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Bei einem Busunfall auf der A44 in Höhe Meerhof und Blankenrode wurden alle Insassen verletzt. - © Ralph Meyer
Bei einem Busunfall auf der A44 in Höhe Meerhof und Blankenrode wurden alle Insassen verletzt. | © Ralph Meyer

Bad Wünnenberg/Marsberg 40 Verletzte bei Busunfall auf der A44

Der Reisebus aus Hameln kam hinter der Anschlussstelle Lichtenau von der Fahrbahn ab und kippte auf die Seite

Ralph Meyer
07.07.2019 | Stand 08.07.2019, 11:36 Uhr |

Bad Wünnenberg/Marsberg. Bei einem schweren Busunglück auf der Autobahn 44 in Höhe Blankenrode/Meerhof sind in der Nacht zu Sonntag zehn Menschen schwer verletzt worden.  Dreißig weitere Fahrgäste erlitten leichte Verletzungen. Für die Feuerwehren und Rettungsdienste aus den Kreisen Paderborn, Höxter, Soest und dem Hochsauerlandkreis wurde Großalarm wegen eines Massenanfalls an Verletzten ausgelöst. Rund 150 Helfer waren stundenlang im Einsatz. Gegen 0.50 Uhr kam nach Auskunft der Feuerwehr ein mit 38 Fahrgästen und zwei Fahrern besetzter Reisebus aus Hameln mit Fahrziel Italien auf der Fahrt in Richtung Kassel kurz hinter der Anschlussstelle Lichtenau nach rechts von der Fahrbahn ab. Auf einer Strecke von mehreren hundert Metern mähte das schwere Fahrzeug im Grünstreifen zahlreiche Warnschilder für eine Baustelle nieder. Im Bereich einer Straßenbrücke lenkte der 52-jährige Fahrer den Bus zurück auf die Fahrbahn. Dabei verlor er die Kontrolle über den Bus, der anschließend auf die rechte Seite kippte und auf dem rechten Fahrstreifen und dem Standstreifen liegen blieb. Großalarm für Massenunfall mit Verletzten Dabei wurden zehn Fahrgäste schwer verletzt. Darunter sind auch die beiden Busfahrer. Die Feuerwehren aus Meerhof, Bad Wünnenberg und Lichtenau rückten umgehend mit starken Kräften zur Unfallstelle aus. Parallel dazu löste die Leitstelle im Kreis Paderborn Großalarm für die Rettungskräfte unter dem Stichwort "Massenanfall an Verletzten, 20 Personen" aus. Neben dem Leitenden Notarzt Ingo Christiansen rückten sieben Notärzte, mehr als 20 Rettungs- und Krankentransportwagen sowie die Einsatz- und Transportzüge des Deutschen Roten Kreuzes und der Johanniter aus dem Kreis Paderborn und dem Hochsauerlandkreis zur Unfallstelle auf der Autobahn aus. Als die ersten Kräfte an der Unfallstelle eintrafen, stellte Einsatzleiter Alfons Kleffner, der Marsberger Stadtbrandinspektor, erleichtert fest, dass im Bus keine Personen eingeklemmt waren und alle Fahrgäste das Wrack bereits verlassen und sich gruppenweise um den Bus verteilt hatten. Schockräume vorbereitet Die Einsatzkräfte versorgten sofort die am schwersten verletzten Fahrgäste und lieferten sie nach notärztlicher Versorgung in die Krankenhäuser der Region an. Dort waren nach einem Rundruf bereits vorsorglich die Schockräume vorbereitet worden. Anschließend wurden alle Reisenden ärztlich gesichtet. Dabei klagten fünf weitere Personen über zunehmende Schmerzen und wurden anschließend ebenfalls zur stationären Behandlung in Krankenhäuser eingeliefert. Die zunächst als unverletzt eingestuften Reisenden wurden mit dem Großraumbus der Feuerwehr Paderborn ins Gerätehaus nach Essentho gefahren, wo die Feuerwehr eine Betreuungsstelle einrichtete. Dort standen neben Medizinern auch Notfallseelsorger zur psychosozialen Betreuung der Unfallopfer bereit. Einige Reisenden wurden von dort zur ambulanten Behandlung in die Krankenhäuser gefahren, die restlichen Reisenden wurden im Gerätehaus versorgt. Die Autobahn 44 war zwischen den Anschlussstellen Lichtenau und Marsberg für etwa vier Stunden in beiden Richtungen komplett gesperrt. Die Autobahnpolizei leitete den Verkehr ab den Anschlussstellen Lichtenau und Marsberg über die örtlichen Umleitungsstrecken ab. Die Sperrung der Gegenfahrbahn wurde eingerichtet, um den Rettungskräften einen schnellen Zugang zur Unfallstelle zu ermöglichen. Aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens kam es dort zu keinem Rückstau. Obwohl die Unfallstelle bereits im Hochsauerlandkreis lag, gaben die beteiligten Bezirksregierungen grünes Licht, dass die rettungsdienstliche Organisation in Regie des Kreises Paderborn lag.

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