Paderborn Investorengruppe übernimmt Flextronics

Paderborn (bjp). Die private Investorengruppe "4K Invest" hat sämtliche Anteile des deutschen Firmenzweigs des Elektronikherstellers Flextronics International erworben. Dieser hatte den Verkauf selbst angeboten. Damit übernimmt die Beteiligungsgruppe auch den Paderborner Standort, der unter dem neuen Namen Periscope GmbH auch zukünftig Elektronikteile für Großkunden aus unterschiedlichen Branchen fertigen soll. Am Montag informierte die Firma ihre Mitarbeiter über die Veräußerung des Unternehmens. In Paderborn beschäftigt die Firma 450 Mitarbeiter.

Gabriel Weissenbacher, bisher General Manager des Paderborner Firmenstandorts, gibt die Firmenleitung an Markus Roschel ab. Der neue Geschäftsführer ist außerdem Vorstand des italienischen Elektronik-Herstellers Selcom Group, der ebenfalls der Investorengruppe 4K Invest gehört. Zu seiner eigenen Zukunft wollte Weissenbacher nichts sagen. "Jetzt ist wichtig, was mit den Mitarbeitern in Paderborn passiert, dass sie eine Zukunft bekommen", sagte der scheidende Standortleiter.

Der neue Chef der Periscope GmbH, Markus Roschel, versicherte gestern, dass alle 450 Mitarbeiter beim umgetauften Unternehmen beschäftigt bleiben. "Am operativen Geschäft ändert sich für sie nichts", sagte Roschel auf Anfrage der Neuen Westfälischen. In Zusammenarbeit mit Selcom sollen neben dem bisherigen Angebot weitere Dienstleistungen für alte und neue Kunden geschaffen werden. Roschel wolle die Firma zu einem "hochspezialisierten, internationalen" Elektronik-Produzenten machen, "mit starker Präsenz in allen wichtigen Branchen".

Mit 4K Invest investiert ein sogenannter Private Equity Fonds in deutschlandweit zwei Firmenstandorte, darunter der in Paderborn. Private Anleger unterstützen bei dieser Form der Unternehmensfinanzierung Firmen mit guten Wachstumsprognosen. An Gewinnen, einem Börsengang oder dem Wiederverkauf werden die Geldgeber direkt beteiligt. Der Elektronik-Riese Flextronics mit Sitz in Singapur hatte in Paderborn im Jahr 2000 700 Mitarbeiter von der früheren Nixdorf AG übernommen. Das Unternehmen fertigt an 30 Standorten weltweit Elektronik-Bauteile für Firmen wie Microsoft und Dell, aber auch Ford und die Lego Group. Weltweit hat das Unternehmen 200.000 Mitarbeiter.

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