In ihrem Büro: Christian Löer (v. l.), Jens Janiuk, Marcel Sander und Frank Tripp können sich der Weiterentwicklung ihrer App mit voller Kraft widmen. Auf dem Foto fehlt Mit-Gründer Matthias Feldotto. - © Hans-Hermann Igges
In ihrem Büro: Christian Löer (v. l.), Jens Janiuk, Marcel Sander und Frank Tripp können sich der Weiterentwicklung ihrer App mit voller Kraft widmen. Auf dem Foto fehlt Mit-Gründer Matthias Feldotto. | © Hans-Hermann Igges

Paderborn Paderborner Jungunternehmer entwickeln Freizeit-App

Gründerszene Paderborn: Mit einem Stipendium können sich fünf junge Entwickler ganz auf die Selbstständigkeit konzentrieren

Hans-Hermann Igges

Paderborn. Matthias Feldotto, Jens Janiuk, Christian Löer, Marcel Sander und Frank Tripp können sich glücklich schätzen: Sie sind die ersten. Die jungen Entwickler zählen damit auch offiziell zu den Hoffnungsträgern von TecUp, dem Technologietransfer- und Existenzgründungscenter der Universität Paderborn.

Das Gründerzentrum war gerade ein Jahr alt, da wuchs in den Köpfen der Informatiker ihre Idee heran - eine Smartphone-App, genannt ActiDoo, mit der Nutzer ihre Freizeit planen und mit Freunden und Bekannten komfortabler als auf herkömmlichen Internet-Plattformen koordinieren können.

TecUp bot ihnen die Möglichkeit, Studium und Entwicklertätigkeit unter einen Hut zu bringen. Geschäftsführer Rüdiger Kabst nahm die Fünf selbst als Gründungscoach unter seine Fittiche. Und als erstes Gründungsteam von TecUp überhaupt bekommen drei der fünf seit Mitte letzten Jahres ein Stipendium aus dem Förderprogramm "Exist" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie - genug, um die volle Arbeitskraft der Geschäftsidee zu widmen.

Freizeitpartner und Events werden vorgeschlagen

"Wir haben die App seit der ersten Version vom Mai 2015 kräftig weiter entwickelt", berichtet ActiDoo-Geschäftsführer Jens Janiuk. Die Bedienung ist nun intuitiver. Das dahinter stehende Nutzungskonzept sei schlanker geworden, sagt Janiuk. Dazu habe man viele Details nochmals durchdacht.

Neu ist: Nun bekommen Nutzer der App nicht nur mögliche Freizeitpartner in ihrer Umgebung vorgeschlagen, sondern auch passende Ereignisse. Die Grundlage dafür liefern Events aus dem Online-Netzwerk Facebook. Wer sich bei ActiDoo einloggt, kann außerdem seine Facebook-Freunde automatisch über die Ereignisse informieren und dazu einladen, auf die er bei ActiDoo aufmerksam wird.

Co-Gründer Christian Löer: "Wir versuchen außerdem, an mehr und bessere Inhalte zu kommen." Geplant sei zum Beispiel eine Zusammenarbeit mit einem bundesweiten Ticketbüro. Über den Ticketverkauf sollen wiederum Einnahmen erzeugt werden. Eine andere Einnahmequelle ist Werbung. Marcel Sander: "Wir sind uns aber bewusst, dass die nicht nerven darf."

10.000 Nutzer aus OWL

Die Algorithmen im Hintergrund sorgen in einem dynamischen System dafür, dass die Nutzer geordnet nach räumlicher Nähe und persönlichem Interesse Vorschläge geordnet serviert bekommen. Je näher und je vermutlich interessanter desto weiter vorne landen die Vorschläge in der wie ein Stapel Karten aufgebauten Vorschlagsliste.

Den Stapel können Nutzer dann beim Durchsehen sortieren in "Kommt nicht in Frage" und "Kommt in Frage". Das wiederum soll für um so personalisiertere Vorschläge beim nächsten Mal sorgen. Jens Janiuk: "10.000 Nutzer haben sich bei uns inzwischen bereits registriert. Die meisten sind aus OWL mit einem Schwerpunkt in Paderborn."

Im Oktober letzten Jahres gründeten die Fünf eine GmbH. Für ihre Arbeit stellt ihnen das Gründerzentrum TecUp ein festes Büro zur Verfügung - und das Netzwerk der Gründerszene im Technologiepark. Der Austausch untereinander hilft durchaus: "Besonders klasse war zum Beispiel die sogenannte Fuck-Up-Night, wo Start-ups ihre größten Fehler vorgestellt haben", berichtet Frank Tripp. Das sei lehrreicher gewesen als so manche Erfolgsgeschichte.

Ob die Fünf irgendwann den (auch kommerziellen) Durchbruch ihrer Geschäftsidee feiern können, steht unterdessen noch in den Sternen. "Da kommt es sehr darauf an, das Lifestyle-Gefühl sehr vieler Menschen zu treffen", sagt Frank Tripp. Und das könne sich auch schnell wieder ändern.

Besondere Sorgen machen sich die drei Stipendiaten Janiuk, Löer und Sander jedoch nicht für die Zeit, wenn im Juni die monatliche Zuwendung wieder wegfällt. Denn: Parallel zur Arbeit an Actidoo ist man dabei, sein Wissen als App-Entwickler als gesonderte Dienstleistung zu vermarkten. "Appnadoo" heißt das neue, viel versprechende Projekt unter dem Dach der ActiDoo GmbH.

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