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Hövelhof Packziege Toni und die Lämmer

Fast 500 Tiere wurden in der Heidschnuckenschäferei in diesem Frühjahr geboren

VON ANNIKA FALK
13.04.2013 , 00:31 Uhr
Schäfermeister Max Laabs hütet die Herde mit Hilfe der Schäferhunde Bonny, Fluse und Schäferhund-Azubi Ari (schwarz), die erst ein Jahr alt ist und noch viel lernen muss. Packziege Toni nimmt dem Schäfer das schwere Gepäck ab - bis zu 20 Kilogramm trägt er. - © FOTO: ANNIKA FALK
Schäfermeister Max Laabs hütet die Herde mit Hilfe der Schäferhunde Bonny, Fluse und Schäferhund-Azubi Ari (schwarz), die erst ein Jahr alt ist und noch viel lernen muss. Packziege Toni nimmt dem Schäfer das schwere Gepäck ab - bis zu 20 Kilogramm trägt er. | © FOTO: ANNIKA FALK

Hövelhof. Die Heidschnuckenherde der Hövelhofer Schäferei hat den langen Winter gut überstanden. Seit Anfang März wurden schon fast 500 Lämmer geboren. Nach zwei bis vier Wochen schließt sich der Nachwuchs bereits der Herde an, die täglich den Truppenübungsplatz abgrast.

Drei Mal haben die Schäfer Max Laabs, Renate Regier und Elena Schauerte in den vergangenen Wochen die Herde in den Stall geholt, haben die Euter abgetastet. Die Mutterschafe, die kurz vor der Geburt standen, blieben im Stall, der Rest der Herde machte sich wieder auf zum Truppenübungsplatz.

Einige Tiere wurden auch auf der Weide geboren, dann aber samt Mutterschaf mit Hilfe eines Anhängers in den Stall gefahren. Seit Sonntag grasen in der Herde rund 300 Lämmer – vorher wurde im Stall ein bisschen mit den Schäferhunden geübt, damit alle wissen, dass sie beisammen bleiben müssen.

Seit einem halben Jahr begleitet auch Toni die Schafsherde. Der Ziegenbock wurde als Packtier von einem befreundeten Schäfer gekauft. Denn Schäfermeister Max Laabs leidet an einem Meniskusschaden, kann sein Gepäck nicht mehr selbst mehrere Stunden durch die Senne tragen. "Warme Klamotten, Kaffee, Tee und Ersatzsocken haben wir meistens dabei", sagt Renate Regier, die sich im Stall um die Neugeborenen und die Mutterschafe kümmert, während ihr Kollege die Herd hütet.

Information

Ziegen überwintern im Stall


Die Heidschnuckenschäferei gehört zur Biologischen Station Kreis Paderborn/Senne und besteht seit 1990.

Die Beweidung mit den Heidschnucken hilft dabei, die westfälische Heidelandschaft auf dem Truppenübungsplatz Senne zu erhalten.

Die Herde mit knapp 600 erwachsenen Tieren bleibt – außer während der Lammzeit – ganzjährig in der freien Natur.

Nur die knapp 20 Ziegen durften in diesem kalten Winter in den Stall, weil ihr Fell kürzer ist als das der Schnucken. (faa)

Das ganze Jahr sind die Schafe – und damit auch die Schäfer – in der freien Natur.

"Der Winter war eigentlich nicht schlimm, für uns sind minus fünf Grad und trockenes Wetter angenehmer als fünf Grad und Regen", sagt Laabs. "Und wenn die Wolle der Schnucken nass wird, verlieren sie an Energie", bestätigt Kollegin Renate Regier.

Sie hat den Lämmern, bevor sie auf die Weide dürfen, Ohrmarken verpasst – den Mädchen grüne, den Jungs blaue. "In diesem Jahr wurden nicht so viele Mehrlinge geboren wie in den Vorjahren", sagt die Schäfermeisterin, die darüber nicht böse ist. Denn Einlinge seien größer, müssten nicht mit der Flasche aufgezogen werden und würden schneller wachsen.

Und die Lammböcke könnten früher geschlachtet werden als Zwillings- oder Drillingstiere. Sie werden kastriert und im Alter von ungefähr einem Jahr geschlachtet – bevor sie ihre Milchzähne verlieren und dann Hammel genannt werden. Das Lammfleisch kann direkt in der Schäferei erworben werden. Das Fleisch der älteren Tiere eignet sich eher zur Herstellung von Salami, Bratwurst oder der selbst hergestellten "Heideknacker", erklärt Regier.

Die Schäferei unter Trägerschaft der Biologischen Station Kreis Paderborn/Senne ist auch auf Spenden angewiesen. Wer das Projekt unterstützen möchte oder ein ausgefallenes Geschenk sucht, kann für die neugeborenen Lämmer eine Patenschaft übernehmen. Für 90 Euro gibt es eine entsprechende Urkunde. Weitere Informationen im Internet unter www.bs-paderborn-senne.de