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Make-up und Kostüm der Schauspieler sollen die harte Arbeit und die homogene, uniformierte Gruppe der Tiere widerspiegeln. Für einen animalischen Aspekt sorgen die Ohrmarken. - © FOTO: THEATER PADERBORN/SASCHA RÖDER, IVANA VUKOVIC
Make-up und Kostüm der Schauspieler sollen die harte Arbeit und die homogene, uniformierte Gruppe der Tiere widerspiegeln. Für einen animalischen Aspekt sorgen die Ohrmarken. | © FOTO: THEATER PADERBORN/SASCHA RÖDER, IVANA VUKOVIC

Paderborn Über die Rebellion der Tiere

Jugendclub U21 bringt George Orwells "Animal Farm" auf die Bühne

VON KATHARINA GEORGI
11.04.2014 | Stand 09.04.2014, 20:31 Uhr

Paderborn. Brutal und kalt ist das neue Stück des Jugendclubs U21, das am Freitag am Theater Paderborn Premiere feiert. George Orwells "Animal Farm" ist für die zehn Laiendarsteller kein leichter Stoff, birgt aber auch viel Entfaltungspotenzial. Bühnenbild und Kostüme haben Studierende der Technischen Universität Berlin entwickelt.

Die Theaterbearbeitung des berühmten Romans aus den 50er Jahren wählte Regisseur Marguerite Windblut für die Jugendlichen aus. "Das Stück lässt sich mit einer Gruppe gut umsetzen. Es gibt ein Gleichgewicht zwischen den Spielern", erklärt der Theaterpädagoge seine Wahl.

Die Tiere, die auf der Farm gegen die Menschen revoltieren, sie vertreiben und dann selbst herrschen, werden nicht durch Kostüme verbildlicht. Vielmehr mussten die Jugendlichen andere Darstellungsformen für das Animalische finden. Behilflich sind ihnen dabei auch auditive Eindrücke, die verstärkt im Stück zum Einsatz kommen.

Information

Kooperation mit der TU Berlin


Seit September arbeiten sieben Studierende aus Berlin an Bühnenbild, Kostümen und Maske für vier Paderborner Theaterstücke: Animal Farm, DNA, Angstmän und Woanders. Malte Axler gestaltete einen Bühnenraum, der per Versatzstücken, Requisiten und Licht stückspezifisch verändert werden kann. Die sechs anderen Studierenden realisierten die Kostüme. Dazu zeigt eine Ausstellung im Theaterfoyer die Entwürfe des Bühnenraumes und die Entwicklung der Kostüme. Ab heute ist sie noch bis zum Ende der Saison zu sehen.

Der politische Hintergrund wurde von den Jugendlichen vor allem an spezifischen Stellen zur Verständlichkeit des Stoffes aufgearbeitet. "Er stand aber nicht im Vordergrund", so Windblut.

Frischen Wind bringt der Inszenierung nicht nur das junge Ensemble, sondern auch die Studierenden, die im Hintergrund arbeiten. Eine Kooperation mit der TU Berlin ermöglicht Studierenden des Studiengangs "Bühnenbild und szenische Darstellung" die Mitarbeit an vier verschiedenen Theaterstücken in Paderborn. Alle vier Stücke, auch Animal Farm, werden auf derselben Bühne von Malte Axler spielen. Durch weiße Säcke kann die Bühne immer wieder neu gestaltet und von den Schauspielern selbst verändert werden.

Die Kostüme von Sascha Röder und Ivana Vukovic konzentrieren sich auf den Aspekt des Brutalen. "Wir haben ein Arbeiterthema kombiniert mit Uniformen darin aufgegriffen", sagt Sascha Röder. Das Make-up soll das Fahle und Schmutzige hervorheben.

"Das Stück wird gleichwertig mit allen anderen Stücken in die Produktion genommen", erklärt Beate Brieden, Pressesprecherin des Theaters. Alle Kostüme wurden eigens in der Gewandschneiderei hergestellt. Die aufwendige Produktion feiert am Freitag im Studio der Kammerspiele um 19.30 Uhr Premiere.