Pfarrerin Karin Röthemeyer verschließt die Burg Atteln. Synodalassessor Dr. Rainer Reuter (r.) und die Gottesdienstbesucher beobachten diesen Moment. - © FOTO: KIRCHENGEMEINDE
Pfarrerin Karin Röthemeyer verschließt die Burg Atteln. Synodalassessor Dr. Rainer Reuter (r.) und die Gottesdienstbesucher beobachten diesen Moment. | © FOTO: KIRCHENGEMEINDE

Lichtenau-Atteln Kirchsaal der Burg entwidmet

Festlicher Abschied vom Gottesdienstraum

Lichtenau-Atteln (NW). Mit einem festlichen Gottesdienst hat die Evangelische Kirchengemeinde Lichtenau ihren Kirchsaal in der Burg Atteln entwidmet, da hier in Zukunft keine Gottesdienste mehr gefeiert werden.

Vom Altar wurden Bibel, Leuchter und Kruzifix aber auch die Osterkerze, das Lektionar (liturgisches Buch), das Antependium (Altarbehang) und die Orgelbücher in einer Lade aus dem Kirchsaal herausgetragen. Danach verschloss Pfarrerin Karin Röthemeyer das Burggebäude, und Jugendliche holten die Kirchenfahne ein.

Die Lade und die Fahne wurden im Gemeindebulli mit einem Autokorso nach Lichtenau gebracht. Alle Fahrzeuge trugen dabei ein violettes Band. In der Evangelischen Kirche Lichtenau wurde das Eigentum der Gemeinde niedergelegt und der Gottesdienst mit einem Agapemahl fortgesetzt.

Bei schönstem Herbstwetter kamen etliche Gemeindeglieder und Gäste zum Gottesdienst in die Burg Atteln. Gestaltet wurde er von Pfarrerin Karin Röthemeyer, Synodalassessor Pfarrer Dr. Rainer Reuter als Vertreter von Superintendentin Anke Schröder sowie den verschiedenen Gruppen der Gemeinde. Noch einmal erklang das Harmonium, das von Uwe von der Ahe gespielt wurde, zu den gottesdienstlichen Liedern.

In ihrer Predigt bezog sich Pfarrerin Karin Röthemeyer auf das Wort aus dem Hebräerbrief (Hebr 13,14) "Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir." Christen seien in ihrem Glauben nicht an Orte gebunden, sondern unterwegs.

Das gelte sowohl in der Welt als auch im Hinblick auf die Ewigkeit. Vorbild sei dabei das wandernde Gottesvolk Israel, das die Zehn Gebote als Zeichen des Bundes mit Gott in einer Lade mit sich trug.
"Uns ist die ganze heilige Schrift gegeben. Auch die werden wir heute mitnehmen, wenn wir uns auf den Weg machen." Die Gemeinde würde zwar Abschied von einem Gebäude nehmen, aber: "Dieser Abschied ist kein Abbruch, sondern ein Aufbruch, ein gemeinsames Unterwegssein als Gemeinde Jesu Christi", so die Pfarrerin.

Synodalassessor Rainer Reuter ging in seinem Wort an die Gemeinde auf den Auf- und den Abbau ein, den er zu verschiedenen Zeiten in verschiedenen Gemeinden schon miterlebt habe und beschrieb auch die Situation in Atteln. Die Burg Atteln soll verkauft werden, weil der Sanierungsbedarf zu groß und zu teuer ist. Das Gebäude befindet sich im Eigentum des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn. Das Presbyterium der Gemeinde folgt mit seiner Entscheidung, die Burg Atteln aufzugeben, einer Vorgabe der Gebäudestruktur-Kommission des Kirchenkreises. Diese hatte geraten, dass die Gemeinde sich auf den Standort Lichtenau konzentriert. Hintergrund sind zurückgehende Mitgliederzahlen und sinkende Kirchensteuereinnahmen als Folge des demografischen Wandels.

Eine besondere Stellung im Gottesdienst hatten die Gemeindegruppen. So machte Christa Göttsching in einen Rückblick auf die Aktivitäten der Senioren in der Burg Atteln, wie Hobbygruppe, Seniorengruppe und Mittagstisch, aufmerksam. Auch Jugendreferent Matthias Gronowski lobte die Möglichkeiten des Hauses und seines Gartens für die Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinde und des Kirchenkreises.

Der Abschied falle darum nicht leicht. Durch die Verlagerung der Gemeindearbeit nach Lichtenau werde sich sicherlich einiges verändern. Doch dem schauen alle mit viel Zuversicht entgegen, so die Meinung an diesem Tag.

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