Hoffnungsvolle Informatiker: Frank Tripp (v. l.), Jens Janiuk, Marcel Sander und Christian Löer. Das Start-Up-Sextett wird komplettiert durch Matthias Feldotto und Tec-Up-Geschäftsführer Holger Kabst. - © Foto: Hans-Hermann Igges
Hoffnungsvolle Informatiker: Frank Tripp (v. l.), Jens Janiuk, Marcel Sander und Christian Löer. Das Start-Up-Sextett wird komplettiert durch Matthias Feldotto und Tec-Up-Geschäftsführer Holger Kabst. | © Foto: Hans-Hermann Igges

Paderborn Die Freizeitoptimierer

Studentisches Start-Up-Unternehmen will mit App-Entwicklung durchstarten

Hans-Hermann Igges

Paderborn. Nie wieder unfreiwillig Langeweile: Was aus einer Fußball-Leidenschaft auch noch werden kann, zeigen jetzt fünf junge Informatiker der Uni Paderborn. Sie wollen mit einer selbst programmierten Smartphone-App nichts weniger als die zuweilen mühsame Organisation des Freizeitlebens revolutionieren. Seit gut einer Woche ist ihr Geschöpf namens ActiDoo in einschlägigen App-Stores erhältlich. Die fünf Informatiker Marcel Sander (27), Jens Janick (26), Christian Löer (30), Frank Tripp (29) und Matthias Feldotto kennen sich schon seit dem ersten Semester. "Wir spielen auch Fußball zusammen", erzählt Marcel Sander. Aber irgendwie sei es immer schwer gewesen, genug Kicker für zwei Teams zusammen zu bekommen. Sander: "Also haben wir vor ungefähr zwei Jahren angefangen, uns Gedanken zu machen, wie man das Problem mit einer App lösen könnte." Die bisher üblichen Wege der Kommunikation wie etwa Gruppen in sozialen Netzwerken, sagt Christian Löer, hätten sich dafür nämlich als zu mühsam erwiesen - die fünf waren das ständige Checken und Tippen von Nachrichten auf ihren Smartphones irgendwie langsam leid. Also machten sie sich ans Werk: Diskutierten Anforderungen und Lösungsansätze, zermartertern sich die Hirne, entwickelten Algorithmen und schrieben ganze Bachelor-Arbeiten über das Problem der automatischen Freizeit-Optimierung. Am Ende steht nun die Version 1.0 von ActiDoo. Nutzer können dort gezielt ihre Interessen als Profil hinterlassen - und dann entweder selbst gezielt nach Gleichgesinnten suchen lassen. Oder sie können sich auch vom System passende Vorschläge machen lassen. Frank Tripp: "Das weiß nämlich auf Grund der Daten, die wir eingegeben haben, was man unternehmen könnte. Ist zum Beispiel das Wetter gut, schlägt es dem an Schwimmen interessierten Nutzer einen Besuch im Freibad vor. Der kann dann unter anderen Nutzern einen Aufruf starten, wer noch dazu Lust hat." Durch die Angabe freier Zeiträume können aber auch gezielt Gruppen von Nutzern ermittelt werden. Das können als Freunde definierte Nutzer sein oder auch nur in der Nähe lebende Fremde. Jens Janiuk: "So kommen Menschen, die in eine andere Stadt ziehen, schnell zu neuen Bekannten." Zur Zeit beschränkt sich der Aktionskeis der App noch auf Paderborn. "Geplant ist aber eine Ausweitung auf viele andere Städte", gibt sich Frank Tripp hoffnungsvoll. In Kürze will man eine eigene GmbH gründen und mit dem Geldverdienen beginnen. Tripp: "Die App soll für die Nutzer auf jedenfall kostenfrei bleiben. Wir wollen dadurch auf unsere Kosten kommen, dass Unternehmen sich beteiligen. Allerdings nicht mit den üblichen Anzeigen, sondern mit konkreten Angeboten zur Freizeitgestaltung." So könnten Bowlingbahnen konkret wenig nachgefragte Zeiten anbieten, Gaststätten Konzerttermine oder Kinos besondere Filme. Zwar gibt es die App bislang nur in den Stores von Apple und Google, doch soll auch eine Version für die Besitzer von Windows Phones folgen. "Version 1.01 wird wohl nicht lange auf sich warten lassen", sagt Frank Tripp mit Blick auf die ersten, grundsätzlich positiven Resonanzen. Dass irgendwer anderes in der weiten Welt des Internet den Paderbornern mit einer ähnlichen App noch schnell Ruhm und Rang abläuft, das glauben die ActiDoo?ler eher nicht: "Da steckt doch ein erheblicher Entwicklungsaufwand dahinter", sagt Frank Tripp. Und fügt an: "Das macht man nicht mal eben so."

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