Kernort: Die Lichtenauer Stadtmitte von oben auf einem Bild aus dem Frühjahr 2017. - © Jens Reddeker
Kernort: Die Lichtenauer Stadtmitte von oben auf einem Bild aus dem Frühjahr 2017. | © Jens Reddeker

Lichtenau Einigkeit im Jahr der Großprojekte

Geld: Die im Lichtenauer Haushalt 2019 verankerten Millionen-Investitionen werden von allen Fraktionen mitgetragen. Einstimmig wird das Zahlenwerk der Verwaltung verabschiedet

Lichtenau. Alle Fraktionen tragen den Haushalt der Stadt Lichtenau für 2019 mit. In der jüngsten Ratssitzung gaben die Kommunalpolitiker von CDU, SPD, Grünen und FDP sämtlichst ihre Zustimmung zum Zahlenwerk, das Bürgermeister Josef Hartmann (SPD) eingebracht hatte. Als große Investitionen stehen in der Energiestadt die Sanierung der Realschule - unterstützt durch eine 6,8-Millionen-Förderung für den Außenbereich Klima-Campus - sowie der Neubau des Feuerwehrhauses in Atteln/Henglarn an. In Herbram soll die Kindertageseinrichtung Pepino ausgebaut und im Altenautal sollen zwei neue Gruppen geschaffen werden. Auch die Sanierung und Erweiterung der Kilian-Grundschule sowie die Erweiterung der gut laufenden Realschulmensa binden Gelder. Die Fraktionschefs gaben vor der Haushaltsverabschiedung einen Ausblick auf die anstehenden Aufgaben der Stadt. CDU Fraktionsvorsitzender Josef Eich ist der Meinung: "Lichtenau entwickelt sich gut." Bauplätze könnten angeboten werden, Steuereinnahmen sprudelten und das Gewerbegebiet wachse. Zentrales Anliegen der Christdemokraten sei für 2019, dass "zugesagte Dinge auch umgesetzt werden". Er glaubt angesichts der Aufgabenlast: "Es wird eng." Beim "Klima-Campus" fordert Eich, neben den Bauplänen auch die pädagogische Ausrichtung zu entwickeln. Er mahnt die Verwaltung, Orte außerhalb der Kernstadt kosequent zu bedenken. Während am Klima-Campus 120.000 Euro für den Austausch von Wegbeleuchtung vorgesehen seien, seien an vielen Stellen Buswartehäuschen des Schulverkehrs komplett im Dunkeln. "Ausdrücklich" unterstützte die CDU die Errichtung einer neuen Kita im Altenautal. SPD Der stellvertretende Fraktionschef Wigbert Ottemeier übernahm bei den Sozialdemokraten für den erkrankten Markus Lübbers. Er nennt die durch Haushaltsmittel unterstütze Glasfaserversorgung von Außenbereichen einen "wichtigen Bestandteil der Daseinsvorsorge" und formuliert: "Wir werden nicht lockerlassen, bis alle Ortschaften über einen Glasfaseranschluss verfügen." Der SPD liege die ortsnahe Versorgung mit Kita-Plätzen am Herzen. Junge Eltern dürften "nicht im beruflichen Umfeld beeinträchtigt werden", sagt Ottemeier. Die Aussicht auf die Förderung zum "Klima-Campus" nennt die SPD einen "Sechser mit Zusatzzahl". Die Realschule könne "energetisch auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden und auch die Freizeitanlagen profitierten. Die Nachfrage nach Gewerbe-Grundstücke zeige, so Ottemeier, "welch positive Wirkung es hat, wenn der Bürgermeister hier in der Stadt verwurzelt ist und Sprache der Lichtenauer spricht". Grüne Bernd Keiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen, hält die finanzielle Situation der Stadt für "keinesfalls rosig, aber gut". Es seien die Gewerbesteuereinnahmen aus der Windkraft, die "die Luft zum Atmen" geben. Um möglichst vielen Menschen bezahlbare Grundstücke anbieten zu können, plädiert Keiter dafür, Grundstücke unterschiedlich groß zuzuschneiden. Mit Fertigstellung des Enercon-Schulungszentrums entstehe 2019 ein "weiteres Leuchtturmprojekt" für die Energiestadt. Auch die Grünen begrüßen die Investitionen im Bildungsbereich und in die Glasfaseranbindung aller Orte. Sie fordern eine verstärkte Kulturförderung und richten besonderen Dank an alle ehrenamtlich tätigen Lichtenauer. FDP Für die Freidemokraten formuliert Fraktionschef Uwe Kirschner, dass es ihnen "nicht leichtgefallen" sei, dem defizitären Etat zuzustimmen. Aufgrund der "zukunftsträchtigen Investitionen" sei ein ausgeglichener Haushalt aber nicht möglich. Mit dem Klima-Campus verbinde die FDP "große Hoffnungen und Erwartungen". Ein besonderes Augenmerk wolle die Fraktion auch auf die Bauprojekte Kilian-Grundschule und Altenau-Grundschule legen. Beim Feuerwehrgerätehaus Atteln/Henglarn werde es "nun endlich Zeit", mit dem Bau zu beginnen. Die Planung müsste Anfang Februar von Feuerwehr- und Bauausschuss abgeschlossen werden.

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