Plattdeutsch ist ne runde Sache: Fräulein Scholz kommt mit dem Rad zum Unterricht. - © DIG
Plattdeutsch ist ne runde Sache: Fräulein Scholz kommt mit dem Rad zum Unterricht. | © DIG

Lichtenau Galaabend der Lichtenauer Spielschar in der Schützenhalle

Karneval: Den 350 ausgelassen feiernden Närrinnen und Narren wird einiges geboten

Lichtenau. Sei schlauer, mach es wie die Lichtenauer. Und halte deine Karnevalsgala ab, wenn andere Jecken pausieren: am Sonntag. Denn wer gegen den Strom schwimmt, kommt eher zur närrischen Quelle. Was sich rund 350 Menschen zu Herzen nahmen. Sie kamen am letzten Tag der Woche in der Schützenhalle zusammen. Bestaunt wurden rund 70 Bühnenakteure. Sie bildeten das Fundament einer mehrstündigen Sause, die Spaß und Kurzweil zu bieten hatte. Vor allem aufgrund der gefälligen Mixtur aus Wort- und Bewegungseinheiten. Auf den Weg gebracht wurde das Paket wie immer von der Lichtenauer Spielschar, die ihrem Namen alle Ehre machte. Folglich wurden die Tanzdarbietungen immer wieder von Büttenreden, Parodien und anderen verbal gestützten Nummern unterbrochen. Die wortreichen Einschübe provozierten jede Menge Lacher und Applaus seitens des Publikums, das ausnahmslos in fantasiereiche Kostümierungen gekleidet war. Giraffen und Frösche, Seeräuber und Pizzabäcker sowie Bauarbeiter und Freiheitsstatuen stachen ins Auge. Was nicht weniger für die Lichtenauer Garde galt, die ihren Showtanz diesmal auf das Thema „Cheerleading" abgestellt hatte. Fünf Lichtenauer Herren mussten nachsitzen Pompons, Arme und Beine wurden gekonnt im Rhythmus der Musik bewegt. Die kam unter dem Titel „Run The World" daher, wobei sich die Protagonistinnen darauf beschränkten, den Lichtenauer Mikrokosmos zu erlaufen. Was ebenso für den klassischen Gardetanz galt. Gekleidet in rot-weiße Garderobe, erzwang man aufgrund gezeigter Fähigkeiten eine Zugabe. Extraschichten gab bei den Sketchen nicht, doch die heiteren Einsprengsel kamen nicht weniger gut an. So konnte man fünf Lichtenauer Herren beim Nachsitzen betrachten. Unterrichtet wurden sie in plattdeutscher Sprache von Fräulein Scholz. Die kam mit dem Fahrrad zum Unterricht, bevor sie ihre Klasse zum Morgengebet und anschließendem Textilunterricht bat: „Heute ist der Kreuzstich dran". Aufs Wasser begaben sich Jan-Erik Hanitz, Jan-Niklas Bentfeld und Pascal Klinke. Bewaffnet mit drei Angelruten hielt man Ausschau nach Frühaufstehern in Stromlinienform, denn „Morgenstund hat Goldfisch im Mund". Essbares zog das Trio nicht aus dem Wasser, wohl aber eine Flaschenpost samt innewohnendem Geist. In Folge dessen hatte das Dreigespann einen Wunsch frei: „Wir wollen die Frauen verstehen" überstieg allerdings die Fähigkeiten des Geistes, der stattdessen „einen Autobahnbau zwischen Helgoland und Alaska" vorschlug.

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