0

Paderborn Jesuiten als Meister der Meinungsmache

Öffentliche Tagung am 13. und 14. März

03.03.2015 | Stand 02.03.2015, 20:18 Uhr
Lädt ein: Johannes Süßmann ist Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit. Foto: UPB/Lena Schäfer
Lädt ein: Johannes Süßmann ist Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit. Foto: UPB/Lena Schäfer

Paderborn. Am 13. und 14. März findet im Liborianum die Jahrestagung des Vereins zur Erforschung des Jesuitenordens (Jesuitica e. V.) statt. Sie wird ausgerichtet von Johannes Süßmann, Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Paderborn. Anlass für die Tagung in Paderborn ist der 400. Jahrestag der Gründung der Jesuitenuniversität Paderborn, der heutigen Theologischen Fakultät. "Die Tagung ist für alle Interessierten offen, die sich näher mit dem Erbe der Jesuiten vor Ort auseinandersetzen wollen", betont Süßmann. (Info und Anmeldung unter carolin.pecho@upb.de.).

Erwartet werden Experten für die Jesuitenforschung aus Paderborn und sowohl Nachwuchswissenschaftler als auch renommierte Historiker, Musik- und Kulturwissenschaftler. Bislang wurden Jesuitenuniversitäten primär in ihrer Bedeutung für gelehrte Eliten analysiert. Dies soll die Tagung ändern, indem sie Jesuitenuniversitäten als Medienzentren in den Blick nimmt.

Dabei geht sie von der Beobachtung aus, dass Jesuitenuniversitäten für ihre Arbeit einen ganzen Verbund von unterschiedlichen Medien einsetzten und darüber viel breitere Bevölkerungskreise erreichten als bisher bedacht. Das begann bei Gegenständen, Bauten und Räumen, umfasste mit den Predigten, Liedern und Dramen das gesprochene Wort und bezog die Musik mit ein. Selbst die Menschen wurden in Mitspieler verwandelt und zu Vermittlern von Ideen gemacht. Auf Wallfahrten oder bei geistlichen Spielen waren die Prozessionsteilnehmer ebenso wie die Zuschauer Teil der Inszenierung. Diese wirkte unmittelbar, aber auch über die Berichte und Bilder. An den Universitäten wurde darüber nachgedacht und gelehrt, wie die Wirkung sich steigern ließe.

Der Abendvortrag der Tagung am 13. März ab 20 Uhr in der Aula des Liborianums, den der Paderborner Professor Lothar van Laak halten wird, beschäftigt sich mit den Liedern des bedeutenden Paderborner Jesuiten Friedrich von Spee (1591-1635) als Medienkunstwerke. Gleichzeitig ist dies die Finissage der Ausstellung "Zur Ehre der Altäre. Jesuitenschätze aus den Beständen des Diözesanmuseums", die noch bis 15. März dort zu besichtigen ist.

Empfohlene Artikel

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
realisiert durch evolver group