Macht sich stark für die Natur: Manfred Keuter, der Vorsitzende des Heimatvereins Atteln. - © Karl Finke
Macht sich stark für die Natur: Manfred Keuter, der Vorsitzende des Heimatvereins Atteln. | © Karl Finke

Lichtenau Attelner Heimatverein kämpft für Naturschutz

Anstoß: Die Gruppierung fordert konkrete Maßnahmen für den Erhalt von Arten und naturnahen Flächen in ganz Lichtenau. Sie setzt dabei deutliche Schwerpunkte

Lichtenau-Atteln. Wer glaubt, in Heimatvereinen tummeln sich Hinterwäldler, die vergangenen Zeiten nachweinen, sollte sich mal im Heimatverein Atteln umhören. Deren Vorsitzender Manfred Keuter sorgt in ganz Lichtenau nun mit einem Konzeptpapier über mehr Naturvielfalt für Aufsehen. Das zweiseitige Schreiben wird am Donnerstag im Stadtrat präsentiert. Keuter fordert sehr konkrete Maßnahmen. Als Grund den Naturschutzplan des Heimatvereins gibt Keuter an, dass auch in Lichtenau mit seinen 15 Ortschaften "ein massiver Artenrückgang und eine zunehmende Ausräumung der Landschaft" zu sehen sei. Naturnahe Flächen würden immer weniger, die Landschaft werde "leerer". Der Verein, der schon seit seiner Gründung 1989 immer wieder mit Naturschutzaktionen auf sich aufmerksam machte, will eine vielfältigere und buntere Natur im Stadtgebiet. Der aufgestellte Maßnahmenkatalog hält daher Vorschläge für Böschungen und Wegraine, für Hecken, Bäume und den allgemeinen Umgang mit städtischen Flächen bereit. So soll eine "Wegrain-Studie" aufzeigen, wo an Wegen die zusätzliche Pflanzung von Hecken möglich ist. An den Wegrändern sollte in der Regel das Mulchen unterbleiben, da es zu "massivem Artenrückgang" führe, auch Landwirte müssten die negativen Folgen des Mulchens informiert werden. Mehr Hecken sollen es sein Hecken dürfen nach Meinung des Vereins nicht mehr verschwinden. Pflegemaßnahmen an Hecken müssten auf ökologische Belange Rücksicht nehmen, sie seien nur abschnittsweise alle 10 bis 25 Jahre auf den Stock zu setzen. Anstatt Hecken schmaler zu machen, sollten sie durch die Stadt sogar vermehrt neu gepfalnzt werden. Die Stadt sollte darüber hinaus Hecken-Anpflanzungen von Privatleuten und Vereinen unterstützen. Auch Landwirte sollen angehalten werden, Hecken und Sträucher zu pflanzen. Der Heimatverein kämpft darüber hinaus um Lichtenaus Bäume. Keuter schreibt: "Die letzten ortsbild- und landschaftsprägenden Bäume in der Stadt sind unbedingt zu erhalten." Bevor ein Baum gefällt werde, sollte in jedem Einzelfall eine fachgerechte Beschneidung geprüft werden, um ihn zu retten. Die Ortsheimatpfleger sollten einbezogen werden. Reduziert werden soll nach Meinung der Attelner das Beschneiden von Bäumen entlang von Straßen und Wegen. Die Schnitte seien "Verletzungen des Baumes", die sogar zum Absterben führen könnten. Die besorgten Vereinsmitglieder fordern die Stadt auf, ein Konzept zur ökologischen Aufwertung der kommunalen Flächen zu erstellen. Für die Umsetzung der geforderten Maßnahmen regt der Heimatverein einen "Runden Tisch zur Förderung von Natur und Vielfalt" an. Daran beteiligt sein sollten Vertreter von Stadt und Kreis, Grundstückseigentümer sowie andere Interessengruppen. Bürgermeister Josef Hartmann empfiehlt dem Stadtrat, dass sich der Ausschuss für Energie, Umwelt und Forsten mit den Forderungen befasst, um dann städtische Maßnahmen auf den Weg zu bringen. Die Attelner werden genau beobachten, was Politik und Verwaltung umsetzen.

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