Im nördlichen (oberen) Bereich der rot markierten Fläche wird die Stadtverwaltung nach Sanierung und Umbau in die weißen Kasernengebäude ziehen. Wie das restliche Areal (im Vordergrund Werkstatthallen) genutzt werden soll, ist noch zu entscheiden. - © Foto: STADT
Im nördlichen (oberen) Bereich der rot markierten Fläche wird die Stadtverwaltung nach Sanierung und Umbau in die weißen Kasernengebäude ziehen. Wie das restliche Areal (im Vordergrund Werkstatthallen) genutzt werden soll, ist noch zu entscheiden. | © Foto: STADT

Paderborn Ideen für Alanbrooke-Kaserne gesucht

Für die Nachnutzung des riesigen Militär-Areals in der City setzt die Stadt auf Bürgerbeteiligung

Von sabine kauke

Paderborn. Im Sommer 2016 wollen die ersten britischen Streitkräfte Paderborn verlassen - dann wird mit der Alanbrooke-Kaserne an der Neuhäuser Straße die erste große Liegenschaft geräumt. Nach einer Sanierung der im nördlichen Teil gelegenen Kasernengebäude soll dort die Stadtverwaltung einziehen - vielleicht schon 2019. Doch wie kann und sollte die übrige, südliche Fläche, immerhin 10 Hektar, genutzt werden? Wie soll es dort später aussehen? Die Verwaltung will die Bürgerinnen und Bürger beteiligen und sammelt Ideen.

Geschehen soll dies in Form von Foren und Werkstätten. "Wir wollen die Bürgerschaft so breit wie möglich in diesen Entwicklungsprozess einbinden", betonte Bürgermeister Heinz Paus am Dienstag gegenüber Medienvertretern, dass dieses Vorgehen auch am Dom- und Marktplatz "gut funktioniert" habe. Möglicherweise auftretende Konflikte könnten so im Vorfeld gelöst werden. Er hofft auf einen "Steinbruch an Ideen".

Das komplette Kasernen-Areal ist mit etwa 18 Hektar riesig - allein im südlichen Bereich, wo gegenwärtig in erster Linie große Werkstatthallen und Garagen stehen, fänden wohl 250 Wohngebäude Platz. Doch bei der Planung für die Nachnutzung geht es nicht allein um Gebäude, erläuterte die städtische Beigeordnete Claudia Warnecke. Für die räumliche Stadtentwicklung sei beispielsweise die Frage wichtig, womit das Quartier im Westen der Innenstadt weiter aufgewertet werden könne. Im öffentlichen Dialog mit und innerhalb der Bürgerschaft wünscht sich Claudia Warenecke auch das Äußern von "Befürchtungen, Erwartungen und Hoffnungen": "Das verbessert das gegenseitige Verständnis, denn die Erwartungshaltungen sind sicherunterschiedlich. Direkte Kasernennachbarn fürchten zum Beispiel vielleicht, dass es lauter werden wird."

Die Dortmunder STEG (Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft NRW) begleitet das dreistufige Verfahren. Beim "Auftaktforum" am 5. Juni können die Bürger ihre Ideen einbringen und werden über Rahmenbedingungen informiert - beispielsweise soll der bisherige Exerzierplatz als öffentliche Fläche bebauungsfrei bleiben. Das Dortmunder Büro sammelt die Anregungen und bereitet sie bis zur "Bürgerwerkstatt" am 14. Juni auf: Dort werden Vorschläge diskutiert und Perspektiven entwickelt, wie Thomas Jürgenschellert, Konversionsbeauftragter der Stadt, erläuterte. Ergebnisse sollen schließlich am 3. Juli diskutiert werden. Die Anregungen der Bürger haben Empfehlungscharakter. "Die Verantwortung bleibt in der Politik", betonte Heinz Paus.

Der Beteiligung folgen sollen schließlich Konzepte für das Kasernengelände aus einem Städtebau-Wettbewerb. "Im August 2016 ist Schlüsselübergabe", unterstrich Paus, dass der Bebauungsplan dann stehen muss. Recht optimistisch rechnete er vor, dass die Stadtverwaltung bei einer Bauzeit von zwei Jahren schon Anfang 2019 umziehen, der gesamte Komplex 2020 bis 2022 realisiert sein könne. Für den Verwaltungsumbau liegt die aktuelle Kostenschätzung bei 65 Millionen Euro plus/minus 20 Prozent.

Mit der Alanbrooke-Kaserne kann sich die Stadt für den Konversionsprozess warm laufen. Vier weitere Kasernen werden frei - die Fläche der Barker Barracks an der Driburger Straße ist dreimal so groß - sowie 1.564 Wohneinheiten, allein 698 davon in der Kernstadt.

Bustour und Termine

Wer sich einen Überblick über das Gelände an der Alan-brooke-Kaserne machen möchte, kann am Tag des Auftakt-Forums, 5. Juni, an einer Bus-Tour teilnehmen.

Busse starten ab 14.30 Uhr stündlich am Maspernplatz.

Eine Anmeldung für Bustouren ist erforderlich unter Tel. (0 52 51) 88-0.

Auftaktforum: Donnerstag, 5. Juni, 19.00-21.00, Aula Goerdeler-Gymnasium, Goerdelerstraße 35.

Bürgerwerkstatt: Samstag, 14. Juni, 13.00-17.00, Foyer der Georgschule, Erzbergerstraße 26.

Ergebnisdiskussion: Donnerstag, 3. Juli, 18.00-21.00, Kantine von dSpace, Rathenaustraße 26.

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