Am Benhauser Bogen schließen sich regelmäßig die Schranken vor entnervten Autofahrern. - © FOTO: ROHLF
Am Benhauser Bogen schließen sich regelmäßig die Schranken vor entnervten Autofahrern. | © FOTO: ROHLF

Paderborn Untertunnelung der Bahn nimmt Gestalt an

Straßen-NRW stellt Pläne für Benhausen vor

Paderborn (kbz). Dass am Bahnübergang zwischen Benhausen und Paderborn eine Unterführung für den Straßenverkehr gebaut werden soll, ist seit März 2013 beschlossene Sache. Sven Koerner, Abteilungsleiter Planung beim Landesbetrieb Straßen-NRW, informierte nun im Planungsausschuss des Stadtrats über den Stand der Dinge. "Lediglich eine Momentaufnahme im Planungsprozess", wie er betonte.

Wo sich heute an der Eggestraße der Bahnübergang befindet, soll nach Informationen Koerners ein Brückenbauwerk der Bahn errichtet werden. Darunter her fließen soll der Verkehr wie gewohnt auf einer 6,50 Meter breiten Straße. Auch Radfahrer müssten die Unterführung nutzen: Für sie werde ein Weg – 2,50 Meter breit – gleich mitverlegt.

Die Errichtung des Brückenbauwerks mache es nötig, den Verlauf der L 755 abzuändern, so Koerner weiter. Sie werde daher im Bereich der Eisenbahnüberführung einen leichten Bogen schlagen, um sich schlussendlich wieder an die ursprüngliche Landstraße anzuschmiegen. Die Anbindung der Ackerflächen und des nahe gelegenen Wohnbereichs Benhausen West sei weiterhin gewährleistet. "Sämtliche Häuser sind durch die ehemalige L 755 erschlossen und alle Wegbeziehungen wiederhergestellt."

Die Kosten für den reinen Straßenbau schätzt Koerner auf etwa zwei Millionen Euro. Details zu einem möglichen Baubeginn wollte er allerdings nicht nennen, da es immer "die Gefahr von Einwürfen und Klagen" gebe. Bis Ende des Jahres soll die Planung aber so weit fertiggestellt sein, "dass wir uns die Genehmigungen bei den vorgesetzten Behörden holen können". Danach folge das Planfeststellungsverfahren. "Und weil es sich um einen großen Eingriff handelt, gibt es vorher natürlich auch eine Information für die Bürger."

Im März 2013 hatten sich die Deutsche Bahn AG und der Landesbetrieb Straßen-NRW nach jahrzehntelangen Streitereien auf den Bau der Eisenbahnüberführung geeinigt. Eine Fertigstellung wurde damals für 2017 ins Auge gefasst.

Im Idealfall ist Benhausen zwar für Verkehrsteilnehmer aus vier verschiedenen Richtungen erreichbar, "nähert sich aber ein Zug, dann ist der Ort mit seinen drei Bahnübergängen nur noch von Süden aus erreichbar", erklärte Koerner. Vor allem dann, wenn es zum Beispiel für Feuerwehr und Ärzte um die Frage nach Leben und Tod gehe, sei das ein großes Manko.

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