Bildunterschrift: 
Tour de Literatur: Sybil Gräfin Schönfeldt mit ausgewählten Buch-Highlights des Herbstes.
Text & Foto: Ellen Krause - © Ellen Krause
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Tour de Literatur: Sybil Gräfin Schönfeldt mit ausgewählten Buch-Highlights des Herbstes.
Text & Foto: Ellen Krause | © Ellen Krause

Paderborn Sybil Gräfin Schönfeldt gibt in Paderborn Büchertipps

Eine Auswahl der spannendsten Neuerscheinungen zum Lesen und Verschenken

Paderborn. Die Liste der neuen Bücher im Herbst ist immer lang. Was lohnt sich zu lesen? Was eignet sich als Geschenk? Empfehlungen dazu gibt seit Jahren die österreichisch-deutsche Schriftstellerin und Journalistin Sybil Gräfin Schönfeldt. Im Gymnasium St. Michael stellte sie auf Einladung der Buchhandlung Linnemann vor 200 Zuhörern erneut ihre Favoriten vor.

Thema Flüchtlinge

Mehrere Bücher setzen sich auf unterschiedlichste Weise mit dem Thema „Flüchtlinge“ auseinander, darunter der Roman „Gehen, ging, gegangen“ von Jenny Erpenbeck. Wie erträgt man das Vergehen der Zeit, wenn man zur Untätigkeit gezwungen ist? Wie geht man um mit dem Verlust derer, die man geliebt hat? Der emeritierte Professor Richard sucht nach Antworten bei jungen Flüchtlingen aus Afrika, die in Berlin gestrandet sind.

Klassiker

Eine große Sensation auf dem Buchmarkt in diesem Jahr war die neue Veröffentlichung von Harper Lee, Autorin des Weltbestsellers „Wer die Nachtigall stört“ von 1960. Ein packender Roman über Unrecht und Gerechtigkeit, über Rassismus und Fremdheit und ein flammendes Plädoyer für die Gleichheit aller Menschen. Unter dem Titel „Gehe hin, stelle einen Wächter“ erschien nun, 55 Jahre später, das ursprüngliche Manuskript. In diesem ist die Protagonistin Scout bereits erwachsen und muss lernen, dass ihr Vater, der aufrechte Anwalt aus Maycomb, kein Übermensch ist.

Amüsanter Liebesroman

In „Die Hochzeit der Chani Kaufmann“ von Eve Harris soll eine 19-Jährige heiraten und entscheidet sich gegen den Willen der Eltern für einen angehenden Rabbiner, den sie kaum kennt. Dessen Mutter versucht Austen-reif die Hochzeit zu verhindern. Amüsant und nachdenklich.

Für Fantasy- und England-Fans

„Der begrabene Riese“ von Kazuo Ishiguro, der auch „Was vom Tage übrig blieb“ geschrieben hat. Der „Super-Engländer“ geht weit zurück in die britische Geschichte bis hin zur Sage von König Artus und den Rittern der Tafelrunde. Ein Paar wird aus seinem Dorf vertrieben und macht sich auf die Suche nach seinem Sohn. Eine Abenteuerreise voller Gefahren und überraschender Begegnungen beginnt.

Für Spionage-Roman-Fans

„Der Finsternis entgegen: Die wahre Geschichte der Vera Atkins und ihrer mutigen Agentinnen“ schildert das kaum bekannte Schicksal von 39 Frauen, die im Zweiten Weltkrieg als Spioninnen ausgebildet und nach Hitler-Deutschland geschickt wurden. 13 von ihnen kehrten nie mehr zurück. Anhand der Geheimdienstakten haben Arne Molfenter und Rüdiger Stempel ihr Schicksal rekonstruiert.

Nicht nur für Lindgren-Liebhaber

Astrid Lindgrens Kriegstagebücher von 1938 bis 1945 mit dem Titel „Die Menschheit hat den Verstand verloren“. In diesem persönlichen Zeitdokument stellt die Autorin wichtige Fragen, die gerade wieder von erschreckender Aktualität sind: Was ist gut und was ist böse? Was tun, wenn Fremdenfeindlichkeit und Rassismus um sich greifen? Leser erfahren nebenbei aber auch etwas über das Familienleben Schwedens berühmtester Autorin und die Entstehung von „Pippi Langstrumpf“.

Für alle, die schlecht in Mathe sind

In „Allein gegen die Schwerkraft“ erzählt Thomas de Padova Einsteins Leben von 1914 bis 1918: Einsteins Ehe scheitert, Deutschland zieht begeistert in den Krieg und sein Freund Fritz Haber führt an beiden Fronten einen grausamen Gaskrieg. So wird Einstein in seinen frühen Berliner Jahren zum leidenschaftlichen Pazifisten. Die Gräfin: „Ich bin schlecht in Mathe gewesen und habe bei der Lektüre mit Entzücken festgestellt: Einstein auch! Aber wenn man das Buch liest, versteht man alles.“

Für unterwegs

Reisenden empfiehlt die Gräfin die neu aufgelegten Krimis von Agatha Christie aus dem Verlag Hoffmann und Campe. Hier gibt es spannende Geschichten und Figuren, ganz ohne Action und Ballerei. Außerdem haben die Bücher nur 200 Seiten und passen bequem in Seitenfächer und sogar Manteltaschen.

´ Bei Linnemann gibt es die komplette Empfehlungsliste.

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