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Der Sportfischerverein in Husen hat Nachwuchsprobleme und das Wasser der Altenau ist knapp. - © (Symbolbild) Pixabay
Der Sportfischerverein in Husen hat Nachwuchsprobleme und das Wasser der Altenau ist knapp. | © (Symbolbild) Pixabay

Lichtenau Zu wenig Wasser: Sportfischerverein Husen steht vor dem Aus

Die Angler haben keinen nutzbaren See mehr und sind verärgert über den Wasserverband und einen Naturschützer aus Atteln. Sie fordern, stellen aber auch Lösungen vor

Uwe Müller
09.10.2019 | Stand 09.10.2019, 14:54 Uhr

Lichtenau-Husen. In den 1990er Jahren ging es dem Sportfischerverein Husen richtig gut, er hatte genug Mitglieder und bildete bis zu 20 Jugendliche aus. Da gab es auch noch den Stausee, der 1984 vom Wasserverband Obere Lippe (WOL) angelegt wurde. Doch seit fünf Jahren gibt es den großen See in Folge der Renaturierung der Altenau nicht mehr – ein Restsee von einem Hektar blieb übrig. Der hat es auf Karstgebiet schwer zu überleben, wie nun auch der Sportfischerverein. Die Mitgliederzahlen sind von 65 auf 35 aktive Angler geschrumpft und Jugendarbeit ist nicht mehr möglich. „Wir sind kurz vor dem Ende. Denn der Restsee, in dem nie einer geangelt hat, ist total tot", beschreibt Matthias Fleige die missliche Situation des Vereins. Und die Mitglieder sind sauer: auf den Wasserverband und auf den Naturschützer Ulrich Eichelmann aus Atteln, der das Ablassen der noch bestehenden Seen fordert, um das Trockenfallen der Altenau zu verhindern. „Wir fordern die Politik und den Wasserverband auf, endlich einen nutzbaren See zu schaffen. Wir haben in der Planung darauf hingewiesen, dass ein derart flaches, hypereutrophes Gewässer durch Algenblüte weder fischereilich noch für sonstige Freizeitaktivitäten nutzbar ist und wurden damals belächelt", so Fleige, der anfügt: „Es entsteht der Eindruck, dass der Sportfischerverein systematisch zerstört werden soll." Der Erhalt des Stausees sei eine zentrale Forderung des Memorandums gewesen. Alle Punkte seien bisher erfüllt worden, bis auf diesen einen, betont Fleige. Und die Angler aus Husen sind sich sicher, dass es umsetzbar ist. „Der See ist grundlegend tiefer zu legen, damit sich das Wasser nicht mehr so schnell erwärmt und das Algenwachstum eingedämmt wird. Zur Vermeidung der Wasserverluste ist er abzudichten. Technisch ist es möglich – man muss das nur wollen und in diese Richtung planen. Wenn nicht, muss zur Umsetzung des Kompromisses mehr Wasser aus der Altenau in den See geleitet werden, um den Wasserstand wie zugesagt zu halten", lautet die Forderung des Sportfischervereins. Keine Chance für die Altenau Eichelmann sieht hingegen keine Chance für die Altenau, wenn weiterhin Wasser aus dem Flüsschen in den Vorstau und Restsee gelassen wird, weil dort zu viel Wasser versickere. Dem widersprechen die Angler aus Husen vehement. Die Wasserverluste im See würden weniger als fünf Prozent des Gesamtdurchflusses der Altenau ausmachen. Und auch der Trockenfall der Altenau sei ein natürliches Phänomen und finde nicht erst seit dem Bau der Stauseen statt, betont Johannes Fleige, ebenfalls Mitglied im Anglerverein. Er liefert zum Beweis zahlreiche Quellen, um die Aussagen Eichelmanns zu widerlegen: „Am belastbarsten ist sicherlich die Quelle von Professor Maasjost, der an der Universität Paderborn lehrte, und vom periodischen Trockenfall der Altenau berichtet." Im Ochsenkolk versickert das meiste Wasser In Dürrejahren sei der Bach laut Ortschroniken in historischer Zeit lange vor den von Eichelmann kritisierten massiven Umbaumaßnahmen wiederholt versiegt, so Johannes Fleige, der die dramatischen Wasserverluste der Altenau im sogenannten Ochsenkolk oberhalb Attelns sieht. Wie auch Stadtheimatpfleger Markus Müller. Laut eines Gutachtens, sei die Altenau mindestens in den letzten 400 Jahren um den Ochsenkolk bei der kleinen Mühle geführt worden, ehe der Bachverlauf in den 1990er Jahren geändert wurde. „Man opfert das Wasser der Renaturierung, wundert sich aber warum gar kein Wasser mehr in Atteln ankommt", so Müller. Johannes Fleige, studierter Geologe, ist sich sicher, dass dem Austrocknen des Baches einzig entgegen gewirkt werden kann, wenn dieses wasserschluckende Loch durch das Verlegen der Altenau ins alte, ursprüngliche Bett umgangen wird. Ihre Ideen und Lösungsvorschläge würden die Husener auch gerne dem Arbeitskreis Altenau unterbreiten. „Zu den Treffen sind wird aber schon seit zwei Jahren nicht mehr eingeladen worden", bemängelt Sascha Münstermann, Vorsitzender des Sportfischervereins.

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