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Das steht bevor: Bilder wie vor vier Wochen in Salzkotten soll es laut AfD am 15. Januar auch im Riemekeviertel geben. - © Köppelmann
Das steht bevor: Bilder wie vor vier Wochen in Salzkotten soll es laut AfD am 15. Januar auch im Riemekeviertel geben. | © Köppelmann

Paderborn Neuer Hauptredner für AfD-Demo gefunden

Ex-"Republikaner" Peter Münch spricht / Marschroute vom Westerntor durchs Riemekeviertel zum Hauptbahnhof

Birger Berbüsse
06.01.2016 | Stand 08.01.2016, 14:14 Uhr

Paderborn. Auf den ganz großen Effekt muss die AfD bei ihrer Demonstration am 15. Januar verzichten: Der als Hauptredner angekündigte Alexander Gauland sagte "wegen eines anderen, unaufschiebbaren Termins" seinen Auftritt in Paderborn ab, wie der Kreisverband am späten Montagabend auf Facebook mitteilte. Seine Teilnahme hatten Paderborner Politiker gestern in der NW besonders kritisiert. Gauland wird nun durch den Sprecher des hessischen AfD-Landesverbandes, Peter Münch, ersetzt. Auch die geplante Route gab die rechtspopulistische Partei jetzt bekannt: Die Kundgebung unter dem Motto "Merkel die rote Karte zeigen" soll um 18.30 Uhr am Westerntor/Westernstraße beginnen. Der Umzug soll durch die Friedrich-, Imad-, Ferdinand- und Bahnhofstraße führen. Die im Vorfeld nötigen Abstimmungsgespräche mit der Kreispolizeibehörde finden in dieser Woche statt. Gleiches gilt auch für die ebenfalls angekündigte Gegendemonstration. Die Paderborner Polizei geht davon aus, dass die Veranstaltung in etwa die Größenordnung der Kundgebung in Salzkotten Anfang Dezember erreichen werde. "Es ist auch nicht auszuschließen, dass sie größer wird", so ein Sprecher. Neben Peter Münch hat die AfD folgende Redner angekündigt: Uwe Witt (Bundesvorsitzender der Alternativen Arbeitnehmer), Günter Koch (AfD-Kreisvorsitzender Paderborn), Christian Blex (Fraktionsvorsitzender in Kreistag Warendorf) und Bernd Venjakob (Mitglied der LWL-Landschaftsversammlung). Ebenfalls "herzlich eingeladen" hat die AfD Paderborns Bürgermeister Michael Dreier. Deutlicher als seine Überlastungsanzeige hinsichtlich der Unterbringung von Flüchtlingen vom 9. Dezember könne ein "Offenbarungseid nicht ausfallen", begründet Günter Koch dies in der Pressemitteilung. Darin kritisiert er auch die Wortwahl des ehemaligen Kreisvorsitzenden der AfD, Andreas Kemper: Das Aufzeigen von ganz offensichtlichen Problemen bei der Zuwanderung seien weder "politische Hetze" noch "Demagogie", sondern schlichte Tatsachenbeschreibungen, so Koch, der weiter austeilte: Dass die Landtagsabgeordnete Sigrid Beer (Grüne) den Begriff der "braunen Rattenfänger" eingeführt habe, sei ein "weiteres Beispiel politischer Niveaulosigkeit und Unkultur". "Nach Bezeichnungen wie "Pack" (Sigmar Gabriel) und "Dumpfbacken" (Wolfgang Schäuble) habe Sigrid Beer damit nunmehr einen weiteren Höhepunkt an Niveaulosigkeit gesetzt. "Der Wähler mag entscheiden, wer hier der Hetzer und Demagoge ist", so Koch. Der neue Hauptredner der Demonstration, Peter Münch, war in den frühen 90er Jahren Mitglied der rechtsextremen Partei "Die Republikaner".

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