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Azubi Niklas Böll (17, v.l.), Ausbilder Frank Allrogge, Holzkünstler Manfred Wolff und die Auszubildenden Lukas Kleinhans (19) und Thorben Koch (19) haben das größte Insektenhotel der Region gebaut.
Azubi Niklas Böll (17, v.l.), Ausbilder Frank Allrogge, Holzkünstler Manfred Wolff und die Auszubildenden Lukas Kleinhans (19) und Thorben Koch (19) haben das größte Insektenhotel der Region gebaut.
Kreis Paderborn

Markante Punkte neu inszeniert

Forstamt saniert am Eggeweg "Roters Eiche" und baut das größte Insektenhotel der Region

16.08.2014 , 12:30 Uhr
Forstwirtschaftsmeister Franz-Josef Salmen misst den Stammumfang von Roters Eiche mit 4,75 Metern. FotoS: burkhard battran
Forstwirtschaftsmeister Franz-Josef Salmen misst den Stammumfang von Roters Eiche mit 4,75 Metern. FotoS: burkhard battran

Kreis Paderborn. Seit Jahrhunderten übt das Eggegebirge auf Wanderer eine besondere Faszination aus. Ausdruck fand die Begeisterung für diesen Naturraum mit der Gründung des Eggegebirgsvereins im Jahre 1900. Das Regionalforstamt hat jetzt mit zwei gezielten Maßnahmen markante Wanderpunkte neu in Szene gesetzt.

"Forstwirtschaft, Naturschutz und auch die Nutzung als Erholungsraum gehen Hand in Hand und das wollen wir auch mit diesen Projekten zeigen", sagt Staatswaldleiter Dirk Kreienmeier. Auf der Natelensteinhöhe zwischen Kleinenberg und Scherfede am Kreuzungspunkt Bördenweg-Nadel ist das größte Insektenhotel der Region gebaut worden. "Das war ein Projekt mit Auszubildenden, bei dem wir aktiven Naturschutz mit dem Lerninhalt Holzbauwerke kombiniert haben und es ist mit Abstand das größte Insektenhotel im Hochstift", sagt Ausbildungsleiter Frank Allrogge. Das Insektenhotel hat eine Grundfläche von 20 Quadratmetern und ist vier Meter hoch. Motorsägen-Holzskulpturschnitzer Manfred Wolff, Beverunger Revierförster, hat das Hotel mit Insektenskulpturen in einen echten Hingucker für Wanderer verwandelt. "Wir bauen jetzt noch einen Rastplatz mit Tisch und Bänken, um die Aufenthaltsqualität zu steigern, damit sich die Wanderer Zeit nehmen können, an diesem markanten Punkt mit seinen schönen Ausblicken zu verweilen.

Johannes Pickard (l.) und Gregor Zilles.
Johannes Pickard (l.) und Gregor Zilles.

Etliche Höhenmeter tiefer, aber nicht minder markant ist der Wanderpunkt Roters Eiche zwischen Hardehausen und Blankenrode. Im Schnittpunkt zwischen Schwarzbach und Glasebach, Eggeweg und Grünhüttenweg liegt Roters Eiche, ein Ausgangspunkt für viele Wandertouren. "Benannt ist dieser Ort nach einem Hardehauser Forstmann aus dem 19. Jahrhundert", weiß der zuständige Revierförster Christian Düll. Als Treffpunkt fungiert dort vor allem eine kleine Waldarbeiterhütte, denn von der Eiche war bisher nicht viel zu sehen. "Sie war vollständig von anderen Bäumen umwachsen. Das war für die Eiche nicht gut. Vor allem aber sollten Besucher die Möglichkeit haben, sich an diesem Naturdenkmal zu erfreuen", sagt Staatswaldleiter Kreienmeier. Im Frühjahr sind die Nachbarbäume, die Roters Eiche auf den Pelz gerückt waren, gefällt worden. Gestern haben die Baumkletterer des Forstamts, Johannes Pickard (20) und Gregor Zilles (38) Totholz aus dem 350 Jahre alten und 35 Meter hohen Baumriesen entfernt. "Gerade weil dieser Ort von Wanderern stark frequentiert wird, war es aus Sicherheitsgründen notwendig, dass morsche Äste, die herunterzukrachen drohten, abgesägt wurden", erklärt Forstwirtschaftsmeister Franz-Josef Salmen. An der dicksten Stelle misst der Stamm ein Umfang von 4,75 Metern. Rund 35 Meter ragt seine Krone in die Höhe. "Für sein Alter ist der Baum nicht übermäßig groß, aber wegen des engen Bewuchses konnte er sich auch nur eingeschränkt entfalten", erklärt Kreienmeier.

Der Wegepunkt Bördenweg-Nadel.
Der Wegepunkt Bördenweg-Nadel.

Gesund ist Roters Eiche nicht. Aufgrund eines vor langer Zeit abgebrochenen Astes ist Feuchtigkeit in den Stamm eingedrungen und hat ihn langsam verfaulen lassen. "Innen ist der Baum vollständig hohl, auch wenn er äußerlich gesund aussieht. Trotzdem wird dieser Baum noch viele Jahrhunderte weiterleben, weil Eichenholz hart ist und der Baum einen stabilen Mantel entwickeln konnte, der ihm eine gute Standfestigkeit verleiht", weiß Revierförster Düll. Für viele Tierarten ist der Baum ein besonders wertvolles Geschenk. Hornissen, Fledermäuse und verschiedene Spechte besiedeln Roters Eiche.

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