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Blühstreifen sollen Bienen und anderen Insekten das Überleben in der Feldflur sichern. - © (Symbolbild) Pixabay
Blühstreifen sollen Bienen und anderen Insekten das Überleben in der Feldflur sichern. | © (Symbolbild) Pixabay

Hövelhof Im Kreis Paderborn wird neuer Lebensraum für Bienen geschaffen

Um einige Insekten vor dem Aussterben zu schützen, versuchen ein Landwirt aus Hövelhof und weitere Bauern, die wilde Natur wieder zurückzubringen

Fabian Herbst
21.05.2019 | Stand 21.05.2019, 16:54 Uhr |

Kreis Paderborn. Hohe Nitratwerte im Grundwasser, Einsatz gesundheitsschädlicher Düngemittel und die Zerstörung der Pflanzen- und Tiervielfalt. Als Ursache für die genannten Umweltschäden wird oftmals die deutsche Landwirtschaft und mitunter die Bauern in OWL angeprangert. Gerade für das Aussterben der Biene werden die Landwirte verantwortlich gemacht. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) und die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft haben das Problem nun für sich ausgemacht und die Aktion „Blühendes Band in Bauernhand" ins Leben gerufen. „Wir wollen einen Beitrag leisten", sagt der Hövelhofer Landwirt Hubertus Beringmeier. „Zum Thema Insektenschutz sind wir alle als Gesellschaft gefragt und wir Landwirte wollen gezielt etwas tun", sagt der Vorsitzende des WLV-Bezirksverbands OWL. Das Problem des Insektensterbens: Es mangelt an Lebensräumen für die Tiere. 600 Bauern verzichten auf Ackerland Mit sogenannten Blühflächen wollen die Landwirte auch im Kreis Paderborn der Biene und anderen bedrohten Tierarten neuen Raum zum Nisten und Ernähren schaffen. Rund 600 Bauern in der Region verzichten dafür freiwillig auf Ackerland und ihre Erträge. Die große Teilnahme „macht mich stolz", sagt Beringmeier. Die Blühflächen erstrecken sich in OWL über eine Strecke von 900 Kilometern. Das ist die Strecke von Flensburg nach München, erklärt der Hövelhofer. Der Verzicht auf landwirtschaftliche Erträge bedeutet dabei alles andere als Kleingeld für die Landwirte. „Pro Hektar Blühfläche, gehen den Höfen 1.000 Euro verloren", erklärt der Hövelhofer, der selbst Mitte April einen Blühstreifen auf seinem Gelände an der Detmolder Straße angelegt hat. Die Honigbiene als Symbolträger Auf Beringmeiers Hof wachsen nun auf einem Hektar 14 verschiedene Blumen und Kräuter wie Rauhafer, Rotklee, Futtermalve oder Ringelblumen wild vor sich hin und schaffen einen neuen, natürlichen Lebensraum. „Es dreht sich aber nicht nur um die Biene", sagt Werner Mühlen, ehemaliger Leiter des Bieneninstituts in Münster. Auch einige Schmetterlinge, Maikäfer, Schmalzfliegen oder Spinnen und Wanzen seien betroffen. „Die Honigbiene ist lediglich zum Symbolträger für den Naturschutz geworden", sagt Mühlen. Mehr Natur und weniger Mensch. Man müsse vieles so lassen, wie es die Natur geschaffen hat. Das sei wichtig für die Tiere. Denn meist ist es der Mensch, der dafür sorgt, dass naturbelassene Flächen beseitigt werden. Ein Busch, Wildpflanzen oder Komposthaufen müssen oft aus ästhetischen Gründen weichen. „Jeder Einzelne sollte vor seiner eigenen Haustür mit Artenschutz anfangen", sagt Mühlen.

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