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Wurde 79 Jahre alt: Der Hövelhofer Unternehmer Rudolf Henrichsmeyer. - © Andreas Kirschner
Wurde 79 Jahre alt: Der Hövelhofer Unternehmer Rudolf Henrichsmeyer. | © Andreas Kirschner

Hövelhof Trauer um Hövelhofer Unternehmer Rudolf Henrichsmeyer

Nachruf: Der Möbelfabrikant und Pionier bei der Herstellung besonderer Schubkästen ist im Alter von 79 Jahren gestorben

29.10.2019 | Stand 29.10.2019, 14:04 Uhr

Hövelhof. Einer der bekanntesten Unternehmer Hövelhofs, Rudolf Henrichsmeyer, ist wenige Tage vor seinem 80. Geburstag gestorben. Das teilt die Unternehmensgruppe mit. Henrichsmeyer hatte sie fast 40 Jahre mit den Marken Geha-Möbel und Formaplan geführt und dadurch weit über die Region hinaus Bedeutung erlangt. Nach langer erschöpfender Krankheit sei Henrichsmeyer, begleitet von seiner Familie, sanft in seinem Haus in der Allee eingeschlafen. "Sein Weitblick und kluger Rat werden fehlen", heißt es in einem Nachruf des 1928 gegründeten Unternehmens. Nach dem Unfalltod seines Vaters und Unternehmensgründers Josef Henrichsmeyer im Jahr 1967 musste Rudolf mit 28 Jahren von einem Tag auf den anderen die Leitung des Unternehmens und die Verantwortung für damals rund 500 Mitarbeiter unternehmen. Fachlich darauf vorbereitet war er als Absolvent der Holztechnikum-Fachhochschule in Rosenheim. Den seinerzeit bereits bedeutenden Schlafzimmerhersteller Geha-Möbel führte er erfolgreich fort und präsentierte dem Markt 1969 einen neuartigen folienummantelten Schubkasten. Dieser Erfolg wurde die Basis für ein zweites Standbein: die Lieferung von Schubkästen und Möbelfertigteilen. Als Hersteller wurde Henrichsmeyer somit Zulieferer seiner Mitbewerber - damals einzigartig in der Möbelindustrie. 1979 kam es zur Ausgründung der Firma Formaplan, die seitdem stark gewachsen ist. Geha-Werke und Formaplan zählen zu den größten Arbeitgebern in der Sennegemeinde und prägten wesentlich die wirtschaftliche Entwicklung der Kommune. Als Zeichen der Verbundenheit von Geha-Werken und Gemeinde steht seit 2013 eine frühere Geha-Rangierlok als Industriedenkmal am Sennebahnhof. Fairer Partner für die Mitarbeiter Heute ist die Rudolf Henrichsmeyer Formaplan Partner der Möbelindustrie in Deutschland und Europa. Seit 1993 zählt auch der schwedische Weltkonzern Ikea zu den Kunden des Hövelhofer Unternehmens, das nach der Wiedervereinigung auch die Notwendigkeit erkannte, die Industrie in Polen auf kurzen Wegen zu beliefern. Mittlerweile betreibt Formaplan zwei Produktionsstandorte in Polen. Rudolf Henrichsmeyer erspürte nach Angaben seiner Wegbegleiter stets, wie Wachstumspotentiale zielstrebig zu nutzen waren. Für seine Mitarbeiter sei er ein fairer und offener Ansprechpartner gewesen. Auch die vielleicht größte Hürde im Unternehmerleben nahm der Hövelhofer souverän. Ihm gelang nach der Jahrtausendwende die reibungslose Übergabe der Geschäfte an die dritte Generation. Bis heute ist die Familie der Kern der Henrichsmeyer-Unternehmensgruppe. Aus der Riege der vier Kinder des Unternehmers steht Sohn Rolf seit 2005 als geschäftsführender Gesellschafter an der Firmenspitze. Die Trauerfeier für Rudolf Henrichsmeyer findet am Samstag, 2. November, um 10.30 Uhr in der Hövelhofer Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk statt. In den Eingängen der Kirche liegen Kondolenzbücher aus. Im Anschluss folgt die Beisetzung von der Friedhofskapelle aus.

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