Blumen und Beifall für Klaus Hoffmann: Am Ende des Konzerts wird der Berliner von seinen Fans per frenetischem Schlussapplaus verabschiedet. - © Dietmar Gröbing
Blumen und Beifall für Klaus Hoffmann: Am Ende des Konzerts wird der Berliner von seinen Fans per frenetischem Schlussapplaus verabschiedet. | © Dietmar Gröbing

Lichtenau Klaus Hoffmann bringt gesungene Poesie ins Kloster Dalheim

Der Berliner Chansonier Klaus Hoffmann beendet den musikalischen Reigen im Kloster Dalheim. Wovon er seinen Fans singend berichtet.

Dietmar Gröbing
17.06.2019 | Stand 18.06.2019, 07:57 Uhr

Lichtenau-Dalheim. Nach Klaus Lage beorderten die „Sommernachtslieder" einen weiteren Klaus ins Kloster: Klaus Hoffmann. Auch er geht wie sein Namensvetter auf die 70 zu, auch er gönnt sich die ein oder andere Sentimentalität. Auf den Weg gebracht in musikalischer Form und zu erleben am Sonntagnachmittag in Dalheim. 680 Damen und Herren lockte Klaus Hoffmann zur Kaffee- und Kuchenzeit in die kontemplative Klosteroase. Mit der Ruhe war es allerdings vorbei, als Hoffmann und sein Begleitmusiker in die Saiten griffen. Ein bisschen zumindest, wurde ein bestimmter Lautstärkepegel doch nie überschritten. Was positiv zu werten ist. In der Ruhe liegt die Kraft. Positive Melancholie Und in der Melancholie, der beinah ohne Unterlass das klingende Wort geredet wurde. Es war wohlgemerkt eine positive Melancholie, die Klaus Hoffmann unter die Leute brachte. Eine beschwingte Nachdenklichkeit, die auf dem deutschsprachigen Musikmarkt ihres gleichen sucht. Jene Nachdenklichkeit durchzieht zugleich Hoffmanns aktuelles Album „Aquamarin", sein mittlerweile 42.(!), wie ein roter Faden. Der Aquamarin gilt als Glücksstein fahrender Seeleute und steht für Aufbruch und Ankunft. Genau davon singt Klaus Hoffmann. Und scheint deshalb ganz bei sich angekommen zu sein. Dennoch bleibt der Berliner ein Suchender. Wohlgemerkt innerhalb der erzählten Geschichten, die niemals banalen Charakter besitzen. Hoffmann hat etwas zu sagen beziehungsweise zu singen. Das Beste daran: Man hört ihm gern zu. Die Illusion wird für den Moment Realität Etwa, wenn er mit Hilfe von „Mein Weg" Stellung zum persönlichen Werdegang nimmt. Zwischendrin geht es nach „Amsterdam", das bei Hoffmann einem mediterranen Halbweltkosmos gleichkommt. Verreist wird auch in „Melancholia", wobei Klaus Hoffmanns Passagen mehr inneren denn äußeren Charakter besitzen. Immer geht es um die poetische Suche nach Erleuchtung, nach Sinn, nach der einzig wahren Liebe. Eine Illusion? Na klar, aber Hoffmann lässt das Illusorische für begrenzte Zeit real erscheinen. Dabei hilft Klaus Hoffmann seine einfühlsame Stimme, die ihre instrumentale Abfederung per Akustikgitarre erfährt. Derweil ist im Hintergrund Hoffmanns wichtigster Weggefährte, der Pianisten Hawo Bleich, aktiv. Bleichs Klavierspiel verleiht dem Gesang eine sanfte Abfederung, die es sich nie zugesteht, lauthals nach vorn zu preschen. Stattdessen bleibt sie auf angenehme Weise „hintergründig".

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