Über den Wettbewerbsgewinn freuen sich (v. l.) Bürgermeister Josef Hartmann, sein Allgemeiner Stellvertreter und Projektleiter Jörg Altemeier, Klimaschutzmananger Günther Voß, vom Gebäudemanagement Herbert Pennig, Fachbereichsleiterin Vanessa Tegethoff, Architektin Kordula Böhner, Miriam Günther (Stadtmarketing) und Schulleiterin Andrea Stollberg. - © Lea Wirtz
Über den Wettbewerbsgewinn freuen sich (v. l.) Bürgermeister Josef Hartmann, sein Allgemeiner Stellvertreter und Projektleiter Jörg Altemeier, Klimaschutzmananger Günther Voß, vom Gebäudemanagement Herbert Pennig, Fachbereichsleiterin Vanessa Tegethoff, Architektin Kordula Böhner, Miriam Günther (Stadtmarketing) und Schulleiterin Andrea Stollberg. | © Lea Wirtz

Lichtenau Millionen-Gewinn für Klima-Campus der Energiestadt Lichtenau

Warum die Realschule für die Gebäude-Sanierung komplett in Container umzieht und Standort für Elektromobilität wird

Karl Finke
30.10.2018 | Stand 31.10.2018, 08:33 Uhr

Lichtenau. Die Energiestadt Lichtenau zählt zu den Gewinnern im Wettbewerb Kommunaler Klimaschutz des NRW-Wirtschaftministeriums. Die Kommune darf damit Fördergelder bis zu 6,8 Millionen Euro erwarten, die zu einem großen Teil für die Sanierung des Realschulgebäudes eingesetzt werden sollen. Die Schule soll zukünftig mit Wärmetauschern über Strom aus dem benachbarten Windpark Asseln beheizt werden. "Klima-Campus - Bildungs-, Sport- und Freizeitzentrum" heißt das Erfolgsprojekt, das im Außenbereich des Schulzentrums Elektro-Mobilitätsangebote einbinden wird. Dazu zählen ein Jugendmobil in Verbindung mit dem Sportverein VfL, Führerschein-Kurse mit E-Mofas und der schon länger angestrebte Wechsel auf einen elektrisch angetriebenen Bürgerbus. Auf dem Schulgelände sollen Schnelladesäulen errichtet werden. "Das ist wie ein Sechser im Lotto. Unser Profil als Energiestadt wird damit weiter geprägt", beschrieb Bürgermeister Josef Hartmann die Fördersumme aus Düsseldorf. Von 25 Anträgen in der zweiten Förderphase wurden von einer Jury 13 Projekte ausgewählt. Lichtenau muss 20 Prozent der geplanten Investionssumme in Höhe von 8,5 Millionen Euro selbst tragen. Maßnahmen direkt umsetzbar Projektleiter Jörg Altemeier sah als mitentscheidend für die Förderung, dass die Maßnahmen in den laufenden Bauarbeiten im Schulzentrum direkt umsetzbar sind. "Kein künstliches Konstrukt", ergänzt die städtische Architektin Kordula Böhner. Die Stadt will sich mit dem Förderantrag auch um Personalzuwachs für die Projektumsetzung bemühen. Auf den Projektantrag hätten sich "fünf, sechs Menschen gestürzt", beschrieb Klimaschutzmanager Günther Voß die Anstrengungen im Rathaus. Das Schulzentrum mit dem ältesten Trakt aus dem Jahr 1972, der Erweiterung von 1979 und Anbauten in den Jahren 1993/94 ist in Bezug auf die Energiebilanz der größte öffentliche Kohlendioxidproduzent in der Stadt. Mehr als 60.000 Euro jährlich wurden dort zuletzt verheizt. Mit neuer Wärmedämmung und Strom aus der Windkraft soll der Betrag zukünftig auf 34.000 Euro im Jahr reduziert werden. Die Schule werde an eine neue Stromleitung der Asselner Windkraft nach Kleinenberg zum Unternehmen Benteler angeschlossen, so die Architektin Böhner aus dem Bauamt. Während der Sanierungsmaßnahmen will die Stadt die Realschule komplett in Container auslagern, die auf dem benachbarten Ausweichsportplatz platziert werden könnten. Das wären rund 390 Schüler in 15 Klassen, so Realschulleiterin Andrea Stollberg: "Die Unannehmlichkeiten nehmen wir in Kauf, denn wir wissen wofür." Schon heute, während der Baumaßnahmen und auch in der Zukunft werde das Thema Klima im Unterricht behandelt. Im Projektantrag sind weitere Maßnahmen im Außenbereich der Schule enthalten wie ein grünes Klassenzimmer, ein Energie-Erlebnisparcours und LED-Beleuchtungen. Alle Maßnahmen müssen bis Mitte 2022 umgesetzt sein. Ein Baubeginn könnte im besten Fall in den Osterferien 2020 gelingen.

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