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Die graue massive Betonmauer sorgt für Gesprächsstoff in Hövelhof. - © Jens Reddeker
Die graue massive Betonmauer sorgt für Gesprächsstoff in Hövelhof. | © Jens Reddeker

Hövelhof Wirbel um wuchtige Wand des neuen E-Centers in Hövelhof

Der Neubau des E-Centers sorgt für Stirnrunzeln bei Bürgern und Politikern. Aus den Fraktionen kommen deutliche Signale in Richtung des Investors

Jens Reddeker
26.09.2019 | Stand 25.09.2019, 20:05 Uhr

Hövelhof. Die südliche Ortseinfahrt hat durch den Klinkerbau von Cup & Cino ein neues Gesicht bekommen. Ein verändertes Bild entsteht in Hövelhof auch am nördlichen Ortsrand. Der Neubau des E-Centers an der Bielefelder Straße wächst seit Anfang Mai. Gewachsen ist mittlerweile auch der Ärger bei Hövelhofern, die von der Betonfassade erschrocken sind, den Bau für zu wuchtig halten oder die Rechtmäßigkeit des Abstands zum Radweg an der Straße bezweifeln. Der Investor, die Rietberger Lüning-Gruppe, teilt mit, dass die endgültige Gestaltung der Außenfassade noch nicht feststehe. In der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses sah sich Bürgermeister Michael Berens (CDU) zu einer Erklärung in Sachen E-Center genötigt. Er gab an, dass dem Gemeinderat die Planungen vorgestellt worden seien und Lüning die Vorgaben des Bebauungsplanes einhalte. Eröffnung Mitte 2020 Der bisherige Elli-Markt soll Mitte 2020 als E-Center neu eröffnen. Die Verkaufsfläche wächst dann von 1.200 Quadratmetern auf etwa 3.500, hinzu kommen noch 300 Quadratmeter für Shops wie Bäcker oder Zeitschriften. Schon Ende dieses Jahres soll der erste Bauabschnitt über 1.500 Quadratmeter im neuen Marktdesign fertig gestellt sein. Erkennbar ist am Rohbau aktuell, dass die Fassade des vergrößerten Supermarkts anders als in der Anfang 2018 im Gemeinderat vorgestellten Planung aussehen wird. Ursprüngliche Zeichnungen wiesen eine große zusammenhängende Fensterfläche an der Bielefelder Straße aus. Die aktuellen Baufortschritte zeigen, dass stattdessen zwei hochformatige Fenster zur Straße hin entstehen. "Ich hätte mir gewünscht, dass der Investor diese Änderungen auch kundtut. Es ist zumindest unglücklich, wenn dem zuständigen Ausschuss solche Veränderungen nicht bekannt sind", sagt FDP-Ratsherr André Klocksin über die Unterschiede in Planung und Ausführung. Er bemängelt darüber hinaus, dass die Nähe des Baukörpers zur Bielefelder Straße "auf der Skizze so nicht sichtbar" gewesen sei. Sein Zwischenfazit: "Schön sieht es nicht aus, aber baurechtlich ist wohl alles einwandfrei." Schlüter spricht von "bitterem Anblick" In ihrer ablehnenden Haltung zum Projekt fühlen sich die Hövelhofer Grünen bestätigt. Ratsherr Jörg Schlüter sagt: "Auch aus städtebaulicher Sicht haben wir als Einzige dem Vorhaben nicht zugestimmt." Die Baustelle biete derzeit einen "bitteren Anblick", sagt Schlüter. "Die Realität hat meine negativen Erwartungen noch übertroffen." Er hofft jedoch, dass die Fassade durch intelligente Gestaltung aufgewertet wird. "Beleuchtung könnte ein gutes Mittel sein." SPD-Fraktionschef Mario Schäfer sagt, er sei "überrascht von der Wucht", die die Außenwand mittlerweile darstelle. Gespannt sei die SPD-Ratsfraktion vor allem auf die Bepflanzung rund ums Gebäude und im Parkplatzbereich: "Das ist vom Investor angekündigt worden." Schäfer betont, dass Lüning nicht in der Pflicht gewesen sei, im Gemeinderat Pläne vorzulegen: "Genehmigungsbehörde ist der Kreis, daher können wir froh sein, dass wir einbezogen wurden. Das zeigt Lünings Interesse an einer Beteiligung." Fassade soll so nicht bleiben Auch die Hövelhofer CDU haben laut Fraktionschef Udo Neisens Bürgeranfragen zum Bau erreicht. "Wir verweisen darauf, dass es sich um den Rohbau handelt", sagt er. "Der Bauherr wird das so nicht belassen, sondern an der Fassade etwas tun." Laut Neisens hätten schon die ursprünglichen Lüning-Pläne gezeigt, dass der Bau nah an die Straße rücken werde. "Die Frage des Abstands ist von keiner Fraktion thematisiert worden." Mit Blick auf Lüning-Neubauten in Delbrück und Schloß Holte-Stukenbrock sagt er: "Die sind schön geworden und für Hövelhof werden sie das auch hinkriegen." Vielleicht ja sogar in Absprache mit Politik und Verwaltung. Das Rietberger Handelsunternehmen schmückt sich gerne mit regionalen Bezügen und könnte in Hövelhof beispielsweise darauf kommen, eine Ortssilhouette an der Fassade anzubringen. Ähnlich, wie sie zuletzt im Kreisverkehr Gütersloher Straße errichtet wurde.

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