Foto: Philipp Weitzel
Enthüllt: Klaus Hohmann (l.) und Dieter Honervogt präsentieren das neue Straßenschild am Weierstraßweg. | © Foto: Philipp Weitzel

Paderborn Erinnerung an zwei berühmte Paderborner

Straßenschilder an Dr.-Rörig-Damm und Weierstraßweg angebracht

Philipp Weitzel
27.06.2016 | Stand 27.06.2016, 18:04 Uhr

Paderborn. In großer Runde sind Zusatzschilder für den Dr.-Rörig-Damm und den Weierstraßweg enthüllt worden. Sie sollen laut Klaus Hohmann, Vorsitzender des Heimatvereins, „die Identifikation der Anwohner mit ihrer Straße fördern“. Bedarf hierfür sieht er vor allem bei personenbezogenen Straßennamen. In Zukunft solle bei jeder Neubenennung einer Straße das zusätzliche Schild mit eingeplant werden. Dass sich die Bürger für Hintergründe und Geschichte von Straßen und Plätzen interessieren, das habe er schon oft mitbekommen, sagt der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Paderborn, Dieter Honervogt. Der Dr.-Rörig-Damm hat in den vergangenen Jahrhunderten viele Namen gehabt, erst seit 1947 trägt die Straße den Namen des an Heiligabend 1852 in Leiberg geborenen Dr. Anton Rörig, der als erster Paderborner Homöopath bekannt ist. Nicht nur auf diesem Gebiet war er ein Pionier, sondern er war einer der ersten deutschen Ärzte, der ein Röntgengerät eingesetzt hat, noch bevor die Gefahren von Röntgenstrahlen bekannt waren. Vor allem durch seine Kuren wurde der Paderborner „Pülverken-Tüns“ bekannt. Er wurde sogar einmal zum Zarenhof nach St. Petersburg in Russland gerufen. Die Röntgenstrahlen führten bei ihm zu einer Verbrennung am Oberarm, an der er letztlich 1915 starb. An der Hamburger Universität wird er auf einer Ehrentafel als einer der Röntgenpioniere aufgezählt. Namensgeber für den Weierstraßweg ist der Mathematiker Karl Weierstraß, 1915 im Münsterland geboren, der aufgrund der logischen Fundierung der Analysis und der Entwicklung der Funktionentheorie auf der Grundlage der Potenzreihenentwicklung bekannt wurde. Schon in jungen Jahren interessierte er sich für Mathematik, studierte jedoch zuerst nach dem Abitur am Theodorianum Jura und Finanzwesen in Bonn, allerdings ohne Abschluss. In Münster nahm er schließlich das Studium der Mathematik und Physik auf und arbeitete später als Gymnasiallehrer. Zudem ließ er sich in Berlin zum Turnlehrer ausbilden. Am dortigen Gewerbeinstitut angestellt und zugleich als Professor an der Universität wurde er durch seine Vorlesungen berühmt. Um ihn herum bildete sich ein Kreis renommierter deutscher und ausländischer Mathematiker. Seinen Namen findet man auch auf der Ehrentafel des Gymnasiums Theodorianum. „Zwei Straßen, die über Paderborn und Westfalen hinaus berühmte Paderborner Bürger benennen“, so Klaus Hohmann. Als nächstes erhält der Alois-Fuchs-Weg ein erklärendes Zusatzschild.

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