Paderborn Windrad-Kanzel stürzte durch Materialermüdung zu Boden

Externes Gutachten weist auf einen Ermüdungsriss am Turmkopf hin

Paderborn. Die Ursache für die Havarie eines Windrades Ende Januar bei Neuenbeken war offenbar Materialermüdung. Darauf weist jedenfalls das externe Gutachten eines Ingenieursbüros hin, das vom Betreiber der Anlage, der Buker Windkraft GmbH & Co. KG, sowie dem Hersteller Enercon in Auftrag gegeben wurde. Danach habe es sich, wie jetzt bekannt gegeben wurde, um einen Ermüdungsriss am Turmkopf der E-66-Windkraftanlage gehandelt. Ursächlich hierfür sei die besondere Bauweise des nur für die Prototypen-Vorserie verwendeten Flansches gewesen. Demnach sei der Turm der 19 Jahre alten Anlage am 26. Januar vermutlich zu mehr als 50 Prozent durchgerissen gewesen. In Folge dessen kippte die Gondel dann bei starkem Wind nach vorne und stürzte schließlich zu Boden. In der Nähe dieser Position sei bereits vier Monate vorher ein Riss im Turm der Prototypen-Anlage erkannt und von der Firma Enercon fachgerecht geschweißt worden sein. Es habe sich laut Gutachten des Ingenieurbüros Tönnissen gezeigt, „das die WEA im Rahmen der Wartung gut inspiziert wurde, da dieser erste Riss erkannt wurde." Vom betroffenen Modell noch sechs weitere Windkraftanlagen in Betrieb Der Bereich des reparierten Risses sei auch nach der Havarie vollständig intakt gewesen und habe keinerlei Beschädigungen gezeigt. Insofern sei die Reparatur erfolgreich ausgeführt worden. Laut den Gutachtern werde dennoch ein Zusammenhang zwischen den beiden Rissen angenommen, der auf die spezifische Prototypenkonstruktion zurückzuführen sei. Enercon weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Serientypen der E-66-Baureihe aufgrund wesentlicher konstruktionstechnischer Änderungen in diesem Bereich nicht betroffen seien. Das Gutachterbüro Tönnissen halte das Risiko eines Ausfalls durch Ermüdung an dieser Stelle deshalb für „sehr gering". Von der betroffenen Version sind nach Enercon-Angaben noch sechs Windkraftanlagen in Betrieb, keine davon im Kreis Paderborn. Das Gutachterbüro Tönnissen empfehle, an diesen Anlagen umgehend automatische Risserkennungssysteme zu installieren. Enercon habe bereits mit der Nachrüstung der Systeme begonnen. Die Planungen für ein Repowering des von der Havarie betroffenen Standortes bei Paderborn-Neuenbeken seien bei der Buker Windkraft schon weit fortgeschritten. Die Fertigstellung der Ersatzanlage solle noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

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