Hierum geht es: Das Leinkenjost-Areal in Lichtenau. - © Anja Ebner
Hierum geht es: Das Leinkenjost-Areal in Lichtenau. | © Anja Ebner

Lichtenau Leinkenjost-Gelände: Lichtenau kauft Nahwärmeanlage nicht

Der Erwerb wäre derzeit nicht wirtschaftlich

Lichtenau. Die Stadt Lichtenau wird das Gelände der insolventen Firma Leinkenjost nicht kaufen. Dies ist das Ergebnis der Beratung im Bau- und Planungsausschuss des Stadtrats. Die CDU hatte beantragt, die städtischen Möglichkeiten bei einem Erwerb der Immobilie auszuloten. Kern des Antrags war die Holzschnitzel-Kesselanlage, die zur Nahwärmeversorgung genutzt werden könne. Diese Kesselanlage wurde von der Firma Leinkenjost vor etwa fünf Jahren eingebaut und würde laut Antrag eine Wärmeversorgung von 890 Kilowatt aufbringen. Idee der CDU war es, diese Anlage zur Wärmeversorgung in das Klimacampus-Konzept zu integrieren. Für den freien Markt Weiter sollten die Hallen für den städtischen Bauhof genutzt und dazu gehörende Grundstücke als Bauland weiterentwickelt werden, um an der vorhandenen Wohnbebauung anzuschließen. Vorteilhaft für die Stadt sei zudem, dass der städtische Forst die Versorgung der Heizungsanlage sicherstellen könne und die Stadtwerke Lichtenau ihr Geschäftsfeld in der Energiesparte auf den Vertrieb von Fernwärme erweitern. Die jetzt vom Bauhof genutzte Immobilie könne nach einem Umzug dem freien Markt zur Verfügung gestellt werden. „Dadurch, dass die Dienstleistungen sich im Kreislauf der städtischen Unternehmen und Eigenbetriebe bewegen, könnte dies dauerhaft durch die steuerliche Optimierung des Konzerns Stadt Lichtenau nur von Vorteil sein", heißt es im CDU-Antrag. Mit einer insgesamt fünfseitigen Stellungnahme antwortete Bürgermeister Josef Hartmann darauf und stellte klar, dass eine Veränderung des derzeit laufenden Förderantrags „Klimacampus" nach Rücksprache mit der Bezirksregierung Detmold nicht möglich sei. Neuer Antrag ist nicht möglich Eine andere Erzeugung und Nutzung der im Antrag ausgewiesenen Wärmequelle durch die Versorgung der Windkraftanlagen sei eine gravierende Änderung des Antrags und würde dazu führen, dass dieser neu gestellt werden müsse – was faktisch nicht möglich ist, da der Aufruf bereits geschlossen ist. Weiter ging Hartmann auf den Vorschlag ein, den Bauhof in die Hallen der Firma zu verlagern und die Gebäude des jetzigen Bauhofs zu veräußern. „Ich darf in diesem Zusammenhang allerdings noch einmal die Mitglieder des Rates der Stadt Lichtenau daran erinnern, dass die Heizungsanlage für das Technologiezentrum in der Haupthalle des städtischen Bauhofes gelegen ist. Weiterhin befindet sich auf dem Bauhofgelände die Tiefenbohrungen zur Versorgung der Heizungsanlage für das Technologiezentrum", so Hartmann. Das Gelände müsse jederzeit zugänglich sein, was sich vermutlich negativ auf einen Kaufpreis auswirken würde. Dass der Bauhof durch die gestiegene Aufgabenübertragungen mittelfristig eventuell umziehen müsse, sei der Verwaltung klar. Man führe seit einiger Zeit Gespräche mit dem Kreis Paderborn, da dieser einen Neubau des zentralen Bauhofs im Bereich „Alte Schanze" plane. Im Zuge dessen könne man sich in Absprache mit dem Kreis vorstellen, dass die Stadt Lichtenau das Gelände des jetzigen Kreisbauhofs in Lichtenau übernimmt. Aufgrund der vorhandenen Infrastruktur sei das Gelände ein zentraler Stützpunkt zum Beispiel für den Winterdienst. Ein Einzug in die Hallen der Firma Leinkenjost würde Umbauten in einem mittleren bis oberen sechsstelligen Bereich bedeuten, da umfangreiche Renovierungs- und Sanierungsarbeiten anstünden. Kaufpreis von zwei Millionen Euro In Bezug auf die Nutzung der Heizungsanlage als Geschäftsfeld der Stadtwerke äußerte sich Hartmann skeptisch: „Das Heizkraftwerk auf dem Leinkenjost-Gelände hat nach unseren Informationen eine Leistung von circa 890 Kilowatt. Damit könnte ein Bedarf von circa 100 Wohngebäuden abgedeckt werden. Diese Auslastung sehe ich kurz- und mittelfristig nicht." Nach derzeitigem Stand beliefe sich der Kaufpreis auf etwa zwei Millionen Euro, bezöge man die Nebenkosten wie die Grunderwerbssteuer mit ein. Ohne eine gutachterliche Objektbewertung inklusive möglicher Altlasten könne dieses Thema nicht seriös bewertet werden. Eine Gesamtwirtschaftlichkeit des Ankaufs sei derzeit nicht erkennbar. „Uns war nicht bewusst, dass unser Vorschlag zur Nutzung der Heizanlage für den Klimacampus dazu führt, dass das Projekt nicht bewilligt wird", so Josef Eich (CDU). Man erwarte aber, dass die Verwaltung weiter am Ball bleibe und bei einem besseren Preis einen Kauf der Immobilie in Betracht ziehe.

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