NRW-Wissenschaftsministerin: Svenja Schulze - © FOTO: DPA
NRW-Wissenschaftsministerin: Svenja Schulze | © FOTO: DPA

NRW Millionenteure Umbenennung der Studentenwerke

Hintergrund

Florian Pfitzner

Düsseldorf. NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze steht für einen Vorstoß zur Geschlechtergerechtigkeit in der Kritik. Jetzt schießt sich die FDP auf die SPD-Politikerin ein. Die vom Wissenschaftsministerium geplante Umbenennung der Studentenwerke in "Studierendenwerke" verursacht Kosten von insgesamt mehr als 1,2 Millionen Euro. Das geht aus einer Schätzung der Arbeitsgemeinschaft Studentenwerke in NRW hervor. In Bielefeld würden für die Erneuerung von Schildern, Briefköpfen und Broschüren 50.000 Euro fällig, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin des Studentenwerks, Helga Fels. Die rot-grüne Landesregierung hat die Bezeichnung "Studierendenwerke" mit dem Hinweis auf die Geschlechtergerechtigkeit im Hochschulzukunftsgesetz festgeschrieben. Neben den Adressaten übt nun die oppositionelle FDP-Fraktion Kritik. Der Abgeordnete Dietmar Brockes nennt den Vorstoß von Ministerin Schulze "Irrsinn". Schulze zwinge die Studentenwerke "aus ideologischen Gründen" zu einer Namensänderung, obwohl sich die Marke über Jahrzehnte bewährt habe. "Statt die Studentenwerke mit unnötigen Vorgaben und Kosten zu belasten, sollte die Wissenschaftsministerin lieber die gute Arbeit der Studentenwerke unterstützen."Ministerium wiegelt ab In einer Kleinen Anfrage möchte die FDP wissen, welche Einrichtungen die Landesregierung noch "geschlechtssensibel" ändern will. Schließlich nenne sich Minister Johannes Remmel (Grüne) entgegen der Logik Verbraucherschutzminister statt geschlechtsneutral korrekt "Verbrauchendenschutzminister". Das Wissenschaftsministerium wiegelt dagegen ab. In Zeiten der Digitalisierung seien Namensänderungen relativ einfach und kostengünstig durchzuführen. Zudem erinnert Schulzes Haus an die "großzügige Übergangsfrist" bis 2017. "Selbstverständlich" dürften Briefbogen, Geschirr oder Armaturen weiterhin genutzt werden. "Die Aktualisierung kann dann erfolgen, wenn die Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstände ohnehin ersetzt werden müssten."

realisiert durch evolver group