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Trainingsplatz des VfL Lichtenau: Hier werden die Container der Modulbauschule aufgestellt. - © Jens Reddeker
Trainingsplatz des VfL Lichtenau: Hier werden die Container der Modulbauschule aufgestellt. | © Jens Reddeker

Lichtenau Lichtenaus Millionen-Projekt startet mit Containern

Klima-Campus: Die Regierungspräsidentin bringt den sehnlichst erwarteten Förderbescheid persönlich in der Energiestadt vorbei. Gelernt wird demnächst auf dem Sportplatz

Jens Reddeker
28.06.2019 | Stand 28.06.2019, 11:24 Uhr

Lichtenau. Es kann losgehen für Lichtenaus Mega-Projekt "Klima-Campus". Geld für die 14 Millionen Euro schwere Sanierung der Realschule und weitere Projekte im direkten Umfeld kam am Donnerstag aus Detmold. Geldbotin für den gut gelaunten Bürgermeister Josef Hartmann und Projektleiter Jörg Altemeier war Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl persönlich. Sie hatte den Zuwendungsbescheid über 7,5 Millionen Euro im Gepäck. Die Energiestadt muss 6,5 Millionen Euro drauflegen, um das veraltete Schulgebäude energetisch zu sanieren, innen auf den neusten Stand zu bringen und drumherum einen öffentlichen Energieparcours, ein Grünes Klassenzimmer sowie Wegebeleuchtung mit LED-Laternen umzusetzen. Strom kommt aus dem städtischen Windpark Asseln. Möglich wird diese umfassende Sanierung durch die Landesmittel aus dem Programm "Kommunaler Klimaschutz NRW". Projektleiter Altemeier sagt: "Dieses Förderprogramm war ein Glücksfall für uns." Vor einem Jahr reichten die Lichtenauer die Bewerbung ein und erhielten den Zuschlag mit der dritthöchsten Fördersumme in ganz NRW. Begeistert vom Einsatz der Stadtverwaltung in den vergangenen Monaten ist Schulleiterin Andrea Stollberg. Für sie beginnt nach der Bewerbungsphase und der Freude über den Millionen-Jackpot nun der richtige Stress. Die Planungen der Umbauphase werden konkret und es steht ein großer Umzug an. Die Schule mit ihren derzeit 390 Schülern, 36 Lehrern und 15 Klassen wechselt komplett in die Container einer "Modulbauschule", die auf dem benachbarten Trainingsplatz des VfL Lichtenau aufgestellt werden. Der Aufbau der Container soll laut der städtischen Architektin Kordula Böhner Mitte Januar beginnen. Die Miete beläuft sich über zwei Jahre auf 1,6 Millionen Euro. "Die Zeit ist die größte Herausforderung" Da genug Platz vorhanden ist, wird das Containerdorf nur ebenerdig aufgestellt. Für Klassenzimmer, Technikräume und Verwaltung werden 2.400 Quadratmeter benötigt. Der Umzug soll in den Osterferien 2020 geschehen, danach beginnt nebenan die Entkernung des maroden Schulgebäudes. Teile des Baus stammen aus dem Jahr 1972. "Die Zeit ist die größte Herausforderung", sagt Planerin Böhner, die bald mit den Ausschreibungen beginnt. Sie hofft, die Sanierung der Schule und den Bau der Außenanlagen bis Ende 2021 abschließen zu können. Läuft alles nach Plan, ziehen die Schüler in den Osterferien 2022 wieder ins Schulgebäude ein und die Fußballer erhalten ihren Trainingsplatz zurück. Die bei der Scheckübergabe anwesenden Vertreter der vier Lichtenauer Ratsparteien CDU, SPD, FDP und Grüne rekapitulierten noch einmal, wie die Politik um dieses Projekt gerungen habe, das nicht aus der Portokasse zu bezahlen ist. Die Regierungspräsidentin lobte jedoch die am Ende einmütige Entscheidung für den Klima-Campus: "Es spricht für die Arbeit von Politik und Verwaltung, wenn man kontrovers diskutiert und sich am Ende gemeinsam zum Resultat bekennt." Bürgermeister Hartmann ist froh, mit dem Umbau den Schulstandort nachhaltig zu stärken. "Wir haben mit der Realschule Plus das richtige Konzept und jetzt kommt auch noch die passende Hülle drumherum." In der Realschule Plus können Kinder seit 2016 je nach Fähigkeiten entweder die mittlere Reife oder den Hauptschulabschluss erreichen.

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