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Paderborn "Ich suchte einen Lebenspartner"

Interview: Bei Felicitas Tappe lernen Frauen mehr über die Partnersuche im Internet

03.02.2014 | Stand 31.01.2014, 21:04 Uhr
So sollten sich Frauen im Netz bei den Partnerbörsen bewegen. Im VHS-Kursus bekommen Interessierte die richtigen Tipps dafür. - © FOTO: MARC KÖPPELMANN
So sollten sich Frauen im Netz bei den Partnerbörsen bewegen. Im VHS-Kursus bekommen Interessierte die richtigen Tipps dafür. | © FOTO: MARC KÖPPELMANN

Paderborn. Nette und weniger nette Bekanntschaften hat sie im Internet gemacht, hat in Online-Partnerbörsen viel über ihre Mitmenschen gelernt und ist virtuellen Heiratsschwindlern begegnet. Ihre Erfahrungen möchte Felicitas Tappe als Dozentin an der Volkshochschule an andere Frauen weitergeben. Welche Tücken die Suche nach Liebe per Mausklick haben kann, erzählt die Heilpraktikerin für Psychotherapie im Gespräch mit Kristine Greßhöner.

Ihr Workshop richtet sich ausdrücklich an Frauen. Brauchen wir besondere Anleitung?
FELICITAS TAPPE: Zumindest Frauen über 40 sind eine beliebte Zielgruppe für Scammer [Anm.: Betrüger, die ihr Opfer dazu bewegen, finanziell in Vorleistung zu treten]. An sie möchte ich meine Erfahrungen weitergeben, sie warnen und begleiten. Online tarnen sich diese Betrüger mit Namen wie Michael Hunt oder Richard Bills, geben sich als englische Geschäftsleute oder US-Soldaten aus.

Information

ERWINs Date

Wohl die bekannteste Online-Partnerbörse in Ostwestfalen ist ERWINs Date. Vor wenigen Wochen wurde das Portal überarbeitet und bietet mehr Möglichkeiten als vorher für die Partnersuche. Zum Beispiel gibt es jetzt eine Chat-Funktion und eine mobile Ansicht. Das bisherige Portal gibt es nicht mehr. Ein Matching-Roboter sucht ständig nach Kandidaten, die gut zueinander passen. Hierfür ist es wichtig, das Profil möglichst vollständig auszufüllen. Jeder Nutzer kann das neue Portal einen Monat kostenfrei nutzen und mit allen Funktionen testen.

www.erwinsdate.de

Das klingt nach James Bond, nicht nach Herzklopfen.
TAPPE: Zunächst war es zumindest nett. Ein Mann hat mich auf Englisch im Chat angeschrieben, sehr höflich. Über zehn Tage haben wir uns online Nachrichten geschrieben. Eine dumme Anmache gab es nie, das war ganz harmlos. Als er plötzlich keine Zeit mehr hatte, haben eine Freundin und ich seinen Namen gegooglet und stießen auf die Homepage der Schweizer Polizei. Irgendwann, so erfuhr ich, wäre das Ganze in einer Bitte um Geld gegipfelt, transferiert über Western Union nach Afrika.

War das der Anlass, sich mit Onlinebörsen auseinanderzusetzen?
TAPPE: Ganz klar. Ich hatte vorher immer gedacht, mir würde das nie passieren, weil ich eigentlich immer sehr skeptisch bin.

Sind Partnerbörsen also zu oberflächerlich, nur am äußeren Erscheinungsbild interessiert?
TAPPE: Ein Bild ist zwar das zentrale Element eines Nutzerprofils, denn es bietet Orientierung wie im echten Leben. Aber auch eine Kneipenbekanntschaft lernt man ja erst nach einiger Zeit kennen. Online wie offline würde ich immer auf mein Bauchgefühl hören.

Gibt es andere Spielregeln als in einer Kneipe?
TAPPE: Abgesehen davon, dass ich Mimik und Gestik meines Gegenübers nicht sehe, eigentlich nicht. Aber ich habe noch keine Kneipe gefunden, wo 500.000 Männer reinpassen.

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