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Kreis Paderborn Kreis schreibt erneut 35,7 Millionen Euro ab

Landrat will RWE-Aktienpaket weiter halten

24.09.2014 | Stand 23.09.2014, 20:48 Uhr

Landrat Manfred Müller. - © FOTO: MARC KÖPPELMANN
Landrat Manfred Müller. | © FOTO: MARC KÖPPELMANN

Kreis Paderborn (my). Weiter halten oder verkaufen? Die Kernfrage jedes Aktionärs sollte sich auch der Kreis Paderborn stellen, der seit langer Zeit Aktionär der RWE AG ist, meinen die Bündnisgrünen im Kreistag.

Der Kreis besitzt 1,27 Millionen Stammaktien des Energieversorgers. Das Kerngeschäftsfeld der RWE AG, die konventionelle Stromerzeugung, ist auf dem Rückgang. In den vergangenen sechs Jahren hat RWE zwei Drittel seines Börsenwertes verloren.

Bereits im Dezember 2007 hatte der Kreistag beschlossen, die Hälfte seiner RWE-Aktien zu verkaufen. Die Eröffnungsbilanz des Kreises wies damals einen Wert von 87,30 Euro pro Aktie aus. Ein Jahr später legte der Kreistag den Verkauf wegen des niedrigen Kursniveaus vorerst ad Acta.

In den Folgejahren wurde der anhaltend schwachen Kursentwicklung durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen.

Zuletzt fand im Rahmen des Jahresabschlusses 2013 erneut eine Neubewertung des Aktienpaketes statt, die mit einer Abschreibung von 35,66 Millionen Euro zu lasten der Allgemeinen Rücklage einherging.

Landrat Manfred Müller teilte im Kreistag mit, dass er aktuell keinen weiteren Abschreibungsbedarf sieht.

Für ein weiteres Halten der Aktien sprechen nach Ansicht des Landrates die Bruttodividenden, die dem Kreis insgesamt Einnahmen in Höhe von rund 38,4 Millionen beschert haben. "Die Gelder haben erheblich zur finanziellen Entlastung der kreisangehörigen Städte und Gemeinden beigetragen", so Müller. Ein jetziger Verkauf des Aktienpaketes würde dem Kreis 38,2 Millionen Euro bescheren, die kaum wirtschaftlich anzulegen seien.

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