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Paderborn Paderborn geht in die Werbeoffensive

Ab sofort präsentiert sich die Stadt als erstklassig – und zwar nicht nur im Fußball

06.08.2014 | Stand 06.08.2014, 14:34 Uhr

Paderborn. Fußballfans und vermutlich alle Paderborner wissen seit dem 11. Mai, dass der SC Paderborn fortan in der 1. Liga spielt. Ab sofort nutzt die Stadt Paderborn diesen Erfolg, um sich im Wettbewerb mit anderen Städten durch ihre Stärken zu profilieren. Kern-botschaft der neuen Imagekampagne ist der Slogan "Paderborn ist erstklassig." Jens Reinhardt (stellvertretender Leiter des Amts für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing), stellt klar, dass es keine Kampagne des SCP ist und auch keine Konkurrenz zur Initiative "Paderborn überzeugt", für die die Stadt und die Paderborner Wirtschaft jährlich jeweils 150.000 Euro aufbringen. "Wir wollen aber den Schwung und die Begeisterung des Aufstiegs nutzen", sagt er. "Paderborn ist erstklassig" sei zwar als Spruch nicht ganz neu, sagt Reinhardt. Im Gesamtpaket funktioniere er dennoch. Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Headlines, kurze Botschaften, die die Besonderheiten der Stadt mitunter ironisch aufgreifen: "Perfektes Mannschaftsspiel. Wir sind 146.000 – und Paderborn wächst und wächst." greift die Einwohnerentwicklung auf. Auf das recht junge Durchschnittsalter der Bürger zielt: "Chancenverwertung können wir. 15 Jahre Geburtenüberschuss – Paderborn bleibt jung." Offensiv präsentiert sich die Stadt auch mit den Sprüchen "Wir setzen auf junge Talente im Kader. Mit mehr als 22.000 Studenten." und "Wir geizen nicht mit Toren! Aber mit Steuern – günstigste Großstadt in NRW."Provinzklischess in Medienberichten Es hat die Verantwortlichen der Kampagne dabei schon gewurmt, dass in überregionalen Medien in Berichten über Paderborn durchaus mal Kühe durchs Bild liefen und andere Provinzklischees bemüht wurden. Nur wenige Wochen später hatte der Rat auf Vorschlag der Stadt für den Rest des Jahres 180.000 Euro locker gemacht, um mit der Aufstiegseuphorie auch Paderborns Image zu entstauben. 150.000 gehen in die Sachmittel, mit dem Rest wird die neu geschaffene halbe Stelle des Koordinators für Stadtmarketing rund um den neuen SCP, die Christian Stork besetzt, finanziert. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Stork, Reinhardt, Karl-Heinz Schäfer (Geschäftsführer Tourist-Information), Martin Hornberger (geschäftsführender Vizepräsident SCP) und Bernd Schäfers-Maiwald ("Paderborn überzeugt") hatte das Konzept in gut sechs Wochen erarbeitet. Die Beteiligten betonen, dass die Kampagne zwar am Aufstieg des SCP aufgezogen werde, zugleich aber auch andere Erstligisten davon profitieren könnten. Zum Marketingpaket zählen Riesenplakate an den Autobahnen 2 und 7 sowie an den Bahnhöfen in Kassel und Bochum. "Vielleicht wird’s auch kleine provozierende Plakate in der Stadionnähe der Gastvereine geben", sagt Reinhardt. Auf der neuen Website zur Imagepolitur gibt’s neben den Headlines Fakten zur Stadt, Downloads und Tipps. Für führende Online-Medien wurde ein spezieller Werbemix entwickelt.Tourismuseffekte durch Fußballfans Schäfer hofft, Touristen nach Paderborn zu locken, die sich zuerst ein schönes Fußballspiel anschauen, danach aber die Stadt erkunden. Köder könnten unter anderem Wochenendpakete mit Eintrittskarten, Übernachtung und Stadt- oder Stadionführung sein. Vom SCP wird er dafür vermutlich 20 Karten pro Heimspiel weiterverkaufen können. SCP-Vize Hornberger sagt, Paderborn habe "mehr zu bieten, als das, was der eine oder andere Journalist von außen gesehen hat". Die Stadt sei unterschätzt worden, im Fußball wie auch woanders. Da die Bundesliga allein in 148 Länder übertragen wird, könne Paderborn hierüber zeigen, dass es in vielen Bereichen erstklassig sei. Am Jahresende wird Bilanz gezogen: Jens Reinhardt ist sich jedoch sicher, dass es weitergeht und der Rat auch übers Jahresende hinaus Geld bewilligt: "Der Erfolg wird der Sache recht geben."

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