Auftraggeber: Bernd Dunstheimer (l.) lässt am Haus am Ikenberg 1 die Goldschmiedetradition seiner Familie durch den Münsteraner Künstler Andreas Raub verewigen. - © Erzbistum Paderborn
Auftraggeber: Bernd Dunstheimer (l.) lässt am Haus am Ikenberg 1 die Goldschmiedetradition seiner Familie durch den Münsteraner Künstler Andreas Raub verewigen. | © Erzbistum Paderborn

Paderborn Wandgemälde erinnert an Familiengeschichte

Künstler aus Münster arbeitet im "Freiluft-Atelier" am Ikenberg 1: Auftraggeber Bernd Dunstheimer

Punktgenaue Handarbeit: Andreas Raub wird rund eine Woche an dem Wandgemälde arbeiten. - © Erzbistum Paderborn
Punktgenaue Handarbeit: Andreas Raub wird rund eine Woche an dem Wandgemälde arbeiten. | © Erzbistum Paderborn

Paderborn. Im Haus am Ikenberg 1, das heute von Bernd Dunstheimer bewohnt wird, steckt eine lange Tradition: Es diente bereits seit 1832 als Goldschmiedewerkstatt. Jetzt wird das Gebäude mit einem Wandgemälde versehen.

Carl Dunstheimer und auch Hans Dunstheimer, Großvater und Vater von Bernd Dunstheimer, haben hier ebenfalls insgesamt von 1909 bis 1976 als Goldschmiede immer wieder auch für die Kirche gearbeitet. Jetzt lässt Bernd Dunstheimer an der Wand des Hauses eine Hommage an seine eigene Familiengeschichte verewigen: Seit Anfang der Woche arbeitet der Künstler Andreas Raub aus Münster an einem Wandgemälde, aus dessen linker oberer Ecke schon jetzt Carl Dunstheimer gelassen auf seinen Arbeitstisch und die Passanten blickt.

Andreas Raub aus Münster ist seit 1995 selbständiger Maler und Grafiker. Als Grafiker arbeitet er vor allem im Bereich der "Ex libris"-Gestaltung, einer internationalen Szene, die sich im Jahr 2017 auch in Paderborn treffen wird.

Als Wandmaler war er auch schon in Norditalien tätig. Jetzt hat ihn der Auftrag von Bernd Dunstheimer nach Paderborn geführt, um hier mit seinem Bild an die Geschichte der Familie Dunstheimer zu erinnern.

Das 7,5 Quadratmeter große Wandgemälde zeigt Carl Dunstheimer in seiner Werkstatt, vor ihm der typische Arbeitstisch eines Goldschmieds auf dem bereits Monstranzen und ein verziertes Kreuz zu sehen sind. Ebenso warten bereits angedeutet, als Teil des Gemäldes Kelche, ein Samtkissen mit Eheringen und natürlich die Werkzeuge, mit denen diese Kostbarkeiten mit handwerklichem Geschick gemacht werden, auf Vollendung durch die Hände des Künstlers.

Ebensolche Goldschmiedestücke haben Carl und Hans Dunstheimer vielfach für die Kirche gefertigt. Viele Stücke kirchlichen Geräts von Hans Dunstheimer befinden sich in der Domschatzkammer in Paderborn, viele Arbeiten von Carl Dunstheimer wiederum in der Domschatzkammer in Köln. Bernd Dunstheimer hatte schon längere Zeit den Wunsch, die leere Fläche an der Hauswand zu füllen. Die konkrete Idee, dafür die Geschichte seiner Familie aufzugreifen, kam ihm schließlich 2014. Über seine Partnerin Lydia Willemsen, die Sammlerin von "Ex libris"-Schriften ist, kam er in Kontakt mit dem Künstler Andreas Raub, der nun das Gemälde umsetzt.

Seit Montag arbeitet Raub an dem Bild, pro Tag entsteht circa ein Quadratmeter Bildfläche. Das heißt, er wird noch bis circa Anfang nächster Woche in Paderborn am Werk sein. Diese Arbeit im Freien, die sich sehr von seiner sonstigen Tätigkeit im Ex-Libris-Bereich unterscheidet, bringt für ihn eine schöne Seite mit sich: "Viele Passanten kommen vorbei und fragen nach dem Hintergrund meiner Arbeit. So kommen sehr interessante und schöne Gespräche zustande. Und manchmal fragen Touristen mich sogar nach dem Weg, aber auch da kann ich hin und wieder helfen, weil ich Paderborn ein wenig kenne", freut sich Andreas Raub.

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