0
Josef Vockel (hinten, 2. v. r.) und Pater Avelino Bassols (4. v. l.), der jetzt auch Mitglied der Paderborner Kolpingsfamilie St. Heinrich ist, mit einem Solarkocher. - © FOTO: PRIVAT
Josef Vockel (hinten, 2. v. r.) und Pater Avelino Bassols (4. v. l.), der jetzt auch Mitglied der Paderborner Kolpingsfamilie St. Heinrich ist, mit einem Solarkocher. | © FOTO: PRIVAT

Paderborn Solarkocher für Kenia

Josef Vockel will Menschen am Turkanasee helfen

von sabine kauke
13.03.2014 | Aktualisiert vor 0 Minuten

Paderborn. Josef Vockel ist 81 Jahre alt. Das hindert ihn aber nicht daran, sich für Menschen in Afrika einzusetzen. Für Menschen, die oft hungern und von sauberem Wasser, das aus einer Leitung kommt, nur träumen können. Gerade war er zwei Wochen in Kenia und hat beim Aufbau von Solarkochern geholfen, die die Kolpingsfamilie St. Heinrich gespendet hat. "Es werden viel mehr solcher Kocher benötigt", sagt Josef Vockel.

Vor vielen Jahren hatte der Paderborner in der katholischen Gemeinde St. Heinrich Pater Avelino Bassols kennengelernt. Mittlerweile ist der Pater in der Missionsstation Nariokotome im Norden Kenias tätig. Dort, in der Halbwüste Turkana, am Westufer des Turkanasees, leben die Menschen heute noch wie ihre Vorfahren vor tausend Jahren, berichtet Josef Vockel. Ein gravierendes Problem: es gibt keine zuverlässige Wasserversorgung.

"Fast 60 Prozent der Turkanas sind immer noch Nomaden. Die Kinder und Eltern haben oft Hunger und Durst. Landeinwärts muss man sehr weit gehen, um an Wasser zu kommen. Die Menschen schöpfen Brackwasser aus gegrabenen Löchern oder trinken das Seewasser. Viele sterben an Cholera. Ein grausamer Tod", sagt der 81-Jährige. Es gibt in dem ausgedörrten Gebiet nicht genug Holz, um auf Feuerstellen zu kochen und um Wasser zum Trinken abzukochen.

Solarkocher, die das kostenlose Sonnenlicht nutzen, sind eine Alternative zu fossilen Brennstoffen und kostengünstig. Ein parabolischer Spiegel reflektiert die Sonnenstrahlen auf einen Topf, der die Sonnenenergie absorbiert und zum Kochen bringt. "Das Seewasser kann abgekocht oder Fischsuppe gekocht werden. Man kann damit Brot und Maisfladen backen oder Fische braten", weiß Vockel. Er hat geholfen, die von der Kolpingfamilie St. Heinrich gespendeten Solarkocher in der Halbwüste aufzustellen. 14 sind bereits installiert: in Kindergärten und Grundschulen, an einem Gymnasium und bei Familien. "Die Hitze ist schon eine Umstellung", lacht Josef Vockel: "Aber ich verkrafte das ganz gut." Es ist nicht das erste Mal, dass der Paderborner in Afrika Hand anlegt und für Solarkocher gesorgt hat: Seine Schwester Margarethe war 50 Jahre lang als Missionsschwester auf dem schwarzen Kontinent im Einsatz, in Kenia, Tanzania und Uganda. Und bei diversen Urlauben hat Josef Vockel schon mehrmals Hilfe geleistet.

Insgesamt erhält die Missionsstation von der Kolpingsfamilie St. Heinrich 20 Solarkocher – einer versorgt bis zu 20 Personen und kann zehn Stunden am Tag betrieben werden. "Pater Avelino, der vielen Familien hilft, braucht für die Menschen in der Halbwüste dringend 100 Sonnenkocher", bittet der 81-Jährige um Unterstützung. Kontakt: Josef Vockel, Tel. (0 52 51) 5 63 70.

Pater Avelino gehört zum Orden der "Missionsgemeinschaft des Apostels Paulus", Kerssenbrockallee 15a, Schloß-Neuhaus, (0 52 54) 6 49 9 5 13.