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Paderborn Rarität auf dem Segelflugplatz

Beim Tag des offenen Denkmals ist auch ein Doppelraab dabei

09.09.2015 | Stand 08.09.2015, 21:13 Uhr
Giersmauer 27: Das Wohngebäude kann am Tag des offenen Denkmals unter der Leitung von Heinrich Benteler besichtigt werden. - © Stadt Paderborn, Philipp Weitzel
Giersmauer 27: Das Wohngebäude kann am Tag des offenen Denkmals unter der Leitung von Heinrich Benteler besichtigt werden. | © Stadt Paderborn, Philipp Weitzel

Paderborn. Zum 20. Mal findet der Tag des offenen Denkmals statt. Am Sonntag, 13. September, öffnen deutschlandweit tausende von denkmalgeschützten Gebäuden ihre Pforten für die interessierten Besucher. Auch in Paderborn ist viel zu bestaunen.

Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den "European Heritage Days". Zu dem Thema "Handwerk, Technik, Industrie" nimmt die Stadt Paderborn unter anderem mit der Glashütte Uhden in Neuenbeken, dem Segelschulflugzeug Doppelraab V und dem Gebäude an der Giersmauer 27 teil.

Information

Weitere Führungen

Wie war das damals im Mittelalter mit ‚Handwerk und Technik‘? Wie unterschied sich die Arbeit von damals zu heute? Von 15 bis 18 Uhr können Besucher der Kaiserpfalz dem Steinmetz Michael Diwo bei der Arbeit über die Schulter schauen und erfahren wie Handwerker im Mittelalter gearbeitet haben. Um 15 Uhr gibt es eine kostenlose öffentliche Führung für Erwachsene durch das Museum zu der Pfalz Karls des Großen.

Um historische Glasmalereien geht es bei der Glasmalerei Peters: Führungen finden um 11, 12.30 und 14 Uhr statt. Referent ist Jan Peters (Treffpunkt: Am Hilligenbusch 25)
Willi Ernst informiert über die Wehranlage und das Mühlrad „Stümpelsche Mühle“. Führungen finden statt um 11, 12, 14 und 15 Uhr. Treffpunkt: Spitalmauer 27.

Die im Jahre 1829 erbaute und 1989 fertig restaurierte Glashütte Uhden präsentiert sich dem Besucher als ein einzigartiges Bauwerk. Der Glas-Turm, ein zehneckiges Gebäude mit einer maximalen Deckenhöhe von etwa zwanzig Metern, fällt dem Betrachter sofort ins Auge. Wo früher Glas hergestellt wurde, finden nun Hochzeitsfeiern, Geburtstage und andere Feiern statt.

Glashütte Uhden: Theo Schäfers führt Besucher durch die Glashütte und bringt die Geschichte der Glasmacherei an diesem Ort näher. - © Stadt Paderborn, Philipp Weitzel
Glashütte Uhden: Theo Schäfers führt Besucher durch die Glashütte und bringt die Geschichte der Glasmacherei an diesem Ort näher. | © Stadt Paderborn, Philipp Weitzel

Die Glashütte Uhden ist die einzige ihrer Art im Kreis Paderborn. Zu Beginn der Glasmacherei wurde Kirchenglas hergestellt, später dann Gebrauchsglas. Im Keller der Hütte, etwa vier Meter unter der Erdoberfläche, befinden sich die Überreste des Glasofens. Diese lassen sich durch den Glasboden bestaunen. In der inneren Seitenwand des Glasturms ist der Kühlofen eingelassen, in dem das Glas auskühlen und erstarren konnte. Dieser Ofen wird heutzutage anlässlich von Glasmacherfesten wieder in Betrieb genommen. Nach der Stilllegung 1905 ging das Objekt in den Besitz eines Bauern über, der aus der Glashütte einen Stall für Bullen machte. Im Jahr 1985 erwarb der Heimatschutzverein Neuenbeken die Glashütte und konnte die als "Glashüttenzauber" bezeichnete Restauration am 30. September 1989 feierlich abschließen.

Weitere spannende Anekdoten warten bei den Führungen unter der Leitung von Theo Schäfers vom Heimatverein Neuenbeken. Diese finden um 11, 12.30 und 14 Uhr statt. Die Glashütte befindet sich in der Glashüttenstraße 4, Paderborn.

Für interessierte Bürger und Bürgerinnen bietet sich zudem die Möglichkeit in der Flugzeughalle des Segelflugplatzes Haxterberg, Husener Straße 250, ein einzigartiges Segelschulflugzeug zu besichtigen. Der Münchner Gewerbelehrer Fritz Raab (1909 - 1989) hat den Doppelraab um 1949 bzw. 1950 entwickelt. Das unter Denkmalschutz stehende Flugzeug stammt aus dem Jahr 1953. Der Doppelraab ist ein doppelsitziges Segelflugzeug, das aus vielen Gründen ein besonderes Stück Technikgeschichte darstellt. Es ist das erste Segelschulflugzeug nach 1945. Der Lehrersitz ist erhöht, sodass der Steuerknüppel des Schülers im Notfall auch vom Lehrer bedient werden kann. Diese neuentwickelte Sitzanordnung und die vereinfachte Konstruktionsweise stehen sinnbildlich für die materielle Not der Nachkriegszeit. Insgesamt sollen etwa 400 Doppelraab hergestellt worden sein, von denen laut Luftfahrtbundesamt nur noch fünf Stück in Deutschland flugbereit gemeldet sind. Der Doppelraab von Besitzer Franz Gockel ist eines dieser seltenen Stücke Technikgeschichte. Die Führungen werden von Franz Gockel persönlich nach Bedarf von 14 bis 17 Uhr durchgeführt.

Ein weiteres Denkmal in Paderborn öffnet am 13. September seine Türen. Das im vergangenen Jahr fertig restaurierte Gebäude an der Giersmauer 27, das als Wohnhaus genutzt wird, wird für die Öffentlichkeit zugängig. Ende des 18. Jahrhunderts wurde das zweigeschossige Fachwerkgiebelhaus erbaut und seitdem als Wohnhaus genutzt. Es vermittelt den Charakter von kleinbürgerlicher Bebauung. Zugleich ist es eines letzten Beispiele von Wohnhäusern über kleinparzelliertem Grundriss am Wall. In insgesamt sieben Bauphasen und die im vergangenen Jahr abgeschlossene Restaurierung erhielt das Gebäude an der Giersmauer 27 sein heutiges Erscheinungsbild. Weitere Informationen bekommen die Besucherinnen und Besucher sie bei den Führungen von Heinrich Benteler um 11, 12 und 14 Uhr.

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