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Komplett aufgerissen: Front und rechte Seite des verunglückten Linienbusses. - © 2019 Ralph Meyer. All rights reserved
Komplett aufgerissen: Front und rechte Seite des verunglückten Linienbusses. | © 2019 Ralph Meyer. All rights reserved

Lichtenau/Paderborn Unter Drogen: Anklage gegen Busfahrer nach Unfall mit Schulkindern

Bei dem schweren Unfall bei Lichtenau waren im April mehr als 30 Menschen verletzt worden

Lena Henning
14.08.2019 | Stand 14.08.2019, 17:49 Uhr

Lichtenau/Paderborn. Im Fall des schweren Busunfalls mit mehreren Schülern Anfang April bei Lichtenau wird der Fahrer des Busses angeklagt. Die Staatsanwaltschaft Paderborn teilt mit, dass sie gegen den Mann Anklage wegen vorsätzlicher Straßenverkehrsgefährdung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung in Paderborn erhoben hat. Ein Termin für eine Hauptverhandlung steht noch nicht fest. Der 44-Jährige aus Volkmarsen war am 2. April gegen 7 Uhr als Fahrer eines Busunternehmens für die Beförderung von Schulkindern in Lichtenau eingesetzt. Zu dieser Zeit stand er nach dem Ergebnis der Ermittlungen unter dem Einfluss von Drogen. Nähere Details nannte die Staatsanwaltschaft nicht. Aufgrund dessen und aus Unachtsamkeit kam er auf der Kreisstraße K 13 in Richtung Grundsteinheim von der Straße ab, sodass der Bus mit Wucht gegen einen Baum am Straßenrand prallte. Durch den Aufprall wurden mehrere Insassen verletzt. Mehrere Schüler erlitten Gehirnerschütterungen, Prellungen, Platzwunden und Schürfwunden. Der Fahrer selbst blieb unverletzt. Auch der Bus wurde erheblich beschädigt; die rechte Seite riss teilweise auf und die Frontscheibe zerbrach. Technisches Gutachten irrelevant Schnell kam damals der Verdacht auf, der Mann könne unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln oder Medikamenten gestanden haben. Ihm war eine Blutprobe entnommen und sein Führerschein sichergestellt worden. Auch ein technisches Gutachten bei der Dekra war in Auftrag gegeben worden, um zu prüfen, ob ein technischer Defekt den Unfall ausgelöst hatte. Dieses Gutachten werde für die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft jedoch irrelevant, sobald die Fahruntüchtigkeit aufgrund des Einflusses von Drogen festgestellt worden sei, teilt Oberstaatsanwalt Marco Wibbe mit. Der Unfall hatte sich am Morgen des 2. April gegen 6.55 Uhr auf der Kreisstraße 13 zwischen Iggenhausen und Grundsteinheim ereignet. Der Bus der Linie 484 hatte überwiegend Schüler der Lichtenauer Stadtteile Lichtenau, Herbram, Hakenberg und Iggenhausen an Bord, die auf dem Weg zu den weiterführenden Schulen in Paderborn waren. Ein Großaufgebot an Rettungskräften kümmerte sich um die Verletzten, eine Frau musste mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden.

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