Problembereich: In diesem Gebäude in Bahnhofsnähe war früher die Diskothek Pleasuredome - heute ist es verfallen.
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Paderborn-Sennelager Planungsausschuss beschließt Teilnahme an der "Zukunftsstadt"

Vorbereitung fürs Handlungskonzept

Paderborn-Sennelager. Der Abzug der britischen Streitkräfte macht die kommenden Jahre zu einer großen Herausforderung für die Paderborner Stadtplaner. Besonders viel Arbeit werden sie im Ortsteil Sennelager haben, wo ein Großteil von britischen Kasernen, Geschäften und Kneipen geprägt ist. Hinzu kommen die Wohnungen. Um eine "Vision Sennelager 2030" entwickeln zu können, beteiligt sich die Stadt Paderborn an einem Wettbewerb des Bundes. Einstimmig hat der Planungsausschuss des Stadtrats für die Teilnahme an dem Wettbewerb "Zukunftsstadt" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung votiert. In der ersten Projektphase werden 50 Kommunen ausgewählt, die gemeinsam mit Handelnden vor Ort "nachhaltige und ganzheitliche Visionen 2030+" entwickeln. Die Bewerbung dafür muss bis zum 27. März abgegeben werden, sagte Claudia Warnecke, Paderborns Technische Beigeordnete. Wird eine Kommune ausgewählt, so muss beim Bund bis Ende Mai ein formeller Förderantrag gestellt werden. Starten würde das neun Monate dauernde Projekt im kommenden Juni. Insgesamt ist ein Zuschass von bis zu 235.000 Euro möglich: Für die erste Phase erhalten die geförderten Kommunen maximal 35.000 Euro, für Phase zwei sind es dann bis zu 200.000 Euro. Die Erarbeitung der Wettbewerbsunterlagen sieht Warnecke als eine Vorstufe für das Integrierte Handlungskonzepts für Sennelager, das im nächsten Jahr auf den Weg gebracht werden soll. Hierbei könnten erste Themenfelder abgesteckt und Impulsprojekte angestoßen werden. Die ersten Förderanträge für konkrete Empfehlungen des Handlungskonzepts würden voraussichtlich ab August 2016 gestellt, sagte Warnecke. Dann könnten im Jahr 2017 die ersten Maßnahmen realisiert werden. Allein der Blick auf die Wohnungsstatistik verdeutlicht die Dimensionen. Von den insgesamt 2.800 Wohnungen in Sennelager sind rund 850 für die Briten angemietet oder im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BImA). Damit ist fast jede dritte Wohnung von Briten bewohnt und wird voraussichtlich bis 2019 frei. Hinzu kommt eine Zweiteilung Sennelagers: CDU-Fraktionschef Markus Mertens stellte die Frage: Wer investiert auf der Kasernenseite wenn auf der Bahnhofseite so viel Schrott ist? Hier sei die öffentliche Hand gefordert. Vor allem der Bereich des Bahnhofs sei ein Problem. Mertens fordert eine klare Priorisierung möglicher Konversionsmaßnahmen. Warnecke sagte, dass durch staatliche Förderung möglicherweise eine Verlagerung der Panzerverladung denkbar sei. Daniel Sieveke (CDU) lenkte den Blick von den britischen Streitkräften auf den privaten Wohnungsbereich. Hier sieht er bei den Immobilien einen erheblichen Sanierungsbedarf. Derzeit werde in Sennelager jedenfalls "kein Tor zum Verweilen in Paderborn aufgestoßen." Beate Röttger-Liepmann (SPD) sieht die Gelegenheit, dass durch einen solchen Wettbewerb tatsächlich visionäre Ideen geschaffen werden - "mit neuen Perspektiven für Sennelager".

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