Bei Elmar Kemper konnten die Besucher das Drechslerhandwerk erlernen wie es früher praktiziert wurde. Hier versucht es Bennet (10 ) aus Holtheim. - © Johannes Büttner
Bei Elmar Kemper konnten die Besucher das Drechslerhandwerk erlernen wie es früher praktiziert wurde. Hier versucht es Bennet (10 ) aus Holtheim. | © Johannes Büttner

Lichtenau Hörmuseum in Blankenrode eröffnet

An ausgewählten Orten entlang des rund 2,7 km langen Rundwanderweg A3 geben nun Hörstationen Informationen zu der alten Stätte mitten im Wald

Lichtenau-Blankenrode. Im Rahmen des Projektes „Kinder Erlebniswelt Natur" hat der Naturpark Wald/Eggegebirge die Stadtwüstung Blankenrode akustisch wieder zum Leben erweckt. An ausgewählten Orten entlang des rund 2,7 km langen Rundwanderweg A3 geben nun Hörstationen Informationen zu der alten Stätte mitten im Wald. Kinderstimmen erzählen von ihrem Leben und dem ihrer Nachbarn, Freunde und Verwandte in der damaligen Zeit. 1248 war Blankenrode als Stadt und gleichzeitig als Festung vom Paderborner Bischof und dem Abt des Klosters Corvey gegründet. Doch bereits nach 150 Jahren kam das Ende. Blankenrode wurde 1393 zerstört und von seinen Bewohner verlassen. Mit einem Eröffnungsfest wurde jetzt das neue Hörmuseum mitten im Wald offiziell seiner Bestimmung übergeben. Die neue Attraktion beginnt mitten im Wald, am Wanderparkplatz der Kreisstraße 23 in Richtung Hardehausen. An eigens ausgewählten Orten entlang des Wanderwegs A3 geben in luftiger Höhe angebrachte, mit Solar betriebene Hörstationen Eindrücke zur alten Stadt. So erfahren die Besucher etwa, dass die Stadt in ihrer Blütezeit das Umland beherrschte und sie kontrollierte die wichtige Handelsverbindung, den Warburger Weg. Heute erinnern nur noch Überreste der Wälle, Stadtmauern. Tore und Burg an die einstige Stadt. Landrat Manfred Müller stellte in seinen Grußworten die Einzigartigkeit dieses Projektes heraus: „Vergleichbare Projekte sind mir nicht bekannt und die Herangehensweise der Umsetzung ist einzigartig. Das Hörmuseum lässt und hören, damit vertonte Bilder einer alten Stadt im Kopf entstehen können, ein ’historisches Kopfkino’ sozusagen." Auch Bürgermeister Josef Hartmann freute sich über das neue Museum. „Wir haben das Ziel, unsere historischen Stätten wie die Steinkistengräber, mittelalterliche Burgen, den Attelner Spieker, die barocke Annenkapelle durch regionale Wanderwege touristisch besser zu erschließen. Daher ist es uns eine besondere Freude, dass das Hörmuseum endstanden ist", sagte Hartmann. Erfolgreiche Umsetzung sei entscheidend Ein großes Dankeschön sprachen sich Bürgermeister Hartmann und Birgit Hübner vom Naturpark Teuteburger Wald/Eggegebirge gegenseitig aus. „Das war eine tolle Zusammenarbeit", sagten beide. Auch der Verbandsvorsitzende Christoph Schön betonte: „Dieses Projekt unterstreicht deutlich, dass es für eine erfolgreiche Umsetzung entscheidend ist, wenn der Rückhalt in der Gemeinde vor Ort gegeben ist- und dieses ist hier vorbildlich geschehen." Umrahmt wurde die Eröffnung des Hörmuseums mit einem bunten Treiben mit mittelalterlichem Handwerk, Ritter und Musik. Eine Pferdekutsche brachte die Besucher zum Wanderparkplatz, von wo aus sich die Besucher auf die Zeitreise begaben. Das Hörmuseum in Blankenrode ist in Kooperation mit dem Landesbetrieb Wald, Holz, Regionalforstamt Hochstift als Grundbesitzer vom Naturpark realisiert worden. Unterstützt wurde es von der Stadt Lichtenau und dem Kreis Paderborn. Die finanzielle Förderung der 95.000 Euro Maßnahme erfolgte von Seiten des EFRE-Projektes (80 Prozent) und des Kreis Paderborn (20 Prozent).

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