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An dieser Stelle am Buchberg im Kreis Paderborn geschah das unfassbar grausame Verbrechen. - © FOTO: NW
An dieser Stelle am Buchberg im Kreis Paderborn geschah das unfassbar grausame Verbrechen. | © FOTO: NW

Lichtenau Von Satanisten fast zu Tode gequält

Nach über 32 Jahren werden jetzt Details über Fall in der Nähe von Herbram bekannt

18.01.2013 | Stand 17.01.2013, 20:31 Uhr

Lichtenau-Herbram/Bad Driburg (nw/mbr). Der Fall liegt über 30 Jahre zurück. Eine damals 20-jährige Frau aus einem Bad Driburger Ortsteil wird von mehreren Männern brutal gefoltert und beinahe getötet. Die Täter, vermutlich aus der Satanistenszene, wurden nie gefasst. Jetzt greift eine Journalistin den Fall auf und hofft, dass sich Zeugen bei ihr melden.

Das Verbrechen ereignete sich am 22. Oktober 1980, in einem Waldstück am Buchberg, an der Straße zwischen Herbram in Richtung Dahl/Schwaney gelegen. Zu dem Fall wurden erst jetzt Details bekannt.

Die 20-jährige, schlanke, dunkelhaarige Bad Driburgerin wurde unter Medikamenteneinfluss von zwei Männern im Auto zum Buchberg gebracht. Das Auto parkte an der Forstschranke. Die Frau wurde ein Stück in den Wald geschleppt, halb entkleidet und mit einer Eisenstange grausam traktiert. Die Frau erlitt schwere innere Verletzungen und überlebte nur knapp.

Während der etwa 60-jährige korpulente Täter die Frau misshandelte, beobachteten der jüngere, etwa 45-jährige sowie ein weiterer Mittäter die Waldwege. Als zwei etwa 50-jährige Waldspaziergänger auftauchten, eine Frau und ein Mann, beide mit kurzen, grauen Haaren, sahen sich die Täter gezwungen, die Misshandlungen abzubrechen und schleppten die Frau zurück zum Auto. Der jüngere Täter verschwand im Wald, der ältere setzte sich ans Steuer. Wenig später näherten sich die Spaziergänger, möglicherweise ein Ehepaar, sahen durch das Beifahrerfenster des Autos und fragten, ob sie helfen könnten. Die junge Frau, die auf dem Beifahrersitz lag, konnte nicht antworten. Sie war halb tot. Der Täter versicherte, selbst Arzt zu sein und sei auf dem Wege, die Frau in ein Krankenhaus zu bringen, was dieser tatsächlich wegen der Zeugen tun musste.

Die Tat steht im Zusammenhang mit damals in der Region Paderborn und Höxter praktiziertem Satanismus. Das schwer traumatisierte Opfer, das jahrzehntelang unter einer Amnesie litt, konnte erst jetzt detaillierte Angaben zu dem Verbrechen machen.

Der 60-jährige Haupttäter wird wie folgt beschrieben: Brillenträger, korpulent, bekleidet mit einem schwarzen Anzug. Der jüngere, schlanke, dunkelhaarige Mittäter hatte einen Bart und trug eine dunkle Lederjacke. Zu dem dritten Mittäter sind keine Details bekannt.

Ob sich die Spaziergänger, heute vermutlich in hohem Rentenalter, damals an die zuständige Polizeidienststelle wandten, kann nicht mehr ermittelt werden. Nach Auskunft der Höxteraner Polizei dürfen Personendaten aus Schutzgründen nicht länger als fünf Jahre gespeichert werden.

Wer Hinweise zu den damaligen Ereignissen liefern kann, wird gebeten, sich unter Tel. (0160 ) 1 48 42 18 zu melden.

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